Wenn viele Optionen wegfallen, was ist dann das Wesentliche?

Wenn Ausnahmesituationen mit traditionellen Ereignissen zusammenfallen, wie etwa Weihnachten, gibt uns das einen besonderen Anlass, uns auf die wichtigen Dinge im Leben, auf das Wesentliche, zu konzentrieren. Wir müssen uns nicht gedankenlos mit Einkaufen oder Glühwein vom bewussten Erleben ablenken. Gerade jetzt können wir bewusst Zeit und Aufmerksamkeit, ein offenes Ohr und ein offenes Herz schenken.

Wir können etwa das Immunsystem-stärkende Draußen an der frischen Luft sein mit einem Treffen mit anderen nutzen. Dadurch machen wir etwas gemeinsam, und gehen trotzdem keine Risiken für unsere Mitmenschen ein. Körperlich distanzieren bedeutet nicht, dass wir uns auch sozial distanzieren müssen.

Wie viel Essen ist wirklich notwendig an den Feiertagen? Können wir es mit anderen Teilen, die weniger haben? – Photocredit: pixabay.com/wirdefalks

Was verbindet?

In Zeiten, wo wir nur eingeschränkte Möglichkeiten haben, und gut überlegen müssen, welchen Menschen wir wie nahe kommen, kann es hilfreich sein, sich genauer zu fragen, was wir tun können um unsere Beziehung zu stärken. Wenn wir auf körperlicher Distanz bleiben, könnten das häufigere Anrufe, das Schicken von mehr Bildern von alltäglichen Aktivitäten, oder das Teilen von persönlicheren Themen und Herausforderungen sein.

Sich zu sehen – egal ob es wenn möglich drinnen, oder auch draußen und körperlich distanziert ist – ist in jedem Fall sehr hilfreich, wenn wir die Verbindung zu einem Menschen wieder stärken wollen.

Für viele ist Weihnachten auch jetzt noch mit viel Dekoration und vielen Geschenken verbunden. – Photocredit: pixabay.com/Mariamichelle

Wenn wir uns ertappen, in Diskussionen und vielleicht sogar Streitgespräche zu kippen, können wir uns daran erinnern, was uns der/die andere als Mensch bedeutet. Das Wesentliche ist es meist, dass wir uns wieder auf der Herz-Ebene begegnen können – egal welche Meinung die Beteiligten oder auch Andere vertreten.

Bewusst Zeit verbringen

Die Weihnachtszeit wird oft auch als Zeit der Besinnung gesehen. Ein langsamer werden, Zeit mit den Liebsten verbringen. Wenn wir dabei den Augenmerk auf das Wesentliche legen, machen wir bereits den ersten Schritt, um die Zeit mit den Liebsten noch ein Stückchen bewusster zu verbringen. Wie oft sind wir so sehr darauf fokussiert, noch das hundertste Geschenk, die tollste Dekoration, oder die schönsten Kekse zu organisieren, und merken gar nicht, dass wir wertvolle Zeit mit uns wichtigen Menschen vergeuden?

Spazieren gehen ist auch im Winter bei fast jedem Wetter möglich. Und wenn nötig, können wir Distanz wahren. – Photocredit: pixabay.com/Antranias

Wenn wiruns bereits ganz bewusst entscheiden, wann und wie und wo wir andere treffen, ist es dann nochmal wertvoller, diese Zeit dann auch noch wirklich bewusst zu verbringen. Das kann etwa sein, indem wir darüber reden, wie wir uns jetzt gerade in dem Moment fühlen, anstatt über oberflächliche oder theoretische Dinge, oder andere Menschen zu plaudern.

Es kann auch ein Moment der Stille sein, wo wir uns einfach nur für eine Minute oder auch länger tief in die Augen schauen, und uns als vollständige Lebewesen wahrnehmen.

„Schlechtes“ Wetter hinterfragen

Wenn wir andere bewusst lieber draußen, etwa zum Spazieren gehen oder sogar Sport machen treffen, ist dies in den warmen Monaten einfach. Das heißt aber nicht, dass es im Winter nicht genauso gut möglich ist. Für so ziemlich alle Aktivitäten im Freien hat irgendwer schon mal das Sprichwort „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung“ benutzt. Diese Einstellung kann uns dabei helfen, besser vorbereitet hinaus zu gehen, um zu erkennen, dass es in den meisten Fällen sehr wohl auch dann draußen angenehm sein kann, wenn nicht gerade die Sonne scheint.

Und vielleicht ändern wir sogar unsere Weihnachtstradition, kaufen keinen abgeschnittenen Baum, und dekorieren stattdessen einen lebenden Baum im Garten, im Wald oder auch im Park, und treffen uns dort mit unseren entfernteren Liebsten. Hier ist es dann aber natürlich besonders wichtig, natürliche Materialien zur Dekoration zur verwenden.

Reflektieren

In Kombination mit der Frage, was uns verbindet, können wir die Weihnachtszeit, und speziell auch die Weihnachtsfeiertage, bzw. die Rauhnächte, nutzen, uns Zeit für uns selbst zu nehmen. Diese Zeit können wir nutzen, um zu reflektieren, was generell für unser Leben wesentlich ist. Was vermissen wir und wollen mehr in unser Leben bringen? Was ist in der letzten Zeit weggefallen und merken wir, dass wir es ohnehin nicht brauchen?

Wie wir unser Leben im letzten Jahr oder auch darüber hinaus geführt haben zu reflektieren, und auch niederzuschreiben kann uns helfen, konkrete Schritte für Veränderung zu erkennen. – Photocredit: pixabay.com/Pexels

Fazit

Weihnachten ist nicht nur die Zeit des Schenkens, der Familie und schöner (oder auch kitschiger) Dekoration. Gerade jetzt ist auch von der Jahreszeit her die passende Gelegenheit, sich auf das Wesentliche im Leben zu besinnen. Es sich bewusst machen, und dann auch danach zu handeln. Ich bin jedes mal aufs Neue dankbar, wenn mich eine bestimmte Zeit im Jahreszyklus (oder auch Mond- oder Tageszyklus) daran erinnert, dass es unserer Natur entspricht, auch mal innezuhalten, in sich zu gehen, die Wurzeln zu stärken, um danach mit voller Kraft wieder nach außen ins Wachsen zu gehen.

Weiterführende Quellen

wildewurzeln.at: Sperrnächte
wildewurzeln.at: Wintersonnwende
wildewurzeln.at Rauhnächte