Zwischen Dezember 2019 und Juni 2020 hat das Weltraumteleskop eROSITA intensiv Daten gesammelt und über 900.000 einzigartige Quellen entdeckt.

Das Weltraumteleskop eROSITA hat den Himmel intensiv beobachtet, und die Forscher haben nun eine neue Karte für die Hälfte des Himmels veröffentlicht. Es ist die größte Karte von Hochenergiequellen, die jemals erstellt wurde.

Der Himmelsausschnitt des eRosita All-Sky Survey Catalogue (eRASS1) in zwei unterschiedlichen Darstellungen. Das Linke Bild zeigt ausgedehnte Röntgenemission während auf dem rechten Bild punktförmige Röntgenquellen zu sehen sind. © MPE, J. Sanders für das eROSITA-Konsortium

Die Daten wurden zwischen Dezember 2019 und Juni 2020 gesammelt und es wurden über 900.000 einzigartige Quellen entdeckt. Davon sind 710.000 Quellen supermassive schwarze Löcher in anderen Galaxien. Es gibt 180.000 Röntgenstrahlen aussendende Sterne aus unserer eigenen Galaxie sowie 12.000 Galaxienhaufen und viele exotische Objekte, die hochenergetisches Licht aussenden, einschließlich des Vela-Pulsars, der in der Mitte dieser Karte hell  sichtbar ist.

Diese Zahlen sind für die Röntgenastronomie überwältigend, sagte Andrea Merloni, eROSITA-Leiter in einer Erklärung. In sechs Monaten konnten demnach mehr Quellen entdeckt werden als die großen Flaggschiff-Missionen XMM-Newton und Chandra in fast 25 Betriebsjahren.

Die eROSITA-Kollaboration umfasst neu entdeckte Filamente zwischen Galaxienhaufen, schwarze Löcher, die quasi-periodisch ausbrechen, und vieles mehr. Eine weitere sehr interessante Studie zeigt die Entdeckung von über 1.000 Superhaufen von Galaxien. Die Fülle der Daten und Entdeckungen ist wirklich beispiellos in der Röntgenastronomie. Teil der eROSITA-Kollaboration ist auch die Freigabe der Daten und der gleichzeitigen Veröffentlichung all dieser erstaunlichen neuen Ergebnisse. Es sind noch nicht annähernd alle Daten ausgewertet und die Forscher haben noch viel Arbeit vor sich.

In der Röntgenastronomie wird nicht nur ein zweidimensionales Bild einzelner Lichtteilchen (Photonen) erzeugt, sondern auch die jeweilige Energie und ihre Ankunftszeit im Detektor werden gemessen. Die Teleskope erlauben also eine einfache Form der Spektroskopie. Die eRASS1-Beobachtungen mit dem eRosita-Teleskop haben im empfindlichsten Energiebereich (0,2-2 Kiloelektronenvolt / keV) 170 Millionen Röntgenlichtteilchen entdeckt – eine Rekordzahl. Neben einem großflächigen und diffusen Röntgenhintergrund, konnte auch gezeigt werden, wie sich an zahlreichen Positionen am Himmel Photonen ballten – entsprechend der fast eine Million nachgewiesenen Objekte, die im Röntgenlicht strahlen. Nach eRASS1 setzte eRosita die Durchmusterung des Himmels bis Februar 2022 fort. Auch diese Daten werden in den kommenden Jahren der Weltöffentlichkeit zugänglich gemacht.


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Bilder:
Usukhbayar Gankhuyag auf Unsplash
MPE, J. Sanders für das eROSITA-Konsortium