Micah Toll ist Unternehmer. Zuerst hat er sein eigenes Fahrrad zum eBike umgebaut. Dann wollte er für Kunden eBikes bauen. Jetzt erklärt er ihnen, wie sie ihre Fahrräder selbst aufrüsten können.

In Pittsburgh, USA, wollte Micah Toll umweltfreundlich und praktisch auf einem eBike durch die Stadt fahren, doch die Preise für die wirklich leistungsfähigen und langlebigen eBikes ließen ihn davor zurückschrecken.

Warum nicht mein eigenes eBike bauen, dachte er. Und machte sich gleich ans Werk. Er kaufte ein „normales“ Fahrrad, das mit Muskelkraft betrieben wurde, und stattete es kurzerhand mit einem Elektromotor aus.

Gar nicht so schwer, dachte Micah. Und das Ergebnis der Arbeit kann sich auch sehen lassen: ein Unikat, das es in dieser Form nirgends zu kaufen gibt, zu einem vernünftigen Preis.

zunächst gründete Micah Toll 2011 als Student an der Universität Pittsburgh sein Unternehmen „Pulse Motors„. Überzeugt, dass die Elektro-Fahrräder das Boom-Produkt der nächsten Zukunft sein werden. Sein Produkt „PEVo“ entstand in zweijähriger Entwicklungsarbeit in Zusammenarbeit mit zwei Freunden, Thorin Tobiassen und Max Pless.

Das PEVo kostet etwa ein Dreißigstel der Energie eines Toyota Prius. Das Fahrrad kann an jeder (amerikanischen) Steckdose aufgeladen werden und fährt bis zu 45 Meilen weit mit 30 Kilometern pro Stunde.
Der große Starterfolg weckte Ideen für eine Expansion.

Micah Toll übersiedelte nach Israel – wegen des dort gut ausgebauten Netzes von Ladestationen und weil eBikes in Israel kulturell angenommen werden, wie er sagt. Er stieß tatsächlich auf enorme Nachfrage nach eBikes – und auf großes Interesse von Hobbybastlern und Heimwerkern, die eigene Nachfrage wenn möglich selbst zu stillen. Wo immer Leute an der Haltestelle warten oder im Stau stehen, wünschen sie sich ein einfaches alternatives Fortbewegungsmittel. Und da hatte er die Idee: Warum nicht, statt selbst eBikes für alle zu bauen, allen die Chance geben, ihr eigenes eBike zu basteln?

Das DIY eBike Buch mit dem Titel „Ultimate DIY eBike Guide“ finanzierte Micah Toll über Kickstarter und holte mit 5.500 Dollar fast sechs Mal so viel Geld herein wie benötigt. In dem Werk beschreibt er, wie es funktioniert: wie jeder sein normales Stadtrad zu einem eBike umwandeln kann.

  • Wie man es plant,
  • wie man die richtigen Bauteile auswählt,
  • ob man Einzelteile oder fertige Komponenten kaufen soll,
  • wie man – Schritt für Schritt – den Elektromotor installiert,
  • wie man die Kontakte verbindet und
  • wie man das fertige eBike wartet.

„Was ich am meisten an elektrischen Fahrrädern lieber“, erklärt Micah Toll auf seiner Kickstarter Seite, „ist, dass es letzlich immer noch ein Fahrrad ist. Ich kann in die Pedale treten und losfahren, wann immer ich möchte, und wenn ich müde bin oder mit 20 Meilen pro Stunde auf einen Hügel fahren möchte, kann ich einfach den Antrieb einschalten und lossausen.“

Kaufen kann man das Buch natürlich auch jetzt noch: über diese Website. Allerdings ist das Buch aktuell nur in englischer Sprache erhältlich. Aber wer weiß: vielleicht kommt ja als Nächstes eine Übersetzung und eine Version für europäische Netztechnologie.

Quelle: Wired Autopia

1 Kommentar

  1. Als es noch keine Motore für E-Bikes gab, das war in den 70ern, baute ich einen solchen selbst, der das Vorderrad über eine Radkette antrieb, es waren Teile einer Handkreissäge, welche ich für diesen Motor verwendet hatte und dazu die Statormagnete aus einem LKW-Scheibenwischer dafür vorsah. Damals gab es leider noch keine geeigneten Akkumulatoren für diesen Zweck und so musste ich den Antrieb über ein Kabel vom Netz her bertreiben und ein Betrieb auf der Straße so nicht in Frage kam. Dieses Rad habe ich auch heute noch im Keller stehn.
    Meine Idee war es einen langsamlaufenden Nabenmotor mit vielen Magnetpolen zu bauen, welcher am Stator, also innen, die Spulen trägt und über Halbleiter angesteurt wird. Das war mir damals allerdings nicht verwirklichbar und ich erzählte davon Walter Toriser, welcher als Assistent auf der Uni dazu die Möglichkeit hatte. Tatsächlich konnte Walter Toriser diesen vielpoligen Permanentmagnetmotor in einigen Exemplaren in die Tat umsetzen und so waren damals auch diese Motore zum Einsatz gekommen.
    Die Handarbeit machte diesen Motor und den dazu importierten Akku teuer und es unterblieb eine Serienfertigung, was die findigen Chinesen sich dieses Produktes anzunehmen bewegte, was heute an die über 1Milliarde dieser Motore in der ganzen Welt das E-Bike Fahren ermöglicht.

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