Eine gute Dämmung ist wichtig, um Energie zu sparen. Aber welches Dämmmaterial ist das richtige? Und was wäre, wenn es programmierbar wäre? Fotocredit: © Alina Kuptsova/Pixabay
Eine gute Dämmung ist wichtig, um Energie zu sparen. Aber welches Dämmmaterial ist das richtige? Und was wäre, wenn es programmierbar wäre? Fotocredit: © Alina Kuptsova/Pixabay
Durchschnittlich 80 Prozent unserer Zeit verbringen wir in den Industrieländern in geschlossenen Räumen. Auf Heizung und Kühlung der selben verfallen demnach große Teile unseres Energieverbrauchs. Um hier zu sparen, ist eine professionelle Dämmung unerlässlich. Forscher sind gerade dabei, hierfür einen programmierbaren Dämmstoff zu entwickeln.

Dieses Jahr beginnt mit einem Winter, in dem wir endlich wieder einmal Verwendung für unsere Hauben, Schals und für die dicken Handschuhe haben. Es ist streckenweise nämlich wirklich bitterkalt. Sinken die Temperaturen draußen, steigt drinnen das Bedürfnis nach Wärme. Wir heizen mehr. Und das ist energietechnisch von zentraler Bedeutung: Denn wusstest du beispielsweise, dass etwa 70 Prozent unseres gesamten privaten Energieverbrauchs für das Bereitstellen von Raumwärme in unseren eigenen vier Wänden aufgewendet werden? 

Vor- und Nachteile von unterschiedlichem Dämmmaterial 

Das ist ganz schön viel und umso deutlicher wird bei solchen Zahlen, wie wichtig eine gute Dämmung ist. Sie ist nämlich mit dafür verantwortlich, dass es im Winter drinnen länger warm bleibt und im Sommer die Hitze weniger schnell in die Räume kriechen kann. Professionelle Fassadendämmung beispielsweise schont sowohl Umwelt als auch Geldbörsel. Denn man sagt, dass bei ungedämmten Fassaden bis zu 35 Prozent der Heizenergie über die Wände außen verloren gehen. Was allerdings das beste Dämmmaterial ist, darüber scheiden sich die Geister der Bauherren und Baudamen. Denn es stehen unterschiedlichste Materialien zur Wärmedämmung von Außenwänden, Keller und Dach zur Verfügung: Baumwolle, Flachs, Glas- oder Holzwolle, Kork, Kokosfasern oder Mineralschaumplatten, um nur einige Beispiele zu nennen. Sie haben unterschiedliche Vor- und Nachteile (mehr dazu hier), die letztlich alle, die ein Haus bauen, selbst für sich abwägen müssen. 

Die Dämmstoffe mit programmierbarem Materialverhalten werden auf Basis solcher Formgedächtnispolymer-Schäume entwickelt. © Fraunhofer IAP
Die Dämmstoffe mit programmierbarem Materialverhalten werden auf Basis solcher Formgedächtnispolymer-Schäume entwickelt. © Fraunhofer IAP

High-Tech-Dämmmaterial mit programmierbaren Eigenschaftsprofilen

Neues im Bereich der Dämmmaterialien kommt dabei derzeit übrigens aus Deutschland. Genauer gesagt aus den Fraunhofer-Instituten für Angewandte Polymerforschung IAP, für Chemische Technologie ICT und für Bauphysik IBP. Dort wird aktuell nämlich an High-Tech-Schäumen geforscht, die über programmierbare Eigenschaftsprofile verfügten und damit in Zukunft Anwendung im Bauwesen finden sollen. „Wir entwickeln autarke Dämmstoffsysteme mit einer schaltbaren Luftdurchlässigkeit. Je nach Temperatur verändert das Dämmmaterial dabei die Form, z. B. den Durchmesser der Strömungskanäle und damit auch den Wärmedurchgang. Bei niedrigen Temperaturen sind die Strömungskanäle beispielsweise geschlossen und weisen einen Isolationseffekt auf“, erklärt der Leiter der Arbeitsgruppe Formgedächtnispolymere am Fraunhofer IAP Dr. Thorsten Pretsch.

„Beim Erwärmen öffnen sich die Kanäle und werden besser mit Luft durchströmt. Das ist vor allem für Anwendungen interessant, bei denen Außentemperaturen stark wechseln.“ Wir bleiben gespannt, was die weitere Forschung zum Thema zeigen wird und was die Welt der Technologie Punkto Dämmmaterial in Zukunft für uns bereit hält. 

Quellen: iap.fraunhofer.de, hurra-wir-bauen.de, wohnnet.at / Fotocredits: © Alina Kuptsova/Pixabay, © Fraunhofer IAP


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