Auf dem Energiemarkt tobt der Kampf der Konzerne gegen die vielen kleinen Anbieter von grünem Strom. Die EU soll helfen, schmutzigen Strom doch noch weiter erzeugen zu dürfen, mit dem…

Auf dem Energiemarkt tobt der Kampf der Konzerne gegen die vielen kleinen Anbieter von grünem Strom. Die EU soll helfen, schmutzigen Strom doch noch weiter erzeugen zu dürfen, mit dem Märchen, dass der überhand nehmende Ökostrom die Preise in die Höhe treibe. Die Politik lässt sich wieder einmal einspannen, um die Energiewende aufzuhalten, oder um die florierende Wirtschaft noch mehr zu subventionieren? http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gipfel-in-bruessel-eu-will-energie-erschwinglicher-machen-a-900849.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-05/eu-gipfel-energiepreise-steuern

http://taz.de/EU-plant-Wende-in-der-Klimapolitik-/!116614/

 

Trotz Stromschwemme sollen die Preise steigen

 

Von 2010 bis 2012 wurden in Deutschland von einst 17 Atomkraftwerken 8 vom Netz genommen. Es wurde nicht plötzlich dunkel, sondern im gleichen Zeitraum stieg der Stromexport von 59,9 Milliarden Kilowattstunden auf 66,6 Milliarden Kilowattstunden, also um 12% (Quelle: brand eins 05/2013 – das Wirtschaftsmagazin). An der Strombörse muss zeitweise Strom sogar verschenkt werden, weil einfach zu viel Wind- und Solarstrom im Netz sind. Trotzdem steigen im Inland die Preise, insbesondere bei den Normalverbrauchern. Stromfressende Betriebe zahlen ohnehin fast nichts für ihren Strom, schon gar keine „Ökostromabgabe“. Trotzdem klagen Konzerne über zu hohe Strompreise. Wer soll das glauben?

Der Verdacht liegt nahe, dass mal wieder „versteckte Subventionen“ erpresst werden sollen und die Stromkonzerne aus der Energiewende zumindest zeitweise aussteigen wollen. Der angeblich so billige Kohle- und natürlich der Atomstrom sollen noch länger genutzt werden dürfen. Zum Schaden der Steuerzahler – mal wieder also der Bürger – denn die Konzerne zahlen nach Möglichkeit ohnehin keine Steuern.

 

Lässt sich der Mittelstand immer noch für dumm verkaufen?

 

Jahrelang hatte die Planungsagentur/Energie in Schleswig Holstein Betrieben in Gewerbegebieten vorgerechnet, wie diese durch die eigene Erzeugung ihrer Energie ihre Kosten mindestens halbieren können. Dazu müssen sie allerdings Wärme und Strom erzeugen, aus erneuerbaren Energien und sich zusammenschließen. In vielen Modellrechnungen und Machbarkeitsstudien wurde vorgerechnet, wie ein Gewerbegebiet, auch im ländlichen Raum, als „Motor“ für die Energiewende wirken kann. Die Betriebe müssen sich zusammenschließen, am besten zu einer Genossenschaft. Sodann werden Wärme- und Strombedarf ermittelt. Beide sind oft recht hoch, besonders, wenn es Betriebe gibt, die besonders viel Wärme, zum Beispiel als Prozessdampf oder für Trocknungsanlagen benötigen. Für erforderliche Kühlprozesse können sowohl Strom, als auch Wärme genutzt werden, welche eben in Kälte umgewandelt wird. In einem zentralen Block-Heizkraftwerk werden dann Wärme und Strom erzeugt. Hierfür gibt es zahlreiche Technologien, die aus Reststoffen aller Art sehr kostengünstig Energie liefern können. Da sowohl die gesamte Wertschöpfungskette in der Hand der Betreiber liegt, als auch Wärme und Strom gleichzeitig erzeugt werden, liegen die Endkosten für diese Nutzenergien in der Regel höchstens bei 50% der gängigen Preise für Gas oder Öl und Strom, in den meisten Fällen bei lediglich einem Drittel. Werden dann noch Wohngebiete an das Wärmenetz angeschlossen, denen die Wärme auch zu dem günstigen Preis geliefert wird, subventioniert das den Strompreis, also die Erzeugerkosten für den Strom noch mehr.

 

Intelligente Großverbraucher haben es bereits begriffen

 

Die Hamburger Affinerie „Aurubis“ – die so viel Strom braucht, wie eine mittlere Kleinstadt –  erzeugt ihren Strom selbst, der Billigstrom im Netz war zu teuer. Sobald an das Blockheizkraftwerk auch noch die angrenzenden Wohnungen angeschlossen werden, oder das gerade wachsende Hafenviertel, kann Aurubis mit seiner eigenen Energieerzeugung sogar noch Geld verdienen. Und alles dann auch noch Klimaneutral.

Es gibt also keine ernsthaften Gründe, den ohnehin schon marginalen Strompreis für Großverbraucher noch weiter zu subventionieren. Konzerne, die wegen zu hoher Energiekosten wirtschaftliche Probleme anmelden, haben ein Managementproblem, sonst nichts. Dass die Bürger auch noch für die ökonomische Dummheit der überbezahlten Konzernlenker zahlen sollen, sollte spätestens bei der nächsten Wahl – im kommenden September – unterbunden werden. 

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