Dieses niederländische Unternehmen baut Segelflugzeuge, die zur Windkrafterzeugung eingesetzt werden.

Vor längerer Zeit haben wir hier über ein Flugwindkraftprojekt aus Deutschland berichtet. Das Unternehmen Enerkite nutzt Drachen, um Flugwindkraft zu erzeugen. Bei Flugwindkraftanlagen lässt man ein Flugobjekt, das mittels Seilwinde mit einem Generator am Boden verbunden ist, in Höhen über 200 aufsteigen. Durch die Zugkraft, die das Flugobjekt dann auf die Leine ausübt wird der Generator in Gang gesetzt und so elektrischer Strom erzeugt. Das niederländische Unternehmen Ampyx Power hat ein Segelflugzeug konstruiert mit dem man in Zukunft Windenergie erzeugen will.

Die Erzeugung von Windkraft mit Ampyxs Segelflieger hat verschiedene Vorteile gegenüber der Windkrafterzeugung mit Windturbinen. Man benötigt viel weniger Material, da man keinen riesigen Turm benötigt. Am Boden befindet sich nur eine Plattform von der aus das Flugzeug startet und auf der es auch wieder landet. Das reduziert Kosten und Materialverbraucht.

Und ein weiterer Vorteil, der sicher viele Windradgegner ansprechen wird, ist, dass die Flugwindanlagen, bei weitem weniger sichtbar sind und einen geringeren Eingriff in die Natur darstellen, da sie ohne Turm auskommen. Und auch Vogelschützer können aufatmen, es gibt nämlich keine Rotorblätter die eine Gefahr für die Tiere darstellen. Aus diesen beiden Gründen kann die Technik auch an Orten zum Einsatz kommen, die sich für die Aufstellung von Windrädern nicht eignen. Da der Eingriff in die Natur geringer ist, rechnet man bei Ampyx auch damit leichter Genehmigungen für den Bau von Anlagen zu bekommen.

Das Segelflugzeug von Ampyx steigt erst einmal in eine Höhe von rund 750 Metern auf, um dann auf eine Höhe von 200 bis 450 Meter abzusinken und Schleifen in Form einer Acht zu fliegen. In diesen Höhen ist der Wind nicht nur stärker als in der Höhe die Windturbinen erreichen, sondern die Windgeschwindigkeit ist auch stabiler. Dieser Prozess des Aufsteigens, Absinkens und Schleifenfliegens wiederholt sich ständig.

Der Flugprozess in der Luft, aber auch Start und Landung laufen vollkommen automatisch ab. Die Anlage ist mit Sensoren ausgestattet, die Informationen über Wind- und Wetterbedingungen sammeln. Gemeinsam mit E.on startet man bald einen Praxistest, auf einem vom deutschen Energieunternehmen erworbenen Flugfeld im irischen Mayo. Beide Partner gehen davon aus, dass man mit dem Flugwindkraftanlagen schon bald günstigen Ökostrom anbieten kann, ohne auf Subventionen angewiesen zu sein. Man rechnet damit einen Preis von rund 4 Cent pro Kilowattstunde erreichen zu können.

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Bild: Ampyx Power

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