Wie können wir so bauen, dass wir der Natur so wenig wie möglich Lebensraum wegnehmen?

Bodenversiegelung wird in den letzten Jahrzehnten immer öfter zum Thema. Vor allem, weil es ein wesentlicher Beitrag zu den jedes Mal schlimmer werdenden Überschwemmungen ist. Bodenversiegelung – also das Betonieren größerer Flächen – hat aber auch noch andere Aspekte: Wir entziehen damit der Natur wertvollen Lebensraum.

Wo und wie Straßen gebaut werden, können wir meist nicht wirklich stark beeinflussen. Aber auf den eigenen Grundstücken können wir auch einen Beitrag leisten. Egal wie klein er zu sein scheint.

Wenn wir eine kleine Gartenhütte, eine Pergola, eine Terrasse, oder sogar ein ganzes Haus – egal ob Tiny House oder etwas größer – bauen, gibt es Alternativen zu einem flächigen Betonfundament. Wir müssen nicht immer die volle Fläche versiegeln und somit abtöten.

Speziell bei kleinen Hütten bieten sich Punktfundamente an. – Photocredit: pixabay.com/steinchen

Fundamentschrauben

Fundamentschrauben sind riesige Stahl-Schrauben, die gezielt an vom Architekten oder Statiker ermittelten, notwendigen Punkten in die Erde “geschraubt” werden. Darauf können dann entweder Querbalken oder aber auch Stehen oder Bodenplatten montiert werden. Wird das Haus abgerissen oder transportiert, können die Schrauben einfach wieder entfernt werden, und das Grundstück ist praktisch wie zuvor.

Neben den Schrauben, gibt es auch Rammfundamente, die nicht geschraubt sondern einfach direkt in den Boden gestoßen werden.

Punktfundamente werden meist mit Rahmen verbunden, die das Fundament für das restliche Haus darstellen. – Photocredit: shutterstock.com/Dmitryp-k

Punktfundament aus Beton

Ähnlich wie Fundamentschrauben kann man auch Beton sehr punktuell und gezielt verwenden, um ein minimalistisches Fundament zu bauen. Auch hier werden nur punktuell Stellen “versiegelt” aber der restliche Boden bleibt unberührt. Beton ist zwar nicht so leicht zu entfernen wie die Fundament-Schrauben, dafür aber möglicherweise eine günstigere Variante.

Streifenfundamente

Ist aufgrund des Gewichts des Bauwerks etwas mehr notwendig, können auch Streifenfundamente genutzt werden. Sie können höhere Lasten tragen, und versiegeln dennoch nicht die ganze Fläche. Auch Streifenfundamente sind normalerweise aus Beton, und hinterlassen daher das Grundstück nicht völlig Rückstands los. Es kann dennoch eine mögliche Alternative sein.

Aber wofür?

Man könnte sich jetzt fragen, wozu das gut ist, wenn ja trotzdem ein Dach auf dem Gebäude ist und weder direktes Regenwasser, noch Sonne an den Boden darunter gelangen. Und die Antwort ist simpel: Bodenlebewesen können dennoch leichter an die Oberfläche. Zusätzlich ist dort der Boden im Vergleich zur versiegelten Fläche nicht so verdichtet, was auch wieder mehr Leben ermöglicht. Und je lockerer und lebendiger der Boden, umso mehr Wasser kann auch aufgenommen werden. Auch wenn es nicht von oben kommt.

Wenn alles in einem See aus Beton verschwindet, ist darunter das Bodenleben nicht mehr möglich – Photocredit: wikipedia.org/Erkaha

Problematik

Punkt- oder auch Streifenfundamente sind dennoch nicht überall umsetzbar. Ab einem bestimmten Gewicht des Gebäudes kommen wir dennoch nicht um ein Flächenfundament herum. Außerdem müssen wir beim Bau der Bodenplatte natürlich eben auch die Lebewesen – inklusive kleiner Nagetiere – mit berücksichtigen und entsprechend Materialien nutzen, die weniger anfällig sind, von Tieren gefressen zu werden.

Fazit

Jegliche Form des Erhaltens von Lebensraum ist wertvoll. Und wenn es uns keinen nennenswerten Nachteil bringt, vielleicht sogar den Vorteil der Kostenersparnis, dann sollten wir es bei jedem Bauvorhaben zumindest in Betracht ziehen. Ich plädiere dafür, Bodenversiegelung beim Bauen wo es nur möglich ist zu vermeiden.

Quellen

bodenanker.at
ecodesign-beispiele.at
neuco.eu