Wenn die Menschen das Geldsystem verstehen, haben wir morgen früh eine Revolution (Henry Ford).   Bis ins 19. Jahrhundert war Afrika ein Reservoir für Menschen, als Sklaven für die Neue…

Wenn die Menschen das Geldsystem verstehen, haben wir morgen früh eine Revolution (Henry Ford).

 

Bis ins 19. Jahrhundert war Afrika ein Reservoir für Menschen, als Sklaven für die Neue Welt – für Amerika. Mit Beginn der Industriealisierung begann aber der Wettlauf der europäischen Kolonialmächte auf den Kontinent, seine Rohstoffe und seine Menschen.

 

Afrika, ein Kontinent am Tropf der Industriestaaten

 

Der afrikanische Kontinent wurde erst mit Beginn der Industriealisierung zum Objekt der Begierde der so genannten zivilisierten Welt, die bis dahin hauptsächlich die Menschen als Sklaven, als kostenlose Arbeitskräfte für die Kolonien in der neuen Welt einsetzte. In einem beispiellosen Wettlauf steckten die Industriestaaten Europas ihre Claims auf dem bis dahin fast unerforschten Land ab, ohne Rücksicht auf gewachsene Strukturen und angestammte Lebensräume der zahllosen Stämme und Völker. An den grünen Tischen der Unterhändler wurden oft Grenzen mitten durch Stammesgebiete und Wanderungswege der Nomaden gezogen, denen nunmehr der Zugang zu den Weidegebieten ihres Viehs verwehrt war. Die gesamte gewachsene Struktur einer seit Jahrtausenden an alle Widrigkeiten der Natur angepassten Wirtschaft wurde mit einigen Strichen auf der Landkarte zerschlagen.

Nach einer fast einhundert jährigen Versklavung der Menschen auch auf ihrem eigenen Land und einer beispiellosen wirtschaftlichen Ausbeutung konnte die offizielle Kolonialherrschaft abgeschüttelt werden, es entstanden scheinbar unabhängige Staaten. Dass diese aber in den von den Europäern gezogenen Grenzen funktionieren sollten, war und ist eines der großen Probleme des Kontinents. Gleichzeitig blieb eine absolute Abhängigkeit von den Kolonialherren, nunmehr direkt von den Rohstoffhungrigen Konzernen bestehen. Die neuen Länder scheinen völlig handlungsunfähig.

 

Afrikas Menschen brauchen ihr Land zurück

 

Solange die Menschen in Afrika nicht einmal über ihr eigenes Land verfügen, die fruchtbarsten Ländereien ausländischen Konzernen gehören, die darauf nur Lebensmittel oder gar Blumen für den Export anbauen und zusätzlich der Kontinent von subventionierten Lebensmitteln aus den Industriestaaten überschwemmt wird, ist der Kontinent nicht lebensfähig. Die afrikanischen Bauern und Viehzüchter könnten die Menschen des Kontinents ohne weiteres ausreichend ernähren, doch brauchen sie dazu eine Chance, das Ende des Kolonialismus. Durch die skrupellosen Bedingungen der Weltbank, die Jean Ziegler seit Jahren massiv kritisiert, wird dem gesamten Kontinent verordnet, die Produkte der Industriestaaten abzunehmen und den Konzernen optimale Produktionsbedingungen im eigenen Land zu schaffen. Obwohl die gesamten ehemaligen Kolonialherren eigentlich in der Pflicht wären, an die Afrikaner riesige Entschädigungszahlungen für die Ausbeutung der letzten Jahrzehnte – eigentlich Jahrhunderte – zu leisten, spielen sie sich nach wie vor wie Kolonialherren auf, unter Missachtung der von ihnen selbst verfassten Charta der Menschenrechte. Zusätzlich lassen sie zu, dass die Finanzmafia mit dem Brot der Armen an der Börse spekuliert (https://www.energieleben.at/profit-auf-kosten-der-armsten)

