Die Kernfusion ist der Heilige Gral der Energieforschung. Saubere Energie in Hülle und Fülle, wie sie die Sonne erzeugt. Ein Ingenieur will in seinem Waldhäuschen einen Kernfusionsreaktor entwickelt haben und er macht alle seine Pläne öffentlich zugänglich.

Doug Coulter hat für den US-Geheimdienst gearbeitet, wo er für Signalverarbeitung und Funktechnik zuständig war. Vor rund einem Jahrzehnt hat sich der Ingenieur in ein Haus in der Abgeschiedenheit Virginias zurückgezogen. Dort bastelt er vor sich hin, vor allem an Waffen und Munition, und macht seine Baupläne öffentlich zugänglich. In dem waffenfreundlichen US-Bundesstaat Virginia hat er sich damit eine große Fangemeinde gesichert. Coulter mag ein Waffennarr sein, doch er hat sich auch dem Open-Source-Gedanken verschrieben. Sein Webforum dient als Anlaufstelle für verschiedenartige Projekte, die Menschen teilen oder gemeinsam angehen wollen. Das wohl spannendste stammt von Coulter selbst: Er will in seiner Werkstatt einen Kernfusionsreaktor entwickelt haben.

Bei der Kernfusion wird – wie in der Sonne – Energie durch die Verschmelzung von Atomen gewonnen. Es ist die Umkehrung der Kernspaltung, bei der Energie durch die Spaltung von Atomen freigesetzt wird. Physiker träumen seit Jahrzehnten von einem Fusionsreaktor, der mehr Energie erzeugt als er benötigt – bei den Träumen ist es bisher geblieben. Der theoretische Vorgang ist bekannt: In Reaktoren werden die Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium in einem Vakuum so stark erhitzt, dass ein Plasma entsteht. Magnetfelder pressen das Plasma immer weiter zusammen, bis die Kernfusion einsetzt. Die Hitze, die dabei entsteht, soll Turbinen zur Stromerzeugung antreiben. Das Problem sind die enormen Energiemengen, die es zur Erhitzung des Plasmas braucht.

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin hat vor kurzem ebenfalls den ersehnten Durchbruch bei der Kernfusion vermeldet. Wissenschafter begegnen der wenig detaillierten Ankündigung allerdings mit Skepsis. Coulter will den Kernfusionsreaktor in seiner Werkstatt ausschließlich auf der Basis der Informationen in seinem Webforum gebaut haben. Sollte es ihm tatsächlich gelingen, wären die Baupläne und alle weiteren Information frei zugänglich – es ist anzunehmen, dass Lockheed Martin nicht so großzügig wäre.

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