Kamm und Bürste
Kamm und Bürste
Hast du dich schon mal gefragt, wie die Menschen früher ohne Shampoo ihre Haare gepflegt haben?

Ich habe es ausprobiert, was passiert, wenn ich bei der Haarpflege auf typische Shampoos verzichte. Ausgangspunkt war die Frage, wie ich die ganze Chemie und die Plastikfläschchen loswerden kann, die mit dem Verwenden von Shampoo zusammenhängen. Das hat mich auf eine spannende Reise der Alternativen geführt.

Ich habe diverse alternative Varianten der Haarpflege ausprobiert, die ich im Internet finden konnte und sonst wo gehört hatte. Nach inzwischen 2 Jahren experimentieren weiß ich schon recht gut, was bei meinen Haaren funktioniert und was nicht. Nachdem ich schon allgemein über Reduktion als wesentlicher Beitrag für die Umwelt berichtet habe, möchte ich jetzt auch meine Erkenntnisse für das Haare waschen ohne Shampoo mit euch teilen.

Haare täglich kämmen

Eine Möglichkeit ist das tägliche Kämmen, vorzugsweise mit einer Bürste aus Wildschweinborsten. Diese Vairante liest man immer wieder, und es ist aus meiner Sicht sehr wesentlich. Zu beachten ist, dass man wirklich täglich und wirklich gründlich die Haare von allen Seiten (links, rechts, hinten, vorne) vom Haaransatz bis in die Spitzen bürstet, um den Talg gleichmäßig zu verteilen. Dazu reicht es auch nicht aus, dreimal durchzufahren. Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, aber sinnvoll sind ca 20-30 mal pro Kämmrichtung.

Haare kämmen

Lavaerde / Heilerde

Sogenannte Lavaerde oder Heilerde kann – soweit ich das gelesen habe – sowohl als Mischung mit Wasser als auch als Trockenshampoo verwendet werden. Bei ersterem nimmt man 1-2 EL Lavaerde und vermischt es mit ca 1/2l Wasser. Diese Mischung wird dann in die Haare geschüttet, einmassiert und wieder ausgewaschen.

Bei der Verwendung als Trockenshampoo verteilt man die Erde in den trockenen Haaren und bürstet sie danach aus. Das Ausbürsten ist oft ein sehr langwieriger Prozess, bis wirklich alles aus den Haaren entfernt wurde. Ich musste teilweise 15-20 min bürsten, und dann hatte ich noch immer das Gefühl, es war nicht alles draußen.

Vorher:

Haare vor dem Trockenshampoo

Nachher:

Haare nach dem Trockenshampoo

Maisstärke / Speisestärke / Pudding

Auch Stärke kann als Trockenshampoo verwendet werden. Die Anwendung ist wie bei der Heilerde, aber man muss – je nach Haarfarbe – viel gründlicher auskämmen, da man sonst aussieht wie 20 Jahre gealtert mit dem weißen Schimmer im Haar.

Haare mit Maisstärke als Trockenshampoo

Ein weiterer Nachteil ist, dass wenn die Stärke nicht gründlich genug aus den Haaren gebürstet ist, und diese irgendwann wieder nass werden, die Stärke zu kleben beginnt, und die Haare stränig und fettig wirken.

Mein Grund, Maisstärke statt der Lavaerde zu verwenden war vor allem, weil die Lavaerde aus irgendeinem entlegenen Teil der Welt mühsam zu uns transportiert werden muss, und für mich der Energieaufwand der Produktion es nicht wert war.

Natron und Essig

Natron und Apfelessig
Andere Artikel berichten über eine Kombination aus Natron und Apfelessig als Ersatz von Shampoo. Es gibt hierzu unterschiedliche Anleitungen. Die Variante die ich ausprobiert habe war zunächst ca. 1-2 EL Natron mit ca ½ l Wasser vermischt in den Haaren verteilen, evtl. etwas einmassieren. Das fühlt sich im ersten Moment komisch an, und fast etwas spröde. Danach wäscht man die Haare mit Wasser wieder aus, und als zweiter Schritt kommt der Apfelessig (ungefähr die gleiche Menge wie beim Natron, tendenziell ein bisschen mehr), ebenfalls mit Wasser vermisch. Der Essig macht die Haare wieder geschmeidig und glänzend.

Wasser

Während ich mich mit der Maisstärke versuchte zu arrangieren, habe ich immer öfter gelesen und auch von einigen Bekannten gehört, dass es eigentlich auch ausreicht, sich nur mit Wasser die Haare zu waschen, ohne Trockenshampoo oder ähnliches. Nach einiger Überwindung – und während ich 2 Wochen Urlaub hatte – habe ich also meine Haare nur noch ca 1x pro Woche mit Wasser gewaschen.

Was es sonst noch gibt

Es gibt noch wesentlich mehr Varianten der Haarpflege. Ich habe z.B. von Roggenmehl, Bier und Eidotter gehört. Diese Methoden habe ich aber nicht getestet, und kann somit auch nicht sagen, wie sie funktionieren.

Fazit

Nach all meinen Experimenten habe ich für meine Haare eine funktionierende Kombination aus den oben erklärten Varianten gefunden. Ich bürste meine Haare täglich gründlich, wasche sie ca 1-2 mal pro Woche mit Wasser – meist heißem Wasser, auch wenn ich nicht weiß, wie viel Unterschied es macht – und ca 1-2 mal pro Monat, wenn ich den Eindruck habe, dass sie leicht fettig oder etwas abgestumpft werden, kommt die Natron und Essig – Kur. Die Variante mit dem Trockenshampoo habe ich im Grunde gar nicht mehr in Verwendung.

Weiterführende Links

http://experimentselbstversorgung.net/1-jahr-ohne-shampoo/
http://experimentselbstversorgung.net/roggenshampoo/

 

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