Nach dem neuesten Report der Internationalen Energieagentur werden die Erneuerbaren gemeinsam Gas als zweitgrößte Energiequelle bis spätestens 2018 ablösen

Die Internationale Energieagentur hat vor kurzem ihren jährlichen Bericht “Medium-Term Renewable Energy Market Report” (Executive Summary) veröffentlicht. Die zentrale Erkenntnis darin: Setzen sich aktuelle Trends fort, werden die Erneuerbaren gemeinsam bis spätestens 2018 Gas als zweitgrößte Energiequelle ablösen.

Die Erneuerbaren, als schnellstwachsender Energiesektor, werden geschätzt ihre Erzeugungskapazitäten um 40 Prozent steigern innerhalb der nächsten 5 Jahre. Das würde bedeuten, dass etwa ein Viertel der gesamten Stromproduktion aus Erneuerbaren – Wasserkraft, Photovoltaik, Geothermie, Biomasse und Wind – stammen werden. Den überwiegenden Anteil mit 17 Prozent stellt die Wasserkraft. Der am schnellsten wachsende Bereich aber ist Wind und Photovoltaik, der sich von 4% 2011 auf 8% in 2013 verdoppelt.

Die Hauptgründe für den raschen Anstieg sind stetig sinkende Gestehungskosten und der Einsatz in immer neuen Ländern. Laut Bericht setzen gerade Entwicklungsländer verstärkt auf Erneuerbare statt auf Kohle, Gas und Atomkraft, um ihren Energiehunger zu stillen, während die Industrieländern überproportional von den augenblicklichen Kostenreduktionen profitieren.

Alleine 2012 stieg weltweit die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen um 8 Prozent auf eine Gesamtkapazität von 4,860 TWh. Das entspricht dem Energiebedarf von China. Dieses Land soll aber alleine 40 Prozent des gesamten Wachstums im Zeitraum von 2012 bis 2018 tragen.

Die Internationale Energieagentur stellt im Bericht klar, dass diese Prognosen keine hundertprozentige Sicherheit bedeuten. Staatliche und private Investitionen sind durch die momentane Wirtschaftskrise bedroht. Das kann bedeuten, dass besonders wichtige staatliche Förderprogramme und Subventionen früher als geplant gestrichen werden. Gleichzeitig betont die IEA, dass Regierungen, die Erneuerbaren skeptisch gegenüber stehen, immer noch ein Problem darstellen. Zugleich bleibt am Stromsektor die Umstellung auf Erneuerbare am Kurs, das international vereinbarte 2°C–Ziel zu halten. Am Transport-Sektor ist dies aber nicht der Fall.

IEA-Direktorin Maria van der Hoeven sagt dazu: “Many renewables no longer require high economic incentives. But they do still need long-term policies that provide a predictable and reliable market and regulatory framework compatible with societal goals. And worldwide subsidies for fossil fuels remain six times higher than economical incentives for renewables.” (Freie Übersetzung: “Viele Erneuerbare benötigen nicht länger hohe Subventionen. Aber: Sie benötigen immer noch langfristige Richtlinien, die einen vorhersehbaren und vertrauenswürdigen Markt bereitstellen und ein Regelwerk, das mit den vereinbarten gesellschaftlichen Zielen korrespondiert. Und Subventionen auf fossile Brennstoffe bleiben 6 mal so hoch als alle Förderungen von Erneuerbaren.”) Zitat bei Wired UK.

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