Rheinmetall und TankE starten eine strategische Partnerschaft, um den Ladebordstein in Serie zu bringen. Die Technologie wurde in Köln erfolgreich getestet und soll jetzt flächendeckend in Städten eingesetzt werden.

Der Ladebordstein gilt seit Jahren als eine der spannendsten Ideen, um Ladeinfrastruktur unauffällig in den öffentlichen Raum zu integrieren. Nach mehreren Pilotprojekten in Köln nimmt das Konzept nun Fahrt auf: Rheinmetall und der Kölner Ladeinfrastruktur‑Dienstleister TankE (nicht zu verwechseln mit den über 2.500 öffentlich zugänglichen Ladestellen von Wien Energie) haben eine strategische Partnerschaft geschlossen, um den Ladebordstein in Serie zu bringen und flächendeckend auszurollen.

Damit wird aus einer vielversprechenden Technologie erstmals ein marktreifes Produkt, das Kommunen, Stadtwerke und Unternehmen in größerem Umfang einsetzen können.

Was hinter der Kooperation steckt

Die Rollenverteilung ist klar definiert:

  • Rheinmetall liefert die Hardware, also die robusten, in den Bordstein integrierten Ladeeinheiten.
  • TankE übernimmt als Full‑Service‑Partner Planung, Installation, Betrieb und Wartung der Ladepunkte.

Beide Unternehmen reagieren damit auf den wachsenden Bedarf an platzsparender Ladeinfrastruktur, insbesondere in dicht bebauten Städten. Der Ladebordstein ermöglicht das Laden direkt am Straßenrand, ohne Gehwege zu verstellen oder das Stadtbild zu verändern.

Vom Pilotprojekt zur Serienreife

In Köln wurden die Ladebordsteine bereits unter realen Bedingungen getestet. Die Pilotphase lief rund ein Jahr und umfasste auch eine begleitende Nutzerbefragung. Das Ergebnis: hohe technische Verfügbarkeit, einfache Bedienung und eine robuste Bauweise.

Auf Basis dieser Erfahrungen wurde das System nun für den Serienbetrieb freigegeben. Die Ladepunkte liefern bis zu 22 kW AC‑Leistung und eignen sich damit für typisches Parken über mehrere Stunden. Das ist ideal für Anwohner*innen ohne eigene Wallbox oder für Unternehmen mit Flottenfahrzeugen.

Warum der Ladebordstein so interessant ist

Der Ladebordstein löst mehrere Probleme gleichzeitig:

  • Kein zusätzlicher Platzbedarf: Die Ladeelektronik sitzt im Bordstein, nicht in einer Säule.
  • Stadtbild bleibt erhalten: Besonders wichtig in engen Straßen oder denkmalgeschützten Bereichen.
  • Modulare Technik: Elektronikmodule können schnell ausgetauscht oder nachgerüstet werden.
  • Kosteneffiziente Vorbereitung: Bei Straßenbauarbeiten können „Dummy‑Bordsteine“ gesetzt werden, die später einfach aktiviert werden.

Damit wird Ladeinfrastruktur dort möglich, wo klassische Ladesäulen scheitern, sei es aus Platzgründen, aus ästhetischen Gründen oder wegen baulicher Einschränkungen.

Was die Partnerschaft für den Markt bedeutet

Bislang war der Ladebordstein vor allem ein Pilotprojekt. Mit der neuen Kooperation soll sich das ändern: TankE nimmt die Lösung offiziell in sein Portfolio auf und will sie aktiv an Kommunen, Stadtwerke, Gewerbe und Logistikunternehmen anbieten. Parallel dazu hat Rheinmetall bereits weitere Partnerschaften angekündigt, etwa mit DKV Mobility.

Ein Baustein für die urbane E‑Mobilität

Für Städte, die Ladeinfrastruktur ausbauen müssen, ohne wertvollen Raum zu verlieren, könnte der Ladebordstein ein entscheidender Baustein werden. Er ergänzt bestehende Ladesäulen, statt sie zu ersetzen, und schafft neue Möglichkeiten für Anwohner*innen ohne private Stellplätze.

Die Kooperation zwischen Rheinmetall und TankE zeigt: Innovative Ladeinfrastruktur muss nicht auffällig sein. Sie kann sich auch fast unsichtbar in die Stadt einfügen.


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Bild: tanke.io