„Von den Menschen gibt es immer nur das, was Medien speichern und wiedergeben können“, so der deutsche Literaturwissenschafter und Medientheoretiker Friedrich Kittler. Die Speicherung und Sammlung von Informationen ist eine…

„Von den Menschen gibt es immer nur das, was Medien speichern und wiedergeben können“, so der deutsche Literaturwissenschafter und Medientheoretiker Friedrich Kittler. Die Speicherung und Sammlung von Informationen ist eine Grundbedingung des menschlichen Daseins.

Während das Festhalten schriftlicher Gedanken eine lange Geschichte aufweist, ist die Wiedergabe von Ton ein relativ neues Phänomen.

Spuren von Tonaufzeichnungen sind im 18. Jahrhundert bei den Märchen vom Baron Münchhausen und dessen festgefrorenem Posthorn zu finden, auch in der Geschichte über Cyrano der Bergerac im 17. Jahrhundert wird über Menschen berichtet, die sprechende Bücher besitzen würden.

Ein intensives Forschungsinteresse hinsichtlich der Tonaufzeichnung setzte im beginnenden 19. Jahrhundert ein. „Mein Apparat ermöglicht Anzahl und Stärke von Schwingungen einer Stimmgabel zu messen, indem diese, mit einer Nadel versehen, eine gewellte Kurve auf einen Zylinder schreibt.“ So beschrieb der britische Augenarzt und Physiker Thomas Young im Jahr 1807 seine Erfindung zur Sichtbarmachung von Schallschwingungen.

Das gleiche Prinzip weist das Gerät auf, das der Franzose Édouard-Léon Scott de Martinville im Jahr 1857 patentieren ließ. Er nutzte einen beweglichen Trichter mit einer Membran an einem Ende und einem Aufzeichnungsstift am anderen Ende. Die Schallschwingungen wurden so durch den Glaszylinder auf den Stift übertragen und der Amplituden-Verlauf auf Papier gezeichnet. Eine Wiedergabe der aufgezeichneten Schwingungen war mit dem so genannten „Phon-Autographen“ allerdings nicht möglich.

Es sollte bis zum Jahr 1877 dauern, bis die erste konkrete Idee zur Wiedergabe aufgezeichneter Töne verzeichnet wird. Diese wird Charles Cros, einem Franzosen zugeschrieben, der die aufgezeichneten Töne in eine metallische Oberfläche zu fräßen plante. Mit einer Nadel und einer Membran ähnlich der des Phon-Autographen sollte das „Paléophon“ den Aufnahmeprozess invertieren und somit nachbilden. Der Realisierung dieses Projekts kam allerdings die Vorstellung des „Phonographen“ von Thomas A. Edison zuvor.

Die Methode des US-Amerikaners erlaubte eine direkte Wiedergabe des aufgezeichneten Tons, indem der Schall als wellenförmige Erhöhungen und Vertiefungen auf einer Stanniolfolie festgehalten wurden. Wurde die Walze wieder unter der Nadel mit der gleichen Geschwindigkeit durchgeführt, bewegte die aufgezeichnete Tonspur über die Nadel die Membran, und die Schwingungen wurden wieder hörbar. Kopien der Aufzeichnungen waren damals zwar nicht möglich, aber der Phonograph bildete die Grundlage zur Entwicklung heutiger Audiosysteme.

Hier ein Video dazu:

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