Die Gasspeicher der – privaten – Gasversorger sind nicht ausreichend für den kommenden Winter gefüllt. Es war rentabler, das wertvolle Gas mit hohem Gewinn zu verkaufen, als zwingend für den…

Die Gasspeicher der – privaten – Gasversorger sind nicht ausreichend für den kommenden Winter gefüllt. Es war rentabler, das wertvolle Gas mit hohem Gewinn zu verkaufen, als zwingend für den Winter erforderliche Vorräte einzulagern. Eine Garantie für die sichere Versorgung der Bürger stand nicht im Privatisierungsvertrag der Gasnetze. Es ist nun höchste Zeit, alle Aufgaben der Versorgung der Gesellschaft wieder selbst zu regeln, den groben Unfug zu beenden.

 

Frieren für die Rendite der Konzerne?

 

Wenn eine Gesellschaft ihre lebenswichtigen Aufgaben, wie zum Beispiel die Sicherstellung von  Verwaltungsaufgaben und den Betrieb ihrer Infrastruktur privaten Spekulanten überträgt, ist das in sich schon grober Unfug. In diesem Moment ist nicht mehr die grundlegende Qualität der Versorgung der Bürger wichtig, sondern die eigene Wirtschaftlichkeit. Dass das eine das andere ausschließen muss, liegt auf der Hand. Es wurde jedoch bisher bewusst ignoriert. Vielleicht bemerken die Bürger nun, wenn die Heizung kalt bleibt, dass es Zeit ist, diese Aufgaben wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Die Gasnetzbetreiber hatten, ganz im Sinne ihrer Geldgeber, den sogenannten Investoren, jede Chance ausgenutzt, ausschließlich hohe Gewinne zu erzielen. In diesem Kontext war es im Sommer 2013, dank hoher Gewinnspannen ökonomisch uninteressant, das wertvolle Gas in die Speicher zu füllen, statt es auf dem internationalen Markt zu verkaufen. Dass die Speicher nun aber für den kommenden Winter nicht mehr ausreichend befüllt werden können, ist wohl nur ein Problem für die Kunden, nicht aber für die Händler. Deren Kasse stimmt. Von einer Garantie für eine sichere Belieferung stand nichts in den Privatisierungsverträgen. Selbst jetzt, zu Beginn des Herbstes beschwichtigt der deutsche Wirtschaftsminister noch besorgte Bürger: “Der freie Markt wird es schon richten“. Vielleicht wird warme Kleidung billiger? Wohl kaum. Die Nachfrage regelt ja den Preis.

 

Die rote Linie ist schon lange überschritten

 

Weniger Staat bedeutet: „weniger Bürger“, denn der Staat, das sind wir. Schon König Hammurabi hatte in seinem Codex vor fast 4.000 Jahren geregelt, dass Wucher mit dem Tode bestraft werden kann. Dieses würde im 21. Jahrhundert natürlich zu einer unübersehbaren Zahl von „Hinrichtungen“ führen, aber vielleicht reicht es ja, den Händlern die „Ware“ wieder abzunehmen. Es ist aufgrund dieser Entwicklung dringend angezeigt, alle existenziellen Aufgaben wieder selbst zu übernehmen und alle diesbezüglichen Unternehmen sofort wieder zu verstaatlichen. Dass Bürger ihre Schienen-, Strom-, Abwasser-, Wasser- oder Gasnetze, ja ihr Gesundheitssystem überteuert zurückkaufen sollen, ist nur als grober Unfug zu bewerten. Es erschien manchen Verantwortlichen (Politikern, also Vertretern der Bürger) verlockend, kurzfristig durch den Verkauf die Kassen füllen zu können. Dabei wurde völlig außer Acht gelassen, dass die zu erledigenden Aufgaben dadurch nicht mehr im Interesse der Bürger, sondern nur noch im Interesse der Konzerne erledigt werden würden. Der Bürger war nun nicht mehr der Kunde, sondern eine betriebswirtschaftliche Größe.

Es gibt kaum noch Bereiche im Leben der Menschen, in denen nach ihren Bedürfnissen „gehandelt“ wird. Ihre Gesundheit, ihre Nahrung, ja die gesamte Qualität ihres Lebens ist den Gesetzen der Rendite, der Effizienz unterworfen. Das Wohlergehen der Bürger rentiert sich aber nun einmal nicht.

 

Das Märchen vom guten König war nur ein Traum

 

 „Wir sind das Volk“ haben die Bürger der DDR in 1989 gerufen, ihre Paten davongejagt und einem dicklichen König geglaubt, der ihnen blühende Landschaften versprach. Jetzt bemerken sie, dass sie wieder nur einem neuen Paten hinterhergerannt waren. Laut unserer Verfassung ist der gewählte Vertreter nicht „Führer“ sondern Verwalter der Aufgaben, die wir ihm anvertrauen. Daran sollten die Deutschen bei der kommenden Wahl denken. Die Ressourcen unseres Planeten ermöglichen ein auskömmliches und nachhaltiges Leben für wirklich alle Menschen. Das haben wir sogar in vielen Millionen Jahren gelernt. Im Augenblick sind wir nur noch damit beschäftigt, die Fehler unseres Handelns zu reparieren. Das ist wie ein Erwachen aus einem Traum, dem Traum von einem guten König, der uns allen ein gutes Leben versprach. Nun ist es allerhöchste Zeit, dieses System grundsätzlich zu ändern, der nächste Winter kommt nämlich bestimmt.

 

http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/gas-versorgung-gefaehrdet-a-918371.html

http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/im-winter-koennte-das-erdgas-knapp-werden-1.3631128

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.gas-gasnetzbetreiber-warnt-vor-moeglichen-versorgungsengpaessen.6bc0075a-0040-445d-b45c-d92eae057155.html

http://www.lr-online.de/nachrichten/wirtschaft/Wirtschaft-Gasnetzbetreiber-warnt-vor-moeglichen-Versorgungsengpaessen;art77647,4309698

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