Fotocredit: Pixabay/Engin_Akyurt
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Welche Materialien kommen eigentlich für die Herstellung deiner Eco-Fairen Mode zum Einsatz?

Für deine faire Kleidung ist es natürlich auch wichtig, welche Materialien verwendet werden und woher diese kommen. 

Meist wissen wir gar nichts oder nur sehr wenig über die Materialien, die verarbeitet sind. Dabei ist es meiner Meinung nach sehr wichtig auch zu wissen, was in unserer Kleidung steckt und besonders auch den Unterschied zu konventionellen Stoffen zu kennen. Oft ist hier viel Chemie im Spiel oder Fasern, die beim Waschen in der Maschine in Partikeln ins Wasser gelangen und so nach und nach Auswirkungen auf unsere Umwelt haben. 

Wie du dir vielleicht vorstellen kannst, ist es auch nicht unbedingt förderlich für deine Gesundheit, wenn du etwas auf deiner Haut trägst, das Chemie beinhaltet. Unsere Haut ist unser größtes Organ, das genauso Einflüsse aus der Umwelt aufnimmt und diese in unseren Körper transportiert. 

DIE 4 GUTEN STOFFE 

1 BIOBAUMWOLLE 

Der Anbau von Biobaumwolle erfolgt völlig ohne genverändertes Material, ohne Pestizide und Herbizide. Zudem wird viel weniger Wasser verbraucht. Für den Anbau von Biobaumwolle gibt es eine typische Fruchtfolge, durch die der Boden mehr organische Substanzen enthält. Dadurch entsteht eine dickere Hummusschicht, die die Feuchtigkeit besser speichern kann. Dadurch wird weniger Wasser für die Bewässerung benötigt. Dadurch kann bis zu 50% Wasser eingespart werden.

Biobaumwolle wird dazu oft von Kleinbauern produziert, die durch fairen Handel eine bessere Bezahlung erhalten und ihre Preise auch entsprechend besser positionieren können. Die super weichen Stoffe sind sehr hautfreundlich, werden sehr gut vertragen und sind biologisch abbaubar. 

Fotocredit: Pixabay/jdblack
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2 KAPOK

Die flaumig, weiche Faser ist den Meisten gar kein Begriff. Sie stammt aus den Samenkapseln des Kapokbaums, der nur in natürlicher Regenwaldumgebung wächst und nicht in Plantagen angebaut wird. Da die Faser sehr fein und kurz ist, kann sie nur in einem Mix mit anderen Materialien wie etwa Biobaumwolle verarbeitet werden. 

Kapok ist biologisch abbaubar, atmungsaktiv und hilft dabei dein Körperklima zu regulieren. Es wird beispielsweise auch sehr gerne als Füllung für Polster oder als Wattierung für Winterjacken verwendet. Deswegen nennt man die Faser auch „Pflanzendaune“. 

Fotocredit: Pixabay/ArtisticOperations
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3 TENCEL/LYOCELL

Lyocell ist meist eher unter dem Namen „Tencel“ bekannt. Unter diesem Markennamen wird beispielsweise auch in Österreich produziert. Gewonnen wird Tencel aus Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Die schnellwachsende Anpflanzung kommt ohne Pestizide und Herbizide aus und zeichnet sich auch durch die Verwendung umweltschonender Lösungsmittel aus. Dazu kommt ein sehr geringer Wasserverbrauch. 

Verarbeitet wird die Cellulose-Faser in Webereien. Daraus entstehen weiche, fließende Stoffe, die atmungsaktiv und kühlend wirken. Zudem haben sie auch eine antibakterielle Wirkung und fühlen sich auch auf sensibler Haut sehr angenehm an. 

4 RECYCELTES POLYESTER 

Manche Kleidungsstücke kommen leider nicht vollständig ohne synthetische Fasern aus. Durch ihre funktionalen Eigenschaften wie Outdoorsport, Sport an sich und aktiveren Bewegungen, benötigen sie weitere Fasern, die diese Funktionen erfüllen. 

Die umweltschonende Variante ist recyceltes Polyester, dessen Herstellung minimal Wasser verbraucht. Darüber hinaus ist es frei von Giftstoffen wie Flour-Kohlenstoff-Verbindungen wie zum Beispiel PFC und PTET. 
Da recyceltes Polyester eine sehr kompakte Qualität hat, hilft es das auch bei der Vermeidung vom oben erwähnten Mikroplastik, das beim Waschen entsteht. 

Fotocredit: Pixabay/MAKY_OREL
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Im besten Fall ist die Herkunft deines recycelten Polysters GRS-zertifiziert (Global Recycled Standard). Durch dieses Siegel der gemeinnützigen Organisation Textile Exchange sind die Rückverfolgbarkeit der Materialien sowie die umweltfreundlich Produktion während der Faserherstellung sichergestellt. 

Zwischenstufen der Verarbeitung und das Endprodukt fallen nicht darunter. Enthält ein Stoff mehr als 20% recyceltes Material, darf er bereits mit GRS zertifiziert werden. 

Es werden immer mehr nachhaltige Wege erforscht, um Stoffe und Materialien herzustellen oder bereits bestehende zu verwerten. Auch weitere Fasern sind auf dem Vormarsch, um künftig unsere Kleidung noch nachhaltiger zu gestalten und uns ein rundum feines Tragegefühl zu vermitteln.