Die Vereinten Nationen prognostizieren einen Stillstand des Bevölkerungswachstums bei 10 Milliarden Menschen am Ende dieses Jahrhunderts. Es gibt jedoch andere Populationsmodelle, die diese Stagnation in Frage stellen. Sie besagen, dass…

Die Vereinten Nationen prognostizieren einen Stillstand des Bevölkerungswachstums bei 10 Milliarden Menschen am Ende dieses Jahrhunderts. Es gibt jedoch andere Populationsmodelle, die diese Stagnation in Frage stellen. Sie besagen, dass Veränderungen in der Energieversorgung das Wachstum erneut entfachen könnten.

Je mehr Energie, desto weniger Geburten

Forscher des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock haben gemeinsam mit Wissenschaftlern der Yale Universität und des Santa Fe Instituts haben Modellrechnungen erstellt. Sie stellen das Bevölkerungswachstum in engen Zusammenhang mit dem Pro-Kopf-Energieverbrauch. Je mehr Energie zur Verfügung stehe, desto stärker sei die wirtschaftliche Entwicklung, und dies wiederum drücke die Geburtenrate. Die Vereinten Nationen führten hingegen nur den seit Jahrzehnten beobachteten Trend sinkender Geburten fort.

Stillstand bei 10 Millionen ist unwahrscheinlich

Mit der Energie als Bezugsgröße wäre mit einem Stillstand des Bevölkerungswachstums nur zu rechnen, wenn weiterhin ausreichend Energie pro Kopf zur Verfügung stünde. Dies sei aber unwahrscheinlich. Schon seit den 60ern wüchse die Bevölkerung stärker als die weltweit zur Verfügung stehende Energie. Die Weltbevölkerung habe sich generell so weit von einem Gleichgewicht entfernt, dass selbst bei ausreichender Energie schon Veränderungen bei Ressourcen und im Verhalten der Gesellschaft sich selbst verstärkende Abweichungen ergeben könnten.

Das Modell der Max-Planck-Forscher stellt mit der Bezugsgröße Energie mehr kausale und dynamische Zusammenhänge her als das der Vereinten Nationen. Welches Modell am Ende näher an der Wirklichkeit liegt, bleibt nur abzuwarten. Denn neben dynamischen Größen wie Ressourcen, Wirtschaft, Kultur und Politik wird es immer unbekannte, unvorhersehbare Größen geben. Eines ist klar: Schon 10 Milliarden Menschen werden eine Herausforderung darstellen.

Quelle:

http://www.mpg.de/6986024/weltbevoelkerung?filter_order=L

Bildnachweis: ©  Walter Reich/ Pixelio.de

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