Am Genfer Autosalon stellt nanoFLOWCELL® ihren ersten Prototypen vor: die eSportlimousine QUANT. Ein Fahrzeug, konzipiert rund um ein neuartiges elektrisches Antriebssystem basierend auf der firmeneigenen flow-cell Technologie. Der Ruf des Entwicklers und Erfinders Nunzio La Vecchia, der hinter dem Auto steht, lässt an der Seriosität des Unterfangens aber zweifeln.

Die in Vaduz, Liechtenstein ansässige Firma nanoFLOWCELL® hat im Vorfeld zum diesjährigen Genfer Autosalon mit einer Ankündigung Staub aufgewirbelt. Verantwortlich dafür war der Ende Jänner veröffentlichte Teaser zu ihrer eSportlimousine QUANT, die als Prototyp einen “herkömmlichen” Elektro-Antriebsstrang mit einem eigens entwickelten Energiespeicher verbinden soll, der auf der firmeneigenen flow-cell Technologie basiert.

Bei heise news und beim Focus und bei mir klingelte da sofort die Redox-Flow-Zelle in den Ohren. Diese Technik ist die einzige, die es ermöglicht, die energiespeichernden Elektrolyte des Akkus außerhalb der eigentlichen Zelle in getrennten Tanks zu lagern. Damit können Energiemenge und Leistung unabhängig voneinander skaliert werden. Das Konzept ermöglicht es auch, die Tanks von außen zu befüllen und so den Akku “aufzuladen”. Ideal, um damit die Elektromobilität voran zu bringen. Man wäre wieder beim gewohnten Konzept der Tankstelle: statt Diesel oder Benzin wird der geladene Elektrolyt getankt.

Die bisher existierenden Redox-Flow-Systeme haben allerdings – verglichen mit Lithium-basierten Akkus – eine geringere Energiedichte: Sie liegt aktuell bei etwa 25% eines Lithium-Ionen Akkus. Das stellt das Hauptproblem in der Anwendung dar, besonders mit Blick auf den Energiebedarf eines Elektroautos.

So weit, so gut. Die Probleme mit der Seriosität der Präsentation beginnen bei genauerer Recherche zum technischen Leiter des Projekts, Herrn Nunzio La VecchiaDer talentierte Mr. La Vecchia, wie ihn die Basler Zeitung nennt – er ist Physiker, Musiker, Pilot und Autorennfahrer – hat 2009 als Partner von Koenigsegg schon ein Fahrzeugkonzept präsentiert, einen Solar-Sportwagen mit dem Namen NLV Quant, der durch seine einzigartige Photovoltaik-Beschichtung aufgefallen war. Die Technik dafür hat der Physik-Autodidakt mit gekauftem Doktortitel mit einem Team selbst entwickelt, auch die revolutionäre “Alpha-Solarzelle” mit einem Wirkungsgrad von bis zu 70%. Von alldem blieb, rückblickend, nichts als heiße Luft: Das Projekt ist schnell wieder in der Schublade verschwunden. Geblieben ist ein Verfahren wegen arglistiger Täuschung und Betrug (siehe oben verlinkte Artikel) einer reichen alten Dame. Ein Vorwurf, vom dem er zwar vom schweizer Bundesgericht freigesprochen wurde, aber zivilrechtlich von den Erben der inzwischen verstorbenen Dame weiter belangt wird.

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