Welche alten, naturverbundenen Weihnachts-Traditionen gibt es?

Wie können wir diese Traditionen wiederbeleben? Welche gibt und gab es da eigentlich? Und wie können wir diese naturverbundenen Riten in unsere jetzigen Traditionen mit einflechten? Diesen Fragen bin ich im aktuellen Beitrag auf den Grund gegangen.

Symbolik

Weihnachten, oder auch andere Feste in anderen Kulturen, die rund um den Jahreswechsel und die Wintersonnwende stattfinden, haben zwar unterschiedliche Begründungen, feiern aber im Kern meist doch das gleiche. Alle feiern den Lebenszyklus, die Geburt, das Licht und das Leben.

Der Stern an der Spitze symbolisiert auch die Sonne und somit das wiederkehrende Licht. – Photocredit: pixabay.com/onepicnowords

Christbaum

Der Christbaum steht als immergrüner Baum in einer kargen Landschaft für das Leben. Aber die Tradition, einen Baum im Wohnraum aufzustellen gibt es noch gar nicht so lange. Noch vor etwa 150 Jahren wurden die Bäume nicht abgeschnitten und ins Haus gebracht. Es wurde lediglich ein immergrüner Zweig (Wintermaien) der Tanne oder Fichte in der Stube aufgehängt, und mit Lichtern, Lebkuchen, Nüssen und Äpfeln geschmückt.

Es war ein Zeichen der Dankbarkeit für den Kosmos, das Leben, und dass nach so viel Dunkelheit auch wieder das Licht kommt. Auch heute symbolisieren die Kerzen am Baum das wiederkehrende Licht der Sonne.

Einen Baum draußen zu schmücken war lange Zeit – ähnlich der Maibaum-Tradition – weit verbreitet. – Photocredit: pixabay.com/Marisa04

Dekoration

Wie schon erwähnt, wurden die Zweige vor allem mit Äpfeln und Nüssen geschmückt. Äpfel symbolisieren dabei das ewige Leben, Nüsse die Weisheit. Die heutigen Weihnachtskugeln ersetzen hierbei mehr und mehr die Äpfel von früher.

Der Stern an der Spitze des Baumes war ursprünglich ein 8-strahliger Stern, der den acht Speichen des natürlichen Jahresrades entspricht. Der Stern selbst war das Symbol für die Sonne.

Weihnachtskugeln haben die traditionellen Äpfel als Symbol auf vielen Christbäumen abgelöst. – Photocredit: pixabay.com/Visor69

Der Lebkuchen, der Leben spendende Kuchen, wird auch heute noch mit wärmenden und verdauungsfördernden Gewürzen (Zimt, Nelken, Muskat) hergestellt.

Strohsterne symbolisieren ebenfalls den Jahreszyklus. Der Schmuck für die Bäume – speziell eben die Äpfel, Nüsse und Strohsterne, aber auch die Kerzen – sind gut durchdachte Symbole, um den Lebenszyklus zu feiern, und nicht einfach zufällige, nett aussehende Deko.

Advent

Die Tradition des Adventkranzes entstand erst vor etwa 100 Jahren. Dennoch hat er mit seinen vier Kerzen mehr als nur die die Bedeutung des langsamen Einläutens der Weihnachtszeit. Die Kerzen symbolisieren die vier Jahreszeiten, der Kranz den Jahreskreis.

Diese Symbolik können wir nutzen, um die jeweiligen Wochenenden (oder auch die ganze Woche) zu nutzen, um die entsprechende Jahreszeit des vergangenen Jahres zu reflektieren. Was habe ich im jeweiligen Abschnitt des vergangenen Jahres gelernt? Was strahlt dabei an Neuem hervor?

Der Kranz symbolisiert den Jahreskreis. Er wurde aber erst vor etwa 100 Jahren zur Tradition des Adventkranzes in der Vorweihnachtszeit. – Photocredit: pixabay.com/TheoCrazzolara

Geben und Nehmen

Gehen wir noch weiter – und auch allgemeiner – zurück, so ist jegliches Ritual und Tradition ein symbolisches (und auch tatsächliches) Geben und Nehmen. Wir nehmen zum Beispiel etwas von der Natur zum Dekorieren (den Baum), und geben dafür etwas der Natur zurück (Nüsse für die Eichhörnchen, etc.). Dieses Geben kann auch in Form von Verarbeitung der genommenen natürlichen Geschenke sein.

Strohsterne sollen ebenfalls den Jahreskreis symbolisieren. Speziell, wenn sie acht Zacken haben. Diese Bedeutung ist jedoch großteils verloren gegangen. – Photocredit: pixabay.com/Bru-nO

Wenn wir etwa Holz aus der Natur entnehmen, um dafür mit einem Teil davon ein Vogelhäuschen zu bauen, in dem kleinere Vögel vor ihren Jägern sicher sind, ist dies eine Form des Zurückgebens.

Wichtig ist, dass wir uns bewusst machen, dass nichts, was wir aus der Natur entnehmen, einfach so automatisch uns gehört. Wir sollten darauf achten, mehr und mehr eine Balance herzustellen und auch wieder mehr zurückzugeben.

Fazit

Traditionen und Bräuche sind ständig im Wandel, und haben aber doch auch einen stabilen Kern. Sie sind wichtig und helfen uns, in unseren Geburts- oder Wahlfamilien Zugehörigkeit zu schaffen. Dennoch ist es wichtig, gewisse Traditionen auch zu hinterfragen, und mehr unseren aktuellen Werten anzupassen. Wenn wir nachhaltiger und mehr mit der Natur und natürlichen Zyklen leben wollen, so ist ein bewusster Umgang mit und eine mögliche Veränderung von diesen Traditionen ein hilfreicher Schritt.

Weiterführende Quellen

Macht Geschichte Sinn – Ursula Seghezzi (Buch)
energieleben.at: Rauhnächte
jahreskreis.info: Weihnachtsbaum
wainando.de: Rituale und Symbole an Weihnachten
planet-wissen.de: Weihnachtsbräuche
matchamornings.de: Keltische Jahreskreisfeste