Airbags schützen vor Verletzungen. Allerdings bisher nur die Insassen eines Autos. In den Niederlanden hat man sich Gedanken darüber gemacht, wie die Verkehrsteilnehmer außerhalb des Autos geschützt werden können.

Als die ersten Airbags in Autos eingebaut wurden, war die Öffentlichkeit noch nicht überzeugt von dem Konzept. Man hielt die aufblasbaren Schutzpolster vielfach für lächerlich, oft sogar für gefährlich – man befürchtete, die schnelle Aufblasgeschwindigkeit könne den Insassen das Genick brechen.

Vom Unikum zum Standard

Mittlerweile ist die Technologie Standard. Sie schützt Fahrer und Beifahrer in aller Welt und ist aus dem Autodesign fast nicht mehr wegzudenken.
Wer aber beschützt Fahrradfahrer und Fußgänger?

Außenairbag

Klarerweise können nicht alle Fußgänger und Radfahrer mit Airbag-Jacken ausgerüstet werden. Aber: die Airbags für die schwächsten Verkehrsteilnehmer können von den stärkeren Verkehrsteilnehmer getragen werden.

In den Niederlanden sind ein Drittel aller Todesopfer von Verkehrsunfällen Radfahrer und Fußgänger. Mit einer Förderung von einer Million Euro vom Infrastruktur-Ministerium hat die Autofirma TNO deshalb den weltweit ersten Außenairbag entwickelt.

Kommt es zu einem Zusammenstoß mit Radfahrern oder Fußgängern, bläst sich der Airbag außen an der Windschutzscheibe auf. Er sorgt für eine weichere Landung der Unfallopfer.

Wie es funktioniert: eine Kamera hinter dem mittleren Rückspiegel erkennt die Annäherung von Fußgängern oder Radfahrern. Sensoren an der Front des Autos registrieren einen eventuellen Aufprall. Schlagen beide Systeme an, wird der Außenairbag ausgelöst.

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Erfolgreiche Tests

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit hat TNO im November 2012 das Ergebnis präsentiert. In Dummy-Tests wurden mit Airbag in der Hälfte der Fälle geringere Hirn- und Schädelverletzungen bei Radfahrern gezählt.

Allerdings: Volvo hat TNO ausgebremst: Ebenfalls im Vorjahr kam der neue V40 heraus – serienmäßig ausgerüstet mit einem Fußgänger-Airbag.

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