Wie lassen sich bestimmte Hobbies mit dem Minimalismus-Gedanken vereinen?

Viele Hobbies und Freizeitaktivitäten benötigen einiges an Ausrüstung. Ob es nun bestimmte Sportarten, Basteln oder das Spielen von Brettspielen ist. Welche Tipps und Tricks gibt es also, wodurch wir uns nicht einschränken müssen in der Ausübung unseres Hobbies, und dennoch Minimalismus leben können.

Wie bereits im Beitrag Minimalismus und Upcycling vereinbaren behandelt, bedeutet Minimalismus nicht, dass wir das Eine für das Andere aufgeben müssen. Es benötigt lediglich eine etwas kreative und offenere Herangehensweise an das Thema.

Worum geht es wirklich?

Auch bei Hobbies ist im Grunde eigentlich der erste Schritt, dass wir uns mal die Frage stellen, worum es uns bei der jeweiligen Beschäftigung wirklich geht. Ist es die Freude am tun, sind es die Leute, ist es der Ehrgeiz, sich voll hineinzuhängen und möglicherweise vielleicht sogar ein Profi in dem Bereich zu werden?

Zum Angeln braucht es meist nicht viel. Und manchmal gehen wir nur Angeln, um einen Grund zu haben, stundenlang im Boot oder am Wasser zu sitzen, und unsere Gedanken schweifen zu lassen. Das braucht gar keine Ausrüstung. – Photocredit: pixabay.com/K_Malik

Je nachdem, zu welcher Antwort wir kommen, können wir ganz gezielte Handlungen und Prioritäten setzen.

Nicht selbst besitzen

Die wohl offensichtlichste Lösung ist es, die gesamte Ausrüstung einfach nicht selbst zu besitzen. Bei einigen Dingen ist es nicht zwingend notwendig, dass wir die für das Hobby notwendige Ausrüstung vollständig selbst besitzen. Stattdessen können wir sie gezielt ausborgen, mieten oder gemeinschaftlich nutzen.

Auch wenn wir Brettspiele lieben, müssen wir nicht alle selbst besitzen. Neben dem Tauschen unter Freunden gibt es in Wien auch „Spiele-Cafés“, wo wir hingehen können und dort vorort eine riesige Auswahl an spielen haben. – Photocredit: pixabay.com/alsen

Lieben wir es etwa, zu lesen und verschlingen pro Woche mehrere Bücher, kann es Sinn machen, diese bei der Bibliothek oder bei Freunden auszuborgen, anstatt neue zu kaufen. Auch offene Bücherschränke eignen sich für richtige Leseratten.

Bei Schuhen oder anderen sehr persönlich angepassten Hilfsmitteln ist dies jedoch nicht so einfach möglich. Aber auch hier können wir einiges beachten.

Gute Qualität öffnet Türen

Auch beim Kauf der wenigen wesentlichen Dinge können wir noch viele Stellschrauben finden. Wenn wir etwa gute Schuhe oder Kleidung kaufen, die möglicherweise für mehrere unterschiedlichen Sportarten oder sogar gleichzeitig für den täglichen Gebrauch gut geeignet sind, können wir hier in der Anzahl der Dinge schon einsparen.

Wenn es unser Hobby ist, an Motorrädern oder Autos herumzuschrauben, gibt es auch da die Möglichkeit, eine Gemeinschaftswerkstätte zu nutzen. – Photocredit: pixabay.com/SplitShire

Zusätzlich schenkt uns qualitativ hochwertiges Equipment mehr Freude am Tun. Dadurch haben wir möglicherweise weniger das Bedürfnis, zwischen unterschiedlichen Hobbies oder Spezialgebieten zu wechseln, die alle wieder eine eigene Ausrüstung benötigen. Wir bleiben lieber bei dem einen, das uns wirklich Freude bereitet.

Minimalistische Hobbies

Basierend auf der Frage, worum es uns wirklich geht, können wir auch noch einen Schritt weiter gehen. Gibt es vielleicht auch andere Hobbies, die uns die gleiche Wirkung liefern, aber die mit weniger Dingen umsetzbar sind?

Wenn wir etwa immer gemeinsam mit den selben Freunden Skifahren waren, ist die Frage, ob es wirklich das Skifahren war, oder lediglich die Zeit mit Freunden, das draußen bewegen, und die atemberaubende Winterlandschaft? Dann könnte auch ein Urlaub mit Spaziergang und Schneeballschlacht eine interessante Alternative sein. Und sie ist zusätzlich noch weniger belastend für die Umwelt.

Wie viel Platz?

Ein hilfreicher Tipp kann auch sein, dass wir uns bereits vorher überlegen, wie viel Platz wir für Hobby-Ausrüstung nutzen wollen. Wenn dann dieser Bereich voll ist, können wir das zum Anlass nehmen, um auszumustern. Haben wir Dinge von Hobbies, die wir möglicherweise früher mal sehr aktiv verfolgt haben, aber jetzt ohnehin nicht mehr so häufig ausüben, und daher die Ausrüstung nicht mehr nutzen?

Fotografie kann zwar für den Spezialisten auch viel Equipment bedeuten, aber wenn wir uns auf den Kern besinnen, worum es uns geht, sind meist ein oder zwei Kameras oder Objektive absolut ausreichend. – Photocredit: pixabay.com/Free-Photos

Kreative Herangehensweise

Generell ist es hilfreich, eine offene und kreative Herangehensweise zu praktizieren, und nicht an alten Dingen zu sehr festzuhalten. Dies fällt wieder auf die Frage „Worum geht es wirklich?“ zurück. Wenn wir uns klar sind, wie wir uns fühlen wollen, kann der Weg dorthin sehr viel weiter geöffnet werden als lediglich die Frage, wie ich Equipment reduzieren kann.

Fazit

Wichtig ist bei dem Thema, dass wir uns nicht auf Basis des Minimalismus-Gedanken zu sehr einschränken. Gerade wenn es um unsere Hobbies geht, dann sind das Dinge, die uns wichtig sind, die uns Freude bereiten und uns erfüllen. Wenn es also Dinge gibt, die wir so gerne machen, und die nunmal auch mit reduzieren noch so einiges an Ausrüstung benötigen, so ist es wichtig, dass wir uns deshalb nicht schlecht fühlen.

Minimalismus bedeutet nicht, wie Bettelmönche keinen Besitz zu haben. Es geht viel mehr darum, sich immer wieder, auf allen möglichen Ebenen unseres Lebens die Frage zu stellen: Was brauche ich wirklich um glücklich zu sein?

Quellen und weiterführende Links

nourishingminimalism.com: minimalist hobbies
medium.com: 9 minimalist hobbies for everyday people
aconsideredlife.co.uk: minimalism, hobbies and collecting things