Ist ein Windrad ohne Räder noch ein Windrad? Am Campus der niederländischen Universtität Delft steht seit 27. März 2013 ein Modell der Windmühle EWICON. Das Windrad erzeugt Strom ohne Flügel.

EWICON heißt das Windrad ohne Räder. Die Anlage ist ein Prototyp, der ein Spannungsfeld nutzt, um die Windenergie in Strom umzuwandeln. Ästhetisch erinnert das Design der Mecanoo-Architekten an eine überdimensionale Fliegenklatsche oder einen riesigen Luftfilter aus dem Hause Apple.

Wie funktioniert nun die Energiegewinnung ohne mechanische Arbeit? An den Stangen hängen winzige elektrische geladene Wassertropfen, die vom Wind weggeblasen werden. Aus dem entstehenden Spannungsgefälle wird Energie gewonnen. Im Video wird der Vorgang genau erklärt.

Der Vorteil des Verzichts auf bewegliche Teile ist der geringere Verschleiß der Anlage. Die Erhaltungskosten können demnach gesenkt werden und es gibt keine Belästigung durch wechselnde Schatten oder Lärm. Die Windkraftanlage ist ideal geeignet für den Offshore-Bereich oder den Einsatz in urbanen Gebieten, zum Beispiel auf Dächern von Wolkenkratzern.

httpv://www.youtube.com/watch?v=tqksCHWROBU

Zum Einsatz in der Energiegewinnung ist der Prototyp noch nicht geeignet. Zuvor müssten noch einige Probleme von den Wissenschaftern gelöst werden. EWICON muss ständig Wasser zugeführt werden und das System ist auf einen Kickstart mit Höchstspannung angewiesen, um die Wasserteilchen durch Elektrospray zu laden. Der Wirkungsgrad des Modells liegt derzeit bei fünf Prozent, ein gewöhnliches Windrad kommt auf das Achtfache.

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