Die Seychellen sind eine der vielen Inselnationen, die durch das klimabedingte Ansteigen des Meeresniveaus betroffen sind. Dazu kommt noch eine Abhängigkeit von Ölprodukten zur Stromerzeugung. Die Nachfrage nach alternativen Energiequellen war gegeben und ein ölexportierendes Land half dabei aus.

115 Inseln im Indischen Ozean ergeben zusammen die Seychellen, rund 1600 Kilometer östlich der afrikanischen Küste. Die Stromversorgung der Inselgruppe wird durch teure und umweltschädigende Dieselgeneratoren gewährleistet. Die Einfuhr von Benzin macht rund ein Viertel des Netto-Imports des Staates aus, über 80% der Deviseneinnahmen müssen jährlich für den Kauf von Ölprodukten ausgegeben werden. Es macht also für die Regierung durchaus Sinn, auf erneuerbare Energien zu setzen.

Windpark

Der erste Windpark der Seychellen wurde auf Mahé in Betrieb genommen, der größten Insel des Staates. Die Spitzenleistung liegt bei 6 Megawatt, womit 8 % des Energiebedarfs der Insel gedeckt werden können. 5.500 Tonnen CO2 werden damit jährlich weniger erzeugt, 2.100 Haushalte mit Strom versorgt und der Einkauf von Diesel um 1,6 Millionen Liter pro Jahr reduziert.

Inseln sind ideal für Windkraftanlagen. Es weht ständiger Wind, womit der Vorteil von Offshore-Anlagen gegeben ist, ohne den Nachteil – die hohen Konstruktionskosten – in Kauf nehmen zu müssen. Die Seychellen liegen nicht in der Zyklonzone des Indischen Ozeans, so dass Zerstörungen durch Wirbelstürme nicht zu erwarten sind.

Know How aus Abu Dhabi

Konstruiert wurde der Windpark durch Masdar, einem Energieunternehmen im Besitz der Regierung von Abu Dhabi. Die Finanzierung erfolgt durch den Abu Dhabi Fund for Development (ADFD). Masdar ist nicht nur auf den Seychellen aktiv, sondern führt derzeit weltweit Projekte durch. So wird an einer 15 Megawatt Solaranlage in Mauretanien gebaut, genauso wie an einem Off-Grid Photovoltaik-System in Afghanistan und eine 500 kW Solaranlage in Tonga.

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