Durch den Lockdown ist die Erde leider nicht gerettet – aber die Pandemie könnte neues Bewusstsein schaffen. Foto: © Chris LeBoutillier/Pixabay
Durch den Lockdown ist die Erde leider nicht gerettet – aber die Pandemie könnte neues Bewusstsein schaffen. Foto: © Chris LeBoutillier/Pixabay
Man könnte meinen, dass 2020 aufgrund der weltweiten Lockdowns ein besonders gutes Jahr für die Umwelt gewesen ist. Das Treibhausgas-Bulletin der WMO zeigt allerdings: Es gibt noch viel zu tun, denn die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre steigt weiter.

Der aktuelle Lockdown ist für viele von uns schon ein bisschen zur Gewohnheitssache geworden. Die Aufregung des ersten Lockdowns im März 2020 ist verflogen, an vieles haben wir uns gewöhnt. Manche von uns konsumieren weniger, fahren weniger mit dem Auto, weil wir im Homeoffice sitzen, und überhaupt hat sich im vergangenen Jahr gefühlt ein umfassenderes Umweltverständnis in der Bevölkerung ausgebreitet. Da könnte man meinen, dass Covid-19 zumindest für die Umwelt sein Gutes hat. 

Lockdown Auswirkungen auf das CO2 in der Atmosphäre 

Aber ganz so ist es leider nicht, wie das Treibhausgas-Bulletin der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zeigt. Die CO2-Konzentrationen in der Erdatmosphäre hat 2019 einen rekordverdächtigen Anstieg erlebt. Ein Anstieg, der durch menschliches Zutun, wie die Verbrennung fossiler Brennstoffe, industrielle Aktivitäten und die Abholzung von Wäldern, angetrieben wird. „Das letzte Mal, dass die Erde eine vergleichbare CO2-Konzentration erlebte, war vor 3 bis 5 Millionen Jahren, als die Temperatur 2 bis 3°C wärmer war und der Meeresspiegel 10 bis 20 Meter höher lag als heute. Aber da gab es noch keine 7,7 Milliarden Menschen“, erklärt der Generalsekretär der WMO, Professor Petteri Taalas und er spricht damit einen Rekordwert aus dem Frühjahr des vergangenen Jahres an: Im Mai wurde der höchste monatliche Messwert des atmosphärischen CO2, der jemals aufgezeichnet wurde, mit einer saisonalen Spitze von 417,1 ppm gemessen.

Pandemie nicht die Umweltlösung, aber ein Anstoß

Doch es ist nicht so, dass die Einschränkungen der industriellen Tätigkeiten, die am Beginn der weltweiten Lockdowns am intensivsten waren, gar keine Auswirkungen gehabt hätten. Anfang 2020 gingen die täglichen CO2-Emissionen nämlich weltweit tatsächlich um bis zu 17 Prozent zurück. Doch der punktuelle Rückgang der globalen Emissionen alleine wird das Problem der langfristigen CO2-Konzentration in der Atmosphäre alleine nicht lösen können. Mit anderen Worten: „Der Lockdown-bedingte Rückgang der Emissionen ist nur ein winziger Bereich auf einer langfristigen Kurve. Was wir brauchen, ist eine anhaltende Abflachung der Kurve“, so WMO-Chef Taalas. Hat die Covid-19-Pandemie also in Punkto Umweltschutz gar nichts gebracht? So könne man das auch nicht sehen, denn laut Taalas würde es durchaus Anlass geben, optimistisch zu bleiben: „Die Pandemie ist keine Lösung für den Klimawandel. Sie bietet uns jedoch eine Plattform für nachhaltigere und ehrgeizigere Klimaschutzmaßnahmen“, meint er. Während Covid-19 also zwar nicht die Klimakrise des Planeten lösen wird, gibt es dennoch Anlass zur Hoffnung, dass die Pandemie zumindest den politischen Entscheidungsträgern dieser Welt die Wichtigkeit von umfasenden Klimaschutzmaßnahmen deutlicher macht und sie damit vorantreibt. 

Quellen: iflscience.com, libary.wmo.int  Foto: © Chris LeBoutillier/Pixabay


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