 

Die Wiege der Menschheit erkennt ihr Potenzial

 

Die endlich in den arabischen Staaten Afrikas erfolgte Befreiung der Menschen von den Tyrannen, die bisher von den Industriestaaten gestützt wurden, könnte zur Folge haben, dass einige der mit den gestürzten Diktatoren geschlossene Verträge zum Wohle der Bürger gekündigt, ja für nichtig erklärt werden. Schon fürchten viele Energiekonzerne um ihre alten Öl- oder Gasförderrechte, Agrarkonzerne um riesige Ackerlandflächen, die sie bisher zu traumhaften Konditionen gepachtet oder gar erworben hatten. Das widersinnige „Wüstensolarprojekt“ – mit Strom für Europa – könnte neu überdacht werden.

So ganz nebenbei hat aber auch in Zentral- und Südafrika eine schleichende Revolution begonnen, entweder von den Menschen vor Ort oder von unabhängigen Hilfsgruppen initiiert. In kleinen, lokalen Projekten versorgen sich Dörfer mit Energie, zumal eine flächendeckende Versorgung in dem dünn besiedelten Kontinent ohnehin unsinnig ist. Kleinste Solaranlagen, selbst konstruierte Windgeneratoren oder gar BHKW`s die mit einem Teil der Ölernte der Jatropa-Pflanze betrieben werden, versorgen die Dörfer und die dort entstehenden Manufakturen mit Strom und Wärme oder Kälte. So können auch die lokalen Nahrungsmittel haltbar eingelagert werden, kann sogar in den Nächten aus der Luftfeuchtigkeit durch Kondensation Trinkwasser gewonnen oder Treibstoff für die Fahrzeuge erzeugt werden. Mit dem Dünger aus einfachsten Biogasanlagen oder wieder instandgesetzten alten Bewässerungssystemen wird die Humusschicht erneuert, werden somit Ackerflächen geschaffen ohne Regenwald abholzen zu müssen. Es entstehen so kleine regionale – bisher zum Glück völlig unbeachtete – Einheiten der Selbstversorgung.

 

Die ökologische, nachhaltige Revolution beginnt im Kleinen auch in Afrika

 

Genau wie in diesen kleinen, lokalen Projekten zur Abkoppelung von dem System der Mafia des Kapitals sollten auch in den Industrieländern Gemeinden, Dörfer, ja Städte sich aus dem Netz lösen und sich wieder selbst versorgen können. Einige Musterdörfer haben dies bereits erreicht, Städte wie Prenzlau decken bereits über ein Drittel ihres Haushalts aus so selbst verdientem Geld. Dem immer noch am Tropf des Kapitals hängenden Afrika könnte es gelingen, stillschweigend sich dem Einfluss des Westens zu entziehen. Sobald die Großkonzerne etwa 40% ihres Absatzmarktes verloren haben, werden sie implodieren. Im Bereich der Energie in Europa ist dieser Breakpoint bereits zur Hälfte erreicht, arbeiten die Großen bereits an Rückzugskonzepten. Geholfen hat natürlich der Schreck, den die Katastrophe in Japan verursacht hatte. Da diese der Öffentlichkeit nicht mehr verborgen werden konnte, musste sogar die konservativ-liberale deutsche Regierung ihr Konzept komplett über Bord werfen und sich plötzlich an die Seite der Opposition stellen.

Es sind also doch die Menschen, die Bürger, die eigentlich der Staat sind, die es in der Hand haben, den längst führerlosen Zug anzuhalten. Spätestens seit der „Eurokrise“ erkennen sie auch, mit welch perfidem System das Geldsystem seit Jahrzehnten arbeitet. Die nun nicht mehr aufzuhaltende Revolution könnte einige Systeme gehörig verändern, die eigentliche Revolution aber ist im Kleinen schon seit langem unterwegs.

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