Vorreiter in Sachen grüner Architektur: Singapur beeindruckt mit üppig grünen Panoramen. Fotocredit: © schliff/Pixabay
Vorreiter in Sachen grüner Architektur: Singapur beeindruckt mit üppig grünen Panoramen. Fotocredit: © schliff/Pixabay
Singapur gilt als das Vorzeigebeispiel grüner Architektur. Dass nachhaltige Städteplanung möglich ist und mit welchen Anreizen sie gelingen kann, zeigt der Stadtstaat eindrucksvoll.

Gerade im Bereich der Städteplanung scheint es häufig eine enorme Herausforderung zu sein, wirtschaftliche und ökologische Belange unter einen Hut zu bringen. Dass es sich bei einer grünen Architektur in den Städten aber keineswegs um eine Utopie handeln muss, beweist Singapur eindrucksvoll. Der Vormarsch in Sachen grüner Architektur und nachhaltigem Gebäudedesign begann mit dem Wunsch des ersten Premierministers des Stadtstaates Lee Kuan Yew. Ihm war es wichtig, die Insel schnell zu begrünen, um sowohl Schatten als auch Zugang zur Natur für alle Bewohnerinnen und Bewohner zu schaffen. 54 Jahre nach der Gründung des unabhängigen Stadtstaates hat sich Singapur zu einer „Stadt im Garten“ entwickelt, in der das allgegenwärtige Pflanzenleben und die biologische Vielfalt fester Bestandteil der bebauten Umwelt sind.

Biophilie: Verbindung von grüner Architektur und naturnahem Design

Singapur gilt damit als „biophile Stadt“. Von Biophilie ist dann die Rede, wenn es um den angeborenen und oft unbewussten Wunsch in uns Menschen geht, dass wir uns mit der Natur und unserer Umgebung verbinden wollen. Biophiles Design meint damit, dass bei der Gestaltung von Wohnraum Elemente aus der Natur eingebaut werden, die uns Menschen gut tun sollen. Der Inselstaat hat sich somit nicht nur zu einer der mächtigsten Volkswirtschaften der Welt entwickelt, sondern gleichzeitig auch zu einer der umweltfreundlichsten. Besonders in den letzten zehn Jahren wurden viele der nachhaltigen Gebäude errichtet, die heute ein reichhaltiges Panorama aus Glas, Stahl und üppigem Grün bilden. Bei einem Spaziergang durch die Straßen von Singapur bewundern Besucherinnen und Besucher also nicht nur die architektonischen Wunderwerke, sondern vor allem den besonderen Einklang mit der Natur, in dem sie das Stadtbild prägen.

Das Oasia Hotel der WOHA Architects in Singapur beeindruckt – wie so viele andere Gebäude des Stadtstaates – mit grünem Design. Fotocredit: © wikipedia.org/City-Reader, CC BY-SA 4.0 
Das Oasia Hotel der WOHA Architects in Singapur beeindruckt – wie so viele andere Gebäude des Stadtstaates – mit grünem Design. Fotocredit: © wikipedia.org/City-Reader, CC BY-SA 4.0

Stadtbild geprägt von grüner Architektur dank bestimmter Anreize

Möglich macht das vor allem auch die Politik selbst. Denn Bauherren erhalten in Singapur bei jedem Schritt Anreize, um besonders nachhaltiges Design zu entwickeln. 2009 wurde beispielsweise ein Programm ins Leben gerufen, das bis zu 50 Prozent der Kosten für die Installation von grünen Dächern und vertikaler Begrünung finanziert. Damit wurden bis heute mehr als 110 Projekte realisiert. In Singapur ist es außerdem gesetzlich vorgeschrieben, dass jedes Gebäude mit einer Fläche ab etwa 5.000 Quadratmetern wesentliche Mindeststandards hinsichtlich der ökologischen Nachhaltigkeit erfüllen muss. Der Eindruck, der von Singapur damit bleibt, ist ein ganz besonderer. Etwa wenn man sich die 27-stöckige Außenfassade des Oasia Hotels in der Innenstadt ansieht, die üppig mit Ranken bewachsen in einen natürlichen Sonnenschutz gehüllt ist. Auch die Gärten an der Bucht von Wilkinson Eyre bieten Einmaliges: Sie sind neben gärtnerischen Attraktionen vor allem ein besonderes Schaufenster in aktuellste, grüne Technologie.

Wer Näheres über die zahlreichen grünen Projekte der biophilen Stadt wissen möchte, kann sich hier informieren – oder stattet Singapur doch einfach selbst einen Besuch ab?

Quellen: scmp.com, interiordesign.net, de.aspectaflooring.com / Fotocredits: © schliff via Pixabay und wikipedia.org/City-Reader, CC BY-SA 4.0 


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