Ein Bericht plädiert für Veränderung der Modeindustrie.

Ende November publizierte die Ellen MacArthur Foundation einen Bericht mit dem Titel „A new textiles economy: Redesigning fashions future”. In dem Bericht wird konstatiert, dass die globale Modeindustrie ein riesiger und wichtiger Wirtschaftszweig ist. Hier werden jährlich 1,3 Billionen Dollar umgesetzt und rund 300 Millionen Menschen sind hier beschäftigt. Diese Riesen-Industrie hat gleichzeitig natürlich entsprechende Auswirkungen auf die Umwelt. Der Kohlendioxid-Ausstoß der Industrie beläuft sich auf 1,2 Milliarden Tonnen jährlich, durch die Modeindustrie gelangt 16-mal mehr Mikroplastik in die Meere als durch die Kosmetikindustrie, Chemikalien und Feinstaub belasten die Gesundheit der Textilarbeiter und der gesamten Umwelt.

In den letzten 15 Jahren hat sich das Produktionsvolumen der Industrie verdoppelt, immer mehr Kollektionen werden pro Jahr produziert (manche Modeketten produzieren bis zu 13 Kollektionen pro Jahr) und die Bevölkerung der westlichen Welt kauf fleißig ein. Dies bedeutet natürlich auch, dass einzelnen Kleidungsstücke immer weniger getragen und schneller entsorgt werden.

Und obwohl Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein immer größeres Thema in der Branche sind, wird momentan nur 1 Prozent aller produzierten Kleider recycelt, der Rest wird einfach weggeschmissen. Die Frage mit der sich die Industrie hauptsächlich beschäftigt ist, wie man die Umwelteinflüsse aus er Produktion verringern kann, doch laut dem aktuellen Report der Ellen MacArthur Foundation reicht das nicht, die Modeindustrie muss zirkulär werden. Kleidungsstücke dürfen nicht mehr einfach als Abfall enden, sondern müssen ins System zurückgeführt und wiederverwertet werden. Die folgenden vier Schritte sind laut dem Bericht die wichtigsten um ein zirkuläres System zu schaffen:

  1. Gewisse synthetische Materialien die Mikropartikel abgeben, dürfen nicht mehr verwendet werden. Die Industrie muss zusammenarbeiten, um zu bestimmen, welche Materialen nicht mehr verwendet werden und gemeinsam umweltfreundliche Alternativen entwickeln.
  2. Der Prozess von Design, Verkauf und Gebrauch muss radikal verändert werden. Kleidungsstücke müssen öfter angewendet werden, dazu muss die Qualität verbessert werden und es braucht neue Geschäftsmodelle, die die Anwendung ein und desselben Kleidungstückes durch mehrere Personen ermöglichen.
  3. Das System für Recycling von Kleidung muss radikal verbessert werden, indem man das Design von Kleidung, die Altkleidersammlung und Wiederverwertung verändert.
  4. Für die Produktion müssen erneuerbare Ressourcen verwenden und effektiv eingesetzt werden.

Und auch jeder von uns kann schon heute etwas dazu beitragen, indem er Kleidung länger verwendet, weiterschenkt oder verkauft und auf gewisse synthetische Materialien verzichtet.

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Bild: Pexels

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