kleine Küche
kleine Küche
Hast du nicht viel Platz in den eigenen vier Wänden für eine Küche, willst aber trotzdem viel selbst und frisch kochen?

Mir geht es gerade so: Ich koche sehr gerne und oft frisch, was bedeutet, dass ich auch einen gewissen Platz in meiner Küche brauche, sowohl als Stauraum, als auch beim Kochen. Ich habe derzeit genau 2,04 Meter Platz an der Wand, und da soll eine ausreichend ausgestattete Küche hin. Und beim Planen habe ich gemerkt: eine kleine Küche ist eine echt große Herausforderung!

In meinem Container wurde ich das erste Mal vor diese Herausforderung gestellt. Damals hatte ich weniger als 2 Meter der Wand dafür frei. Jetzt in meiner kleinen Wohnung sind es immerhin ein bisschen mehr. In dieser Größe gibt es kaum, wenn überhaupt Standardküchen, und wenn doch, dann sind sie nicht darauf ausgelegt, sie tatsächlich häufig zu nutzen.

Herausforderung

Die erste Frage, die ich mir gestellt habe war, was ich eigentlich alles beachten muss, wenn ich nur sehr beschränkt Platz habe. Das offensichtlichste ist wohl: Worauf kann ich verzichten? Was ist ein Wunsch, und was muss unbedingt sein? Und dann aber auch mein persönlicher Anspruch: Und wie kann ich das wirklich nachhaltig machen?

Für mich ist zum Beispiel klar, dass ich keinen Geschirrspüler brauche. Ich hatte davor auch schon mehr als 10 Jahre keinen, und habe dem Argument „aber der braucht ja weniger Wasser als wenn du mit der Hand wäscht“ nie so richtig was abgewinnen können.

Was mir allerdings sehr wichtig ist: ein Ofen, zumindest 2 Herdplatten, Platz für meine Getreidemühle, und auch viel Platz für Stauraum von Lebensmitteln, da ich im Herbst auch immer wieder diverses einkoche und trockne.

Planung

Wesentlich beim Planen einer kleinen Küche ist, dass man sich ganz genau überlegen muss, was man wo und wie braucht. Welche Handgriffe macht man gleichzeitig? Welche Werkzeuge braucht man, welche kann man kombinieren oder weglassen? Dabei ist für meine Küche ein laienhafter erster Entwurf entstanden:

Küchenplan

Hat man, wie ich es vorhabe, zum Beispiel keinen Geschirrspüler, ist es notwendig zusätzlich einen Platz für das abtropfende Geschirr zu haben. Meine Idee ist es – aus purer Faulheit heraus – anstatt dem Regal oberhalb des Waschbeckens hängende Abtropfgitter zu montieren. Dadurch nimmt das Geschirr auf der Seite weniger Platz weg, kann ins Waschbecken abtropfen, und muss nicht extra abgetrocknet oder weggeräumt werden. Montiert man dann noch einen Vorhang oder eine Tür, sieht es auch sofort wieder sauber und aufgeräumt aus.

Eine recht häufig in kleinen Küchen verwendete Idee ist es, ausklappbare Tische bzw. Arbeitsflächen einzuplanen, die je nach Notwendigkeit verwendet werden können und sonst keinen Platz in Anspruch nehmen. Hier ist es wichtig zu berücksichtigen, dass sie einem nicht im Weg sind sobald sie ausgeklappt sind.

Hat man nicht viel Platz in der Breite, ist es außerdem hilfreich, in die Höhe zu bauen. Und solange man je nach Häufigkeit des Gebrauchs von unten nach oben sortiert, ist das auch kein allzu großes Hindernis.

Design und Material

Beim Design gibt es ungefähr so viele Geschmäcker wie Menschen auf der Welt, wahrscheinlich sogar noch mehr. Für mich ist es jedoch wichtig, so viel wie möglich Naturmaterialien zu verwenden. Und dabei möchte ich auch aus den Normen ausbrechen. Normalerweise sind die meisten Regal- und Kastenteile aus Pressspanplatten oder ähnlichem. Großteils also Holzspäne, die mit Chemiekleber zusammengemischt und geformt, und dann an den äußeren Flächen mit dem gewünschten Material beklebt werden.

Nachdem ich erst vor kurzem jede Menge solcher Möbel entsorgt habe, weil sie äußerliche Schönheitsfehler hatten, und auch die Form nicht mehr gepasst hat, habe ich mir geschworen, wenn es nur irgendwie möglich ist, so ein Material nicht mehr zu verwenden. Dass die Ausdünstungen des Materials potentiell meine Gesundheit gefährden war dabei gar nicht so im Vordergrund. Bei Schönheitsfehlern kann man es nicht abschleifen, wenn ich eine neue Form haben möchte, brauche ich neue Furnier-Flächen, die über die abgeschnittenen Bereiche geklebt werden müssen, und wenn das alles nichts hilft, muss ich es als Sperrmüll in eine Sammelzentrum führen, weil der ganze Kleber nicht einfach so im Ofen verbrannt oder verkompostiert werden kann. Mit Vollholz kann man irgendwann die Küche einfach abbauen und zu neuen Möbeln verarbeiten, oder sie zumindest als Brennholz gut verwenden.

Ein weiterer Aspekt, der die Norm in Frage stellt ist z.B.: Müssen Küchenkästen immer von allen Seiten fest verschlossen sein? Ähnlich dem Ivar Regal, das ich in meinem Container verwendet habe, kann man nur ein Gerüst montieren, und dann mit Stoff oder sonstigen Materialien einen Sichtschutz basteln. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Einfach kann trotzdem chic aussehen! Auch wenn meine Container-Küche nicht das beste Beispiel hierfür ist…

Container-Küche

Fazit

Beim Einrichten auf kleinem Raum – egal ob es die Küche oder etwas anderes ist – erkenne ich immer öfter, dass man sich viel mehr Gedanken darüber machen muss, wie man die Gegenstände nutzt, was man wirklich braucht, was eigentlich nicht. Manchmal fühlt es sich außerdem an wie Tetris spielen – es kann Begeisterung auslösen oder frustrieren, oft auch beides abwechselnd.

 

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