Energie aus erneuerbaren Quellen erlebt in unserem Nachbarland gerade einen deutlichen Aufschwung.

Der deutsche Energiekonzern EnBW hat Mitte Juni ein Braunkohlekraftwerk vom Netz genommen. Dabei ging es nicht darum, dass man beschlossen hatte aktiv etwas für den Klimaschutz zu tun, sondern darum, dass das Kraftwerk im sächsischen Lippendorf einfach nicht mehr rentabel war. Insgesamt ist in Deutschland im ersten Halbjahr 2019 der Markt für Kohlestrom eingebrochen, während Gaskraftwerke ein überraschendes Comeback erlebten.

Immer mehr Strom wird aus erneuerbaren Quellen produziert, deshalb ist Lippendorf auch nicht das erste Kraftwerk, das in Deutschland wegen der erstarkenden Konkurrenz aus Wind- und Solarenergie seine Pforten schließen musste. Bisher waren es aber vor allem Gaskraftwerke oder Steinkohlekraftwerke. Energie aus Braunkohle gehörte immer zu den günstigsten Energieformen, sie war fast genau so günstig wie Atomenergie.

Sieht man sich an, welche Art von Anlagen in unserem Nachbarland in den letzten Monaten geschlossen wurden, scheint sich ein Trend abzuzeichnen: Wind- und Solarenergie verdrängen zunehmen Anlagen die Energie aus fossilen Quellen produzieren. Ob dieser Trend anhalten wird ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar, aktuelle Zahlen zeigen aber deutlich, dass der Anteil von Kohle am Energiemix stetig schrumpft. Nur 27 Prozent betrug ihr Anteil im ersten Halbjahr 2019, während Erneuerbare auf 41,9 Prozent kamen. Erstmals wurde somit mehr nachhaltige Energie als Kohle- und Kernkraft erzeugt. Dieser Verschiebung im Energiemix ist es klarerweise auch geschuldet, oder besser gesagt zu danken, dass die CO2 Emissionen der Energiewirtschaft im selben Zeitraum um 16,4 Prozent auf 112,7 Millionen Tonnen gesunken sind.

Allerdings erlebten auch Gaskraftwerke einen überraschenden Aufschwung, die Produktion aus diesen Anlagen stieg um 10,7 Prozent. Dies überrascht deshalb, weil das in den letzten Jahren die Anlagen waren, die am stärksten und schnellsten durch erneuerbare Energien verdrängt wurde. Einst galten sie als gute Ergänzung zu Wind- und Solarenergie, da sie vergleichsweise wenig Emissionen erzeugen und günstig betrieben werden konnten, doch dann stiegen die Gaspreise und einige Anlagen mussten heruntergefahren werden. Zur Zeit ist Gas aber relativ billig und Gaskraftanlagen sind somit deutlich günstiger und effizienter als Stein- und Braunkohlekraftwerke.


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