Ein US-Unternehmen steigt mit einer neuartigen Turbine in die Windenergie ein. Der Markt erneuerbarer Energie ist mittlerweile aber ein hartes Pflaster: Das Angebot umweltfreundlicher Energie wird immer größer, Investoren schwer aufzutreiben.

Eine 47 Meter große Windturbine des US-Unternehmens FloDesign war seit geraumer Zeit im Gespräch. Als Prototyp war sie einzigartig, nun stehen beinah 1.000 dieser Turbinen in Kalifornien – nach Jahren der Forschung, Suche nach Investoren und Verhandlungen mit den Behörden. Das Unternehmen hat überlebt, zeigt aber, dass es von der Präsentation einer Idee in Form eines TED Talks bis zur Umsetzung in der Realität ein weiter und steiniger Weg ist.

Staatliche Subventionen mussten der Windenergie in der Vergangenheit unter die Arme greifen. Diese Ära ist vorbei, Windkraftanlagen erzeugen ordentliche Gewinne und sind oft auch günstiger als Kohle- oder Gasanlagen. In den USA war 2012 das erfolgreichste Jahr für die Windenergie: Die Produktion im gesamten Staat erreichte 60.000 Megawatt. 15 Millionen US-Haushalte könnten mit Strom aus Windkraft versorgt werden. Mit dem Wachsen der Windkraftindustrie sind die Turbinen auch größer geworden. Größe hat aber auch den Nachteil, dass Erzeugung, Transport und Installation teuer sind, der Lärmpegel hoch und die Eignung für urbane Zonen nicht gegeben ist.

Eine Form erneuerbarer Energie, die in der Vergangenheit revolutionär war, ist die Windmühle. Der aktuelle Nachfolger sind Luvläufer-Windturbinen. In den USA sind rund 45.000 Windkraftanlagen zu finden, deren Rotor auf der windzugewandten Seite sitzt. Das Problem kurzzeitiger starker Windböen, der Intermittenzen, und der damit einhergehenden schwankenden Elektrizitätserzeugung ist mittlerweile ausgeräumt. Die Turbine von FloDesign nutzt den Wind doppelt oder dreifach so gut wie andere Turbinen und widerspricht dem Betzschen Gesetz wonach maximal knapp 60 Prozent der mechanischen Leistung des Windes in Nutzleistung umgewandelt werden kann.

Dennoch: Auf dem Markt für erneuerbare Energie geht es nicht so rasant. Während im Jahr 1999 getätigte Investitionen bei Google bis 2004 mehr als fünfzehn Mal so viel wert waren, schaffte es FloDesign innerhalb von fünf Jahren, die erste Turbine zu errichten. Aerodynamische Probleme mussten gemeistert werden, das Design perfektioniert und ein Herstellungsprozess sowie eine Lieferantenkette geschaffen werden.

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