Kiten erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Mit den Sportdrachen lässt sich auch Strom erzeugen.

Das deutsche Start-Up-Unternehmen Enerkite hat aus einem Flugdrachen eine Flugwindkraftanlage gebaut. Im Dezember 2014 hat die Anlage „EK30“ dem ersten Test eines Dauerbetriebs standgehalten. Dabei hat der herkömmliche Sportkite mit 15m² Fläche 74 Stunden in der Luft verbracht und 170 Kilowattstunden Strom erzeugt, die Spitzenleistung lag bei 25 kW. Mit einer neuen „Flügelgeneration“ kann die Anlage an nur einem Wochenende künftig in der gleichen Flugzeit die sechsfache Menge Energie erzeugen. Genug, um über 60 Haushalte mit Strom zu versorgen.

Die Basis der Anlage bildet ein Container, auf dem eine Seilwinde angebracht ist. Der Drachen hängt an dem Seil und fliegt in 200 bis 300 Metern Höhe, per Computer gesteuert. Die Windkraft wird an den Generator in der Seilwinde übertragen. Ein direkter Anschluss an das Stromnetz garantiert die unmittelbare Einspeisung des Stroms. Sollte der Stromfluss während Start und Landung für einige Minuten unterbrochen sein, kann ein Akku den Strom zwischenspeichern. Die genaue Funktionsweise ist von Enerkite hier beschrieben.

Eine solche Windkraftanlage hat den Vorteil, dass sie in einem größeren Einsatzbereich betrieben werden kann und dadurch eine stärkere Auslastung erreicht. Das Seil ersetzt den Turm einer herkömmlichen Windkraftanlage, statt den Rotoren fliegt der Drachen. Damit können größere Höhen erreicht werden, in denen die Winde stärker und beständiger wehen. Ein erstes Projekt hat eine Nennleistung von 100 kW und soll einen Jahresertrag von rund 400 MWh erbringen. Damit wäre der Energiebedarf von ungefähr 140 Zwei-Personen-Haushalten für ein Jahr lang gedeckt.

Bis Ende Februar durchläuft das Projekt eine weitere Finanzierungsrunde, die das Kapital für die Weiterentwicklung der Technologie bis zur Marktreife bereitstellen soll. Ziel ist es, ab 2017 die ersten Windkraftanlagen an Kunden ausliefern zu können. Mit der Idee, Drachen und Windkraft zu verbinden, ist EnerKite allerdings nicht alleine. Verschiedene Projekte sind am Laufen, die versuchen, die neue Energieform zu kommerzialisieren. Mit dabei sind unter anderem Makani Power, das Google gehört, oder auch das italienische Start Up Kite Gen.

Titelbild: Enerkite

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