Das eigene Land neu kennenlernen, durch Camping nah an der Natur leben, und dabei auch noch regionale Betriebe stärken.

Das Projekt „Schau auf‘s Land“ vereint all das und mehr. Auf dieser Plattform findest du nachhaltige Bauernhöfe und andere Lebensmittelproduzenten, wo du als Mitglied gratis je eine Nacht verbringen kannst. Dabei lernst du den Betrieb ein bisschen kennen und was dahinter steckt, kannst die regionalen Köstlichkeiten genießen, und zusätzlich Österreich auf eine ganz neue Art kennenlernen.

Die Idee und Vision

Die Liebe zu Camper-Van Reisen, das Umweltbewusstsein, und der Wunsch, einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten hat die Initiatoren Leon, Katrin und Christian zusammengebracht. Ihre Vision ist es, die nachhaltige Landwirtschaft zu stärken, ein stärkeres Bewusstsein für die Produktion unserer Lebensmittel und wo sie herkommen zu schaffen, und ganz nebenbei noch Österreich nachhaltig neu zu erleben. Dadurch bekommen die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, entweder die nachhaltigen Betriebe ihrer Umgebung ein bisschen besser kennenzulernen, oder aber im Urlaub die Schönheit von Österreich aus einem nochmal ganz anderen Blickwinkel zu betrachten.

Aus dem Zelt schauen, und Landschaft genießen. Das ist ein praktischer Aspekt von „Schau auf’s Land“. – Photocredit: pixabay.com/Maria1968

Wie funktioniert‘s?

Einmalig zahlt man als Nutzer einen Mitgliedsbeitrag, und hat dann ein Jahr lang Zugriff auf die Sammlung all derjenigen nachhaltigen landwirtschaftlichen Betrieben, bei denen du eine Nacht gratis mit Zelt, Wohnwagen oder Campingbus übernachten darfst. Parallel dazu hast du die Möglichkeit, den Hof kennenlernen und sehen, wie es dort abläuft. Und kannst natürlich all die regionalen Erzeugnisse entdecken. Alles was du dort konsumieren kannst geht direkt an den Erzeuger.

Wer profitiert?

Im Idealfall ist es eine Win-Win-Win Situation. Der Mitgliedsbeitrag der Betreiber ist notwendig, um die Plattform am Laufen zu halten, und gering genug, dass es sich im Grunde bei der ersten oder spätestens zweiten Übernachtung schon lohnt. Die bäuerlichen Betriebe bekommen die Möglichkeit, ohne viel Aufwand ihre Erzeugnisse oder auch sonstigen Dienstleistungen wie etwa Kräuterwanderungen oder ähnliches anzubieten.

Die Produkte direkt dort genießen, wo sie produziert wurden ist eine ganz besondere Form des Genusses. – Photocredit: pixabay.com/Photowill

Und wir Reisende bekommen eine günstige Übernachtungsmöglichkeit, und die Chance, ganz neue Erfahrungen zu machen, einen direkteren Bezug zu unseren Lebensmitteln zu bekommen, und neue Sichtweisen auf Landwirtschaft oder auch generell die besuchte Gegend zu sammeln.

Mitmachen

Grundsätzlich sind wir mit der Zahlung des Mitgliedsbeitrages über den Onlineshop sofort mit dabei. Dies soll aber auch keine billige Alternative zum Campingplatz darstellen. Daher ist es wichtig, dass wir die Regeln der jeweiligen Bauernhöfe beachten, und auch deren Angebote je nach Bedarf beanspruchen. Die Höfe haben ja doch auch einen organisatorischen Aufwand, den Platz zur Verfügung zu stellen. Dafür dürfen wir uns in Dankbarkeit üben.

Am Bauernhof hat man als Nachbarn die Natur, anstatt umgeben zu sein von vielen anderen Reisenden. – Photocredit: pixabay.com/Skitterphoto

Die Plätze

Bereits mehr als 150 nachhaltige Bauernhöfe sind im System registriert, und fast alle Bundesländer sind vertreten. Tirol bildet einen weißen Fleck auf der Landkarte, da es dort nicht erlaubt ist, außerhalb von Campingplätzen zu campieren, wenn der Betrieb keine von der Gemeinde vergebene Ausnahmegenehmigung erhält.

Das Burgenland ist noch recht schwach vertreten mit nur einem Betrieb, und auch die Landeshauptstadt bietet mangels geringer Landwirtschaft (noch?) keine Möglichkeit.

Auch Imkereien, Weingüter und Brauereien sind in der Liste der Betriebe, die man besuchen kann. – Photocredit: pixabay.com/Pexels

Fazit

Ich hatte schon in Frankreich und anderen Ländern von dieser Möglichkeit gehört, nachhaltige Landwirtschaften kennenzulernen und günstig zu übernachten. Darum freut es mich umso mehr, dass dies nun auch in Österreich möglich ist. Es ist ein klein wirkender Beitrag, der sehr viel in der Tiefe für viele von uns verändern kann. Wir lernen und merken uns viel mehr über Erfahrungen. Und wenn wir wieder mehr Bezug dazu und Erfahrung damit haben, wo unsere Lebensmittel herkommen, und welche Herausforderungen damit verbunden sind, können wir sie viel mehr wertschätzen.