In letzter Zeit häufen sich die Ankündigungen und Prognosen, dass die Batteriekapazitäten mittelfristig signifikan erhöht werden können. Damit steigen entweder die Reichweiten der Elektroautos, oder sie werden billiger.

Der Elektroautopionier Tesla hat Ende Juli angekündigt, seine Gigafactory zu bauen und ist dazu eine Partnerschaft mit Panasonic eingegangen.

Die 3,7 Mrd. Euro teure Fabrik wird ausschließlich Lithium-Ionen-Akkus produzieren und aufgrund der entstehenden Mengeneffekte die Kosten für die Herstellung der Energiespeicher signifikant reduzieren. Bis zum Jahr 2020 sollen mehr Akkus alleine aus dieser Fabrik kommen, als die heutige Weltproduktion zusammen ausmacht.

Mit Hilfe der Fabrik möchte Tesla die Produktion von jährlich 22.500 Fahrzeugen auf über eine halbe Million Stück angekurbeln. Verkaufen kann man diese aber nur, wenn Fahrzeuge günstiger als bisher angeboten werden können. Elon Musk, CEO und Gründer von Tesla, hat deshalb kurz davor die Pläne für das Model III veröffentlicht, dessen Verkaufspreis von 35.000 US$ maßgeblich vom Erfolg der Gigafactory abhängen wird. Tesla versucht, mit dem Model III in die Regionen eines 3er BMW oder auch VW Passats vorzustoßen, und damit in den Massenmarkt. Die Stromkosten sind wie bei jedem anderen Tesla im Kaufpreis schon inkludiert.

Gleichzeitig wurde für den Tesla Roadster, der inzwischen nicht mehr produziert wird, ein Upgrade der Batterieeinheit vorgestellt, mit dem die Reichweite des Fahrzeugs auf bis zu 640 km erhöht werden soll.

Halbierung des Preises auf der einen Seite, und Verdoppelung der Reichweite auf der anderen. Tesla scheint es ernst zu meinen. Die Technik dazu ist, dank der Freigabe der Patente, auch für alle anderen Autobauer verfügbar.

Fallende Preise werden auch von anderer Seite konstatiert: Die Studie Fakten-Check Mobilität 3.0 kommt ebenfalls zu dem Ergebnis. Waren 2010 Elektroautos fast doppelt so teuer als herkömmlich angetriebene Fahrzeuge, sank der Preisaufschlag bis 2013 auf 60% mit weiter sinkender Tendenz. Man geht davon aus, dass der Aufpreis für Elektrofahrzeuge bis 2020 auf deutlich unter 10% sinkt.

Dass es einen Markt für Elektromobilität gibt, steht jedenfalls fest: Einer Umfrage zufolge möchte jeder sechste Deutsche bis 2020 ein Elektroauto fahren. Das entspräche 7 Millionen Fahrzeugen: weit mehr, als die von der deutschen Bundesregierung angepeilte Million.

[Artikelbild: Georg Sander  / pixelio.de]

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