Fleisch oder Gemüse, ist eine absolut unsinnige Frage, sobald dies zu einer Ideologie erklärt wird. Es geht auch nicht darum, was denn nun für den Menschen gesünder sei, sondern in…

Fleisch oder Gemüse, ist eine absolut unsinnige Frage, sobald dies zu einer Ideologie erklärt wird. Es geht auch nicht darum, was denn nun für den Menschen gesünder sei, sondern in Wahrheit um die industrielle Herstellung von Lebensmitteln. Die Fleischdebatte werden Inuit in Grönland anders führen, als Inder. Es ist daher Zeit, nachzudenken, statt emotional zu argumentieren.

Der Mensch lebt noch im Neolithikum

Über Theaterstücke, wie „Caveman“ oder „Cavewoman“ lachen Vegetarier wie Fleischesser, weil sie sich letztlich selbst wiedererkennen. Die technologisierte Welt der Menschen in den Industriegesellschaften gaukelt uns vor, die Steinzeit überwunden zu haben. In Wahrheit lebt das Zellsystem „Mensch“ nach wie vor in dieser Zeit. Fast alle Leiden, die wir heute beklagen, sind darauf zurückzuführen, dass unsere Hardware, das besagte Zellsystem, sich über Jahrmillionen langsam entwickelt und die Parallelwelt, die einmal mit der Einführung der Sprache begann, eine ganz eigene Evolutionsdynamik hat. Wir sind einfach mit der Bewältigung der von uns geschaffenen Lebenswelt überfordert. Besonders schlimm ist, dass der Irrglaube, dass die Technologie von uns beherrscht werde, uns die Vernunft blockiert, einmal ernsthaft nachzudenken und unser Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Das Industriezeitalter hat nicht nur die Mitwelt, unsere Umgebung zerstört, sondern auch uns Menschen. Wir sind zu Sklaven der Technologie geworden.

Wissenschaftler beweisen alles und das Gegenteil

Wer nachforschen möchte, ob denn nun eine Ernährung mit oder ohne Fleisch für unser Zellsystem sinnvoll ist, wird eine Unmenge von wissenschaftlichen Studien und Beweisen für beide Thesen finden. Fachleute haben die Eigenschaft, Kenner eines Faches zu sein. Das Problem ist aber, dass das Leben, das Sein an sich so Vielschichtig ist, das es in der Wissenschaft inzwischen mehr als 30.000 Fachsparten gibt. Das macht uns nicht Klüger, sondern leider absolut dumm. Es lohnt sich daher, sich zu beruhigen und einige Schritte zurückzutreten, heraus aus der emotionsgeladenen Debatte, und einen Blick von außen auf das völlig irre Treiben zu wagen. Dabei sollte man wissenschaftliche Betrachtungsweisen außen vor lassen, denn Wissenschaft schafft Wissen immer erst im Nachhinein, beweist im besten Fall, was gewesen ist, aber nicht was ist.

Menschen brauchen Nahrung, aber keine Nahrungsmittelindustrie

Das Zellsystem Mensch hat sich in Millionen Jahren an einen Energieaustausch mit der Umgebung gewöhnt, der nicht innerhalb einer Generation oder einer „Zivilisationsperiode“ umgestellt werden kann. Die sogenannte „Steinzeitdiät“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Steinzeitern%C3%A4hrung) beruft sich genau auf dieses Faktum. Dabei muss man natürlich beachten, dass jedes Zellsystem in einer ganz bestimmten Region lebt und sich auf den Energieaustausch mit den genau hier vorkommenden anderen Zellsystemen eingestellt hat. Inuit (Eskimos) auf eine vegetarische Ernährung umstellen zu wollen kommt einem Völkermord gleich.

Bis ins späte Mittelalter haben die Menschen in Europa rund 100kg Fleisch pro Kopf verzehrt. Ende des 19. Jahrhunderts waren es lediglich etwa 15kg und im 21. Jahrhundert rund 85kg. Die Probleme, die heute beklagt werden, haben mit der Ernährungsweise der Menschen wenig zu tun, sondern nur damit, wie sie ihre Nahrung herstellen.

Regionale Ernährung ist die Lösung

Die Menschen erkennen immer mehr, dass alle ihre Probleme durch das falsche Wirtschaftssystem entstehen und nicht durch ihre Ernährungsweise. Dieser Planet ist überall in der Lage, alle Menschen in jeder Region mit ausreichend Nahrung zu versorgen. Er hat dieses über Jahrmillionen gemacht und Menschen haben sich auf das regionale Angebot eingestellt. In den letzten Jahrzehnten haben allerdings einige wenige Menschen, jene in den Industriestaaten, ihre Ernährung pervertiert, indem sie nicht mehr die Bereitstellung hochwertiger Lebensmittel zum Ziel machten, sondern finanzielle Renditen auch mit der Produktion von Nahrungsmitteln. Der Herstellungsprozess von einem einzigen Joghurt, einer Tüte Husumer Krabben oder eines Kilos Rindfleisch ist derartig absurd geworden, dass der außenstehende Beobachter nur den Kopf schütteln kann. Erst, wenn alle Lebensmittel wieder vernünftig, in der Region erzeugt und verzehrt, alle Pflanzen nachhaltig angebaut und Tiere nachhaltig gehalten werden, kann man eine Debatte über die Zusammenstellung eines Speisezettels führen. Dann aber bitte auch Ideologiefrei und ohne Emotionen. Beide Parteien sollten aber bereits jetzt den wahren Grund ihrer Haltung benennen und nicht mit sophistischen Argumenten und Studien von Fachidioten aufeinander einschlagen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hat mit einem „Fleischatlas“ recht informatives Material zusammengestellt:

http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/landwirtschaft/130108_bund_landwirtschaft_fleischatlas.pdf

Und Dr. Anita Idel hat in einem sehr klugen Buch erklärt, wie wichtig eine nachhaltige Tierhaltung ist. Tiere und Pflanzen gehen nämlich eigentlich eine nachhaltige Symbiose ein, auch und gerade dann, wenn wir beide auch verspeisen. Das Problem ist nämlich die Agrarindustrie.

http://www.metropolis-verlag.de/820/book.do

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