Bisher haben die Energiekonzerne es geschafft, die ursprünglich mit sehr viel Idealismus und einem hohen Tempo seit 2000 begonnene Energiewende auszubremsen. Klimaschutz und insbesondere die oft – sogar von der…

Bisher haben die Energiekonzerne es geschafft, die ursprünglich mit sehr viel Idealismus und einem hohen Tempo seit 2000 begonnene Energiewende auszubremsen. Klimaschutz und insbesondere die oft – sogar von der Kanzlerin – beschworene neue industrielle Revolution sind kein Thema mehr, der CO2-Ausstoß der Bundesrepublik stagniert bzw. steigt sogar wieder. Nun steht aber – dank der möglicherweise unsinnigen und in jedem Fall kurzsichtigen Sanktionen der EU gegen Russland – das Gespenst steigender Gaspreise an den Grenzen der Union und könnte wiederum völlig unsinnigen Aktionismus auslösen, wie zum Beispiel einen vehement verstärkten Einsatz von Braunkohle. Es könnte aber auch das nächste „Fukushima“ sein, das selbst die absolut phlegmatische Kanzlerin und ihre Regierung zu sinnvollen Entscheidungen nötigt. Zumindest hat die Fraktion der Grünen im Juni eine entsprechende Studie für eine forcierte Energiewende präsentiert.

Turbo-Energiewende mit „probaten“ Mitteln?

Die Studie, die die Grünen beauftragt hatten, kommt zu dem Ergebnis, dass das russische Erdgas natürlich – auch ohne auf die Konzerne und deren Stein- oder Braunkohleanlagen – schnell zu ersetzen ist. Bis 2030 sollte also der russische Anteil am importierten Gas – etwa 39 Prozent – zu ersetzen sein. So weit so gut. Der Haken liegt wie immer im Detail. Es handelt sich um ein Rechenspiel und nicht um eine Gesetzesvorlage und schon gar nicht von der amtierenden Regierung. Ob und in welcher Form diese die Daten zur Kenntnis nimmt, steht in den Sternen.

Der nächste Haken sind die Lösungsansätze, die leider – wie in den meisten Fällen der letzten Jahrzehnte – von dem Status Quo ausgehend nur wieder einen Ersatz des Rohstoffes berechnen und damit natürlich zu Ergebnissen kommen, die nett aussehen, aber auf dem „freien Markt“ keine Chance haben, auch nur teilweise umgesetzt zu werden. Hinzu kommen die üblichen Warnungen vor einer weiteren „Vermaisung“ der Landschaften etc. Auch technisch werden nur Verfahren beschrieben, die keine nachhaltige, also auch langfristig sinnvolle Lösung ermöglichen.

Der Erhalt des Systems schafft neues Chaos, nur an anderer Stelle

Statt das Gasproblem mit einem vernünftigen Gespräch, mit Verständnis für alle Seiten zu lösen, gerät eine eigentlich sinnvolle Entwicklung, nämlich die Abkehr von einem industriellen Wirtschaftssystem, das an allen Stellen Mensch und Mitwelt schadet in Vergessenheit. Es wird wieder einmal nur darüber nachgedacht, dieses jetzt unter anderen Vorzeichen weiter zu erhalten. Die Folge wird eine weitere, ja neue Zerstörung der Landschaften sein, durch riesige Wind- und Solarparks sowie gigantische Plantagen für Energiepflanzen und Biogaskomplexe mit einem Ausstoß an Gärresten, der nirgendwo sinnvoll untergebracht werden kann.

Eine Energieversorgung – mit Wärme, Strom und Treibstoffen, die dezentral, also regional mit den dort vorhandenen Ressourcen arbeitet, mit Heizkraftwerken, die hoch effizient ein Wärmenetz beliefern und Unmengen an grundlastfähigen Strom liefern, sind die einzige sinnvolle Zukunftsperspektive. Hierzu gibt es – zum Beispiel zur Biogaserzeugung – über 3000 Jahre alte, bewährte Verfahren, ohne Mais. Dieses Konzept wird gleichzeitig eine bäuerliche, also „ökologische“ Landwirtschaft fördern und eine gleichzeitige Abkehr von industrieller Produktion. Tausende Beispiele von „autarken Energiedörfern“ beweisen, dass damit auch gleichzeitig der Bedarf an „Input“ geringer ist, als in der Berechnung für Millionen Einzelheizungen und Großverbraucher als Industriekomplexe.

