Das Gedankenkarussell dreht sich, die Ohren rauschen, der Nacken ist verspannt; Auf der Arbeit gibt es nichts als Stress, die Hausarbeit erledigt sich nicht von selbst und der Computer stürzt…

Das Gedankenkarussell dreht sich, die Ohren rauschen, der Nacken ist verspannt; Auf der Arbeit gibt es nichts als Stress, die Hausarbeit erledigt sich nicht von selbst und der Computer stürzt schon zum dritten Mal an einem Tag ab. Man braucht dringend eine Pause und flieht – in die Natur. Egal ob Wald, Feld oder Parkanlage, das Gefühl der Entspannung ist hier keine Einbildung, wie zahlreiche Studien belegen.

Umweltpsychologie

Der Zweig der Umweltpsychologie hat sich besonders in Amerika schon früh etabliert. Die Wissenschaftler gehen der Frage nach, ob die Natur mental entlastet, ob dies überhaupt messbar ist und welche zusätzlichen Faktoren eine Rolle spielen. Zentrale Vertreter dieser Forschungsrichtung sind beispielsweise Rachel und Stephan Kaplan von der Universität Michigan, oder Roger Ulrich, Professor in Texas.

Die Kaplans haben unter anderem die „Attention Restoration Theory“ aufgestellt. Diese besagt, dass es uns sehr viel Energie kostet, unsere Aufmerksamkeit nur auf bestimmte Reize zu richten bei gleichzeitiger Ausblendung anderer Ablenkungen. So sei es kein Wunder, dass man in der modernen, reizüberfluteten Welt schnell erschöpft sei. In der Natur werde die Aufmerksamkeit auf mühelose Weise beansprucht. Summende Bienen und vorbeiziehende Wolken zu beobachten koste keine Anstrengung. Energie könne wieder aufgebaut werden. (1)

Stressabbau und Konzentrationssteigerung im Grünen

Zahlreiche Studien zeigen die positiven Effekte der Natur auf Psyche und Körper. Bereits eine Zimmerpflanze neben dem Computer kann Wohlbefinden und Arbeitseffektivität steigern. (2) Während der Blutdruck während eines Stadtspaziergangs steigt, sinkt er bei einer Wanderung durch den Wald. Bei Ausdauerläufern wurde nach gleicher Strecke in der Natur ein erhöhter Noradrenalin-Spiegel nachgewiesen, der sich stimmungshebend auswirkt, wohingegen die Probanden auf dem Laufband einen erhöhten Kortisol-Spiegel hatten, der zu Ermüdung und Niedergeschlagenheit führt. (2)

Das Stresshormon Kortisol wird bei der Aussicht auf Vegetation abgebaut, egal ob bei der Arbeit oder im Straßenverkehr. Angespanntheit und Furchtgefühle, Ärger und Aggression lassen nach. (2) Man wies auch nach, dass sich die Konzentrationsfähigkeit bei einem Waldspaziergang verbessert im Gegensatz zu den Effekten eines Stadtspazierganges. Mehrere Wissenschaftler beobachteten sogar einen Anstieg von Traurigkeit im Zusammenhang mit städtischen Szenen. Vor allem werden natürliche Lebensräume als Ort der Reflexion wichtiger Lebensfragen hoch bewertet, was bei Sport- und Unterhaltungsstätten nicht der Fall ist. Alles in allem ist die Natur für unsere Gesundheit unverzichtbar. So sollten wir auch mehr auf die Gesundheit der Natur achten.

Quellen:

(1) http://www.psychologie-heute.de/news/gesundheit-psyche/detailansicht/news/zurueck_zur_natur/

(2) http://www.wanderforschung.de/files/gruentutgut1258032289.pdf

 

Bildnachweis: © Martina Liel

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