Dieser Artikel wurde am 18. Juni 2012 veröffentlicht und ist möglicherweise nicht mehr aktuell!Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Meteorologie haben nun eine Studie vorgelegt, die den Zusammenhang zwischen dem Abschmelzen des…
Dieser Artikel wurde am 18. Juni 2012 veröffentlicht
und ist möglicherweise nicht mehr aktuell!

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Meteorologie haben nun eine Studie vorgelegt, die den Zusammenhang zwischen dem Abschmelzen des Meereise in der Arktis und der erhöhten Treibhausgaskonzentration herausstellt. Für das Eis der Antarktis konnte ein solcher Zusammenhang nicht gefunden werden.

Treibhausgas lässt Meereis der Arktis schmilzen

Die Forscher zogen einen historischen Datensatz heran, der die natürlichen Schwankungen des Arktischen Meereise von den 50er bis zu den 70er Jahren beschrieb. Diesen verglichen sie mit den Entwicklungen der letzten 30 Jahre und stellten fest, dass der aktuelle Rückgang des Eises nicht durch natürliche Schwankungen erklärt werden könne. Außerdem habe sich gezeigt, dass sich der Rückgang des Eises nicht selbst vertärke. Der alte Datensatz zeige nach einem verstärkten Rückgang jeweils einen Ausgleich im Folgejahr.

Nun machten sich die Forscher auf die Suche nach einem äußeren Antrieb des Rückganges. Die Stärke der Sonnenstrahlung konnte es nicht sein, denn diese hat in den letzten Jahrzehnten sogar leicht abgenommen. Windmuster, Vulkanausbrüche, kosmische Strahlung oder ozeanische Wärmeströmungen wurden im Laufe der Untersuchung ebenso ausgeschlossen, bis am Ende als Verantwortlicher nur noch die Treibhausgaskonzentration übrig blieb.

Treibhausgas hat keinen direkten Einfluss auf Antarktis

Anders sieht es in der Antarktis aus. Hier wurde sogar eine leichte Ausdehnung des Meereises beobachtet. Den Hauptgrund für die unterschiedlichen Entwicklungen sehen die Wissenschaftler in der jeweiligen Landverteilung der Pole. Das Arktische Eis ist von Landmassen umschlossen und ist mit den dortigen Entwicklungen von Schmelzen und Gefrieren im Zusammenhang mit den jeweiligen Wärmeströmungen verbunden. Das Eis in der Antarktis treibt hingegen frei im Ozean und hängt überwiegend von den dortigen Winden ab. Der Anstieg der Treibhausgaskonzentration zeigt hier keinen starken, direkten Einfluss.


Originalveröffentlichung: Notz, D. and J. Marotzke (2012), Observational record reveals external driver for Arctic sea-ice retreat, Geophys. Res. Lett., VOL. 39, L08502, 6 PP., 2012, doi:10.1029/2012GL051094.

Siehe auch: Max-Planck-Institut für Meteorologie: Rückgang von Meereis in der Arktis ist kein Zufall. 02.05.2012.

Bildnachweis: ©  Norbert Weiß / Pixelio.de