Erntezeit im Naturgarten, Fotocredit: Ulrike Göbl
Erntezeit im Naturgarten, Fotocredit: Ulrike Göbl
Ernte und Genuss – das sind die beiden Worte für den Sommer im Naturgarten! Um lange etwas davon zu haben gibt es einige Tipps.

Im Sommer wird der Garten so richtig genossen! Warme Abende laden dazu sein, den Tag gemütlich im Garten ausklingen zu lassen und zarte Blütendüfte lassen den Alltag schnell vergessen. Damit du den Garten im Sommer genießen kannst verrate ich dir heute meine wichtigsten Tipps. Denn ein paar Arbeiten sind auch im Sommer zu erledigen.

Der Nutzgarten im Sommer

Im Sommer ist die Haupterntezeit im Gemüsegarten, wodurch oft Lücken im Gemüsebett entstehen. Einige Sorten Freilandgemüse können noch bis Mitte/Ende August gesät werden, damit auch im Herbst vitaminreiches Gemüse aus dem Garten bezogen werden kann. Rote Bete eignet sich sehr gut als Nachkultur. Am besten säst du zuerst eine 2-3cm dicke Kompostschicht und darauf die Samen in Reihen im Abstand von 20cm. Auch Chinakohl, Feldsalat, Petersilie, Mairübchen, Wirsing und Kohlrabi sind geeignet. Wichtig bei der Nachsaat ist auf eine gute Bewässerung zu achten, da die meisten Samen immer feucht gehalten werden sollen.

Der Sommer ist auch Erdbeerzeit im Garten. Klassisch werden Erdbeeren im Sommer von Juli bis September gepflanzt und im nächsten Jahr geerntet. Es gibt aber mittlerweile auch schon viele vorgezogene Pflanzen, die im Frühjahr gepflanzt werden können. Die Pflanzen bilden im Sommer auch Ausläufer, die am besten ins frische Erdbeerbeet umgepflanzt werden, um im nächsten Sommer maximalen Ertrag zu bringen.

Sommer im Ziergarten

Wir haben eher einen Nutzgarten als einen Ziergarten, aber ein paar Zierpflanzen als Hingucker gibt es doch. Zu keiner Jahreszeit blühen so viele bunten Blumen wie im Sommer. An jeder Ecke leuchtet es: rote Rosen, leuchtend orange Ringelblumen, blaue Kornblumen… doch jede Blüte hat leider auch ein Ende. Verwelkte Blüten sehen nicht nur unschön aus, sie verhindern auch ein erneutes Aufblühen der Sommerblumen. Daher solltest du welke Blüten regelmäßig entfernen, dann wirst du in der Regel mit einer zweiten Blütenpracht belohnt. Außerdem können im Sommer Samen gesammelt werden, um im nächsten Jahr die schönen Blumen erneut anzupflanzen.

Wasser im Garten

Wasser erdet und entspannt mich immer. Dazu muss ich gar nicht physisch darin sein, es reicht oft schon, es anzuschauen! Ein Teich kann also im Sommer schnell zum Lieblingsplatz im Garten mutieren. Sinkt der Wasserstand, sollte Wasser nachgefüllt werden, idealerweise aus einer großen Regentonne im Garten. Damit kein Schlamm aufgewirbelt wird gibt es einen einfachen Trick: einen Eimer auf den Teichboden stellen, in den das Schlauchende mündet. Seerosen fühlen sich übrigens so richtig wohl, wenn der Wasserstand im Sommer nicht zu stark schwankt. Algen und welke Blätter sollten regelmäßig abgefischt werden, damit der Teich nicht trübe wird (das liegt übrigens daran, dass der Nährstoffgehalt im Wasser steigt!)

Apropos Wasser: im Sommer ist besonders das Gießen wichtig. Kübelpflanzen brauchen im Sommer mehr Wasser als sonst, der Erdballen soll ganz durchfeuchtet sein. Aber Achtung vor Staunässe, diese mögen die wenigsten Pflanzen. Manche Pflanzen haben jedoch auch spezielle Wünsche, wie zum Beispiel der Oleander: er möchte an sehr heißen Tagen am liebsten stehendes Wasser im Übertopf. Rasen sollte nicht zu nass werden, da ein ständig feuchter Boden Schnecken anzieht und ein Nährboden für Pilze und Moose ist. Ein paar Grundregeln fürs Gießen:

  • Die beste Zeit zu gießen ist Morgens. Dann ist es noch kühl und das Wasser kann problemlos in die Erde dringen. Gießt du in der prallen Sonne verdunstet das Wasser zu schnell oder die Blätter verbrennen.
  • Aus diesem Grund das Wasser auch nie auf die Blätter gießen sondern direkt in den Wurzelbereich.
  • Damit auch kleinere Wurzeln befeuchtet werden hilft es, die Erde ab und zu aufzulockern.
Erntezeit im Naturgarten, Fotocredit: Ulrike Göbl
Erntezeit im Naturgarten, Fotocredit: Ulrike Göbl

Düngen und Schneiden

Der Sommer ist die ideale Zeit zum Düngen, denn gerade dann sind die Nährstoffe in der Erde wichtig für das Wachstum der Pflanzen. Außerdem wird dadurch das Moos- und Kleewachstum verringert und die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Frost im Winter wird gesteigert. Im Naturgarten eignet sich natürlich besonders gut Kompost vom eigenen Komposthaufen oder natürliche Düngemittel aus dem Fachgeschäft. 

Garten-Profis raten auch zum Rückschnitt von Bäumen, Sträuchern und Hecken. Vor allem bei Sträuchern ist der Sommer eine gute Zeit, da sie dann vor dem Winter nochmal austreiben.

Vermeintliches Unkraut kann man übrigens gut für sich arbeiten lassen: bei heißem Wetter gejätet und auf dem Beet belassen, bilden die getrockneten Kräuter eine natürliche Mulchschicht. Diese schützt den Boden vor dem Austrocknen und man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe.

Natürliche Schädlingsbekämpfung

Im Sommer sind besonders viele Schädlinge im Garten unterwegs. Pflanzen sollten daher regelmäßig auf Schädlingsbefall untersucht werden. Zur natürlichen Schädlingsbekämpfung gibt es viele Tipps: gegen Schnecken hilft beispielsweise Kaffeepulver, gegen Blattläuse sind Marienkäfer wirkungsvoll. Natürlich gibt es auch umweltvertägliche Mittel im Gartenfachgeschäft.

Mit diesen Tipps bleibt deine kleine Oase lange grün und du kannst dich bis weit in den Herbst hinein daran erfreuen!

Quellen:
BLV Verlag, Marie-Luise Kreuter, „Der Biogarten“
Living at home, Thomas Heß, „Garten im Sommer
Bonava, “Gartentipps für den Sommer

 

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