grundnahrungsmittel, milch, Brot, Lebensmitteltechnik, energieleben
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Selbst Milch und Brot werden mittlerweile chemisch „verbessert“ und haben mit dem ursprünglichen Grundnahrungsmittel wenig zu tun!

Das Fastfood und Fertiggerichte ungesund und alles andere als aus natürlichen Zutaten bestehen ist allen klar – doch das mittlerweile auch die Grundnahrungsmittel wie Milch und Brot Hightechprodukte der Lebensmitteltechnik sind, gerät erst langsam in den Fokus der Medien. Die industrielle Massenproduktion und der Anspruch des Konsumenten, immer und überall frische (oder zumindestens frisch aussehende) Produkte kaufen zu können und immer die maximale Auswahl zu haben, lässt die Lebensmittelbranche zu raffinierten Tricks und Techniken greifen.

Wo man hinschaut liegen frische Brötchen mit der perfekten Kruste in den Körben, nicht nur morgens, sondern den ganzen Tag. Kaum einer gibt sich der Illusion hin, dass hinter der Kulisse den ganzen Tag über fleißige mehlbestaubte Bäcker in der Backstube stehen und das leckere Gebäck zubereiten. Doch woher kommen die Brötchen dann? Aus dem Chemielabor, wie so viele unserer Lebensmittel heutzutage. Bestimmte Enzyme und andere Zusatzstoffe liefern vorhersehbare, einheitliche Resultate beim Backen, können das Altern des Brotes verhindern und die Konsistenz der Kruste beeinflußen. Enzyme greifen direkt in das Lebensmittel ein und man kann mit ihnen alles steuern. Grundsätzlich sind Enzyme natürlich, werden aber heutzutage oft gentechnisch verändert. Und nicht nur die Brötchen aus dem Supermarkt sind betroffen, auch Bäckereiketten haben riesige, industrialisierte Backstuben in Niedriglohnländern, von wo aus halb gebackene, tiefgefrorene Teiglinge per LKW an die Filialen geliefert werden. Dort werden sie dann in spezialisierten Aufback-Öfen knusprig und frisch duftend gebacken. (Und nur ein Hinweis am Rande: dunkles Brot ist nicht gleich Vollkornbrot!! Es ist oft nur mit Malz oder Zuckercouleur eingefärbtes Weißbrot und mit ein paar Körnern bestreut – hier lohnt es sich bei abgepackten Produkten wie immer die Zutatenliste zu lesen)

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Bei Milch kann doch aber nur Milch aus der Kuh drin sein, sonst nichts, meint ihr jetzt vielleicht. Da kann man keine Zutatenliste lesen. Fast, denn heute wird die gute Kuhmilch als industrieller Rohstoff in seine Bestandteile zerlegt und neu komponiert. Länger frisch, laktosefrei und fettarm sind sie, diese neuen Produkte, je nachdem was der Konsument verlangt. Moderne Verfahren der Mikrofiltration erlauben, Milch in immer feinere Bestandteile zu zerlegen und neu zusammen zu setzen. Die rohe, echte Kuhmilch, die noch einen Fettgehalt von rund 4% hat, süß schmeckt und nach deren Genuss sich auf der Innenseite der Lippe ein Milchbart (aus dem enthaltenen Fett, wegen der fehlenden Homogenisierung) bildet, den man sich genüsslich abwischen möchte, sucht man mittlerweile sehr lange.

Was kann man also tun, wenn man die „echten“ Produkte will, und keine industriell hergestellten Neuerfindungen? Das Brot beim kleinen Bäcker um die Ecke kaufen (sofern es den noch gibt) und sich bezüglich der Zutaten und Herstellung informieren, oder am besten selbst backen (ist gar nicht so schwer, wie man es sich vorstellt). Außerdem gibt es mittlerweile den Trend zum „slow baking“ und der Besinnung auf alte Rezepte und Herstellungsverfahren (zum Beispiel bei Joseph Brot). Bei der Milch wird es schon schwerer, ich muss die vollfette, laktosehaltige, kurz haltbare Milch in den Regalen schon immer suchen. Vielleicht erkundige ich mich mal, wie es mit der Haltung einer Kuh in der Stadt so aussieht und melke sie mir einfach selbst 😉

Quellen:
http://netzfrauen.org/2015/02/22/die-wahrheit-ueber-das-geschaeft-mit-dem-gedopten-brot-wie-steht-es-um-unser-wichtigstes-nahrungsmittel/
http://taz.de/!156801/

Bilder/Fotograf: Ulrike Göbl

 Ulrike Göbl, MA

Die nebenberufliche Fitness- und Ernährungstrainerin beschäftigt sich schon seit ihrer Jugend mit gesunder Ernährung und alternativen Lebensweisen. 2010 begann die begeisterte Hobbyköchin ihren Foodblog „Fit & Glücklich“. Dort vereint sie ihre Liebe zu gutem Essen und Sport mit dem Versuch, die Balance im Leben zu finden. Seit 2012 vernetzt sie mit einer Kollegin auch noch die Österreichischen Foodblogger auf einer eigenen Plattform.

 

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