Der Schmerz höherer Gaspreise muss die Wende zur Nachhaltigkeit anstoßen

Die Auflösung der unsinnigen „Nationalstaaten“, also wirtschaftlicher Großräume, die mit Zugehörigkeit zu einem „Volk“, einer Ethnie oder ähnlichem nie etwas zu tun hatten, in unabhängige Regionen, löst nicht nur das „Erdgas-Importproblem“, sondern automatisch alle anderen Probleme der sogenannten „Zivilisation“. Der Begriff „solidarische Landwirtschaft“ hat sich in diesen vielen Regionen schon längst über den Begriff „solidarische Wirtschaft“ in den Begriff „solidarisches Gemeinwesen“ gewandelt. Alle Menschen in der jeweiligen Region, jeden Alters und jedweder Herkunft, denken, arbeiten und leben gemeinsam und sorgen füreinander. Alle Institutionen, Leistungen und Probleme eines Zentralstaates entfallen automatisch. Soweit Geld in diesen Regionen noch eine Bedeutung hat, ist es wieder nichts weiter als ein Tauschmittel, um eine an anderer Stelle zu erbringende Leistung oder Ware zu erhalten – wie es früher einmal das „Kerbholz“ tat. Der „Preis“ einer Ware ist wieder autentisch, spiegelt also Kosten und Aufwand der Herstellung wieder, ohne Zuschläge für Zwischenhandel, Transport oder unsinnige Verpackung etc. etc. etc.

Ein Leben nach dem Industriezeitalter ist nicht nur möglich, sondern der einzige Weg in eine nachhaltige, also solidarische und damit friedliche Zukunft. Wie dieser Weg in jeder Region gestaltet wird, ist allein von den jeweiligen Bedingungen abhängig. Afrikaner, Inder oder Chinesen müssen nicht in dem gleichen Wahnsinn leben, wie Europäer und Amerikaner, nur damit sie dann auch die gleichen Produkte kaufen.

Erdölkriege, Gasboykotte oder sonstige „Wirtschaftswaffen“ haben keine Wirkung in einer Welt, in der jede Region autark existiert. Das Know-How und die Technologie sind immer vorhanden gewesen,  sogar die Intelligenz, diese sinnvoll einzusetzen. Gestört hat der Egoismus eines kriminellen Wirtschafts- und Finanzsystems.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/erdgas-aus-russland-unabhaengigkeit-mit-forcierter-energiewende-a-984265.html

http://www.bioenergiedorf.info/fileadmin/user_upload/Sauer_BiogasKongress_2011_Postervorstellung.pdf

http://www.bioenergiedorf.info/index.php?id=75

http://www.mabagas.com/de/geschaeftsfelder/biogasanlagen/biogasanlage-bardowick.html

https://www.energieleben.at/bioenergie-der-alleskonner-ein-weiteres-thema-der-tagung-in-gottingen/

https://www.energieleben.at/chancen-und-risiken-der-bioenergie-%E2%80%93-fachtagung-in-gottingen/

https://www.energieleben.at/nachwachsende-rohstoffe-versus-nahrungsmittel-auf-dem-acker/

https://www.energieleben.at/zweikultur-energiepflanzenanbau-als-okologische-alternative/

http://www.carmen-ev.de/

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/amnesty-wirft-shell-und-nigeria-untaetigkeit-gegen-oelverseuchung-vor-a-984316.html

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/krater-in-sibirien-methan-soll-loch-in-die-erde-gerissen-haben-a-984317.html

1 Kommentar

  1. Die Folgen dieser desaströsen Politik von Merkel&Co, als Erfüllungsgehilfen des Wallstreet-Laufburschen, wird spürbar auch die Energieversorgung treffen, wo bereits die USA mit ihrem Shalegas in Europa anlanden möchte.
    Wie die Öffentlichkeit noch nicht weiß, hat die Regierung Merkel, für das Fracking in Deutschland einen Persilschein für diese US-Gasgesellschaften ausgestellt und wenn die Menschen nicht schneller zu renewable Energie gelangen, wird das Fracking in Deutschland, aber auch in der Ukraine einsetzen, welches jetzt im Bürgerkrieg dafür erobert werden soll, denn diese Gaslager sind genau dort, wo jetzt der Bürgerkrieg tobt und es ist zu erwarten, dass die Amis dort den Bürgerkrieg anheize werden, um ihre Gasgeschäfte zu betreiben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*