Der Nachhaltigkeits-Gedanke verlangt, nicht mehr zu nehmen als nachkommen kann. Es geht um einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Wie passen da die Billigflieger-Angebote ins Bild? Leider gar nicht. Mit einem Online-Tool kann man seinen eigenen CO2-Verbrauch nachprüfen und versuchen, ihn ein Stück weit wieder gutzumachen.

Von einer Wirtschaftskrise will keiner reden – trotzdem sind natürlich die Geldbörsen schmaler geworden seit 2008. Das spürt auch die Luftfahrt: der große Boom der Flugreisen ist vorbei. Man fliegt nur noch einmal im Jahr weg, nicht mehr dreimal. So kommt es zu empfindlichen Einbußen beim Gewinn der Fluglinien.

Aber nicht alle Fluggesellschaften spüren den wirtschaftlichen Druck. Die „Billigflieger“ gedeihen ungebremst. Sie haben auch in wirtschaftlich schwächeren Zeiten kaum mit Passagiereinbußen zu kämpfen.

Geld vom Steuerzahler

Die Billigfliegerei wäre nicht möglich ohne Subventionen durch die Politik. So ist etwa das Kerosin, der Treibstoff der Flugzeuge, in Deutschland komplett von Steuern befreit. Das gilt auch für Österreich: Im Gegensatz zu Benzin, Diesel und Heizöl ist Flugbenzin für den kommerziellen Flugverkehr von der Mineralölsteuer befreit. Dabei hat im Vorjahr der Flugverkehr allein in Österreich 702.000 Tonnen Treibstoff verbraucht – das entspricht einem Ausstoß von rund 2,1 Millionen Tonnen CO2

Auf internationalen Flügen sind auch Essen und Getränke für die Fluggäste steuerfrei. Der Staat belohnt also Flugreisen. Warum eigentlich?

Dabei sieht Nachhaltigkeit anders aus: Der CO2-Ausstoß von Flugzeugen auf Inlands-Flügen ist fünf Mal so groß wie der von Zügen. Schneller sind sie letztlich auch nicht – wenn man Checkin und Wartezeit mit einrechnet, ist die gewonnene Zeit marginal.

Hohe Kosten

So gelingt es Billigfliegern, mit Preisen zu werben, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären. Diese Steuerbegünstigung schaden nicht nur der Umwelt: sie kommen auch den Staatshaushalt sehr teuer. 2012 betrug die Mineralölsteuer auf Benzin 0,482 Euro pro Liter. Hätte man Kerosin gleich hoch besteuert, hätte das dem Budget zusätzliche Einnahmen von 416,8 Millionen Euro gebracht.

Die Kosten für die Natur sind noch höher: unser derzeitiger Lebenswandel erschöpft die Erde.

Spenden für den Kilmaschutz

Wer trotzdem nicht auf Flugreisen verzichten kann, für den gibt es ein ganz eigenes, freiwilliges Angebot: Die Schäden durch Emissionen werden pro Flug genau berechnet. Sie können durch eine Spende für Klimaschutzprojekte in den Ländern des Südens, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, sozusagen „kompensiert“ werden. Ergebnisse gibt es auch: in Mittelamerika, in Honduras, wurde mit den Spendengeldern ein kleines Wasserkraftwerk gebaut. Es versorgt mehrere Dörfer mit umweltfreundlichem Strom und holt so langsam, ganz langsam, die verbrauchten CO2-Einheiten wieder „zurück“.

Wie viel CO2 verbraucht man aber nun selbst bei einem Flug?
Um das herauszufinden, gibt es Mittel und Wege: etwa diesen: http://www.atmosfair.de/ ist ein Online-Werkzeug, mit dem man sich selbst auf die Finger schauen kann beim Fliegen.

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