Temperatur und Säuregehalt steigen, der Sauerstoffgehalt sinkt. Das sind keine guten Aussichten, doch Politik und Gesellschaft scheinen die Probleme nicht zu erkennen oder zu ignorieren.

Das „tödliche Trio“ Übersäuerung, Sauerstoffarmut und Wassererwärmung macht viele Küstenregionen zur toten Zone. Fisch wird bald von der Speisekarte verschwinden.

Übersäuerung, Sauerstoffarmut und Wassererwärmung

Im Gegensatz zum Sinken des Sauerstoffgehalts, versauert das Meer immer stärker durch den industriellen CO2- Ausstoß. Der Gehalt von Treibhausgasen in der Atmosphäre beträgt zurzeit mehr als 400 ppm (=Moleküle pro Millon Moleküle). Dieser Wert sollte nicht weiter als bis auf 450 ppm ansteigen, ansonsten würden die Ozeane dauerhaft geschädigt werden.

Auch die Erwärmung des Wassers gefährdet die Korallenriffe der Weltmeere. Bisher hat sich die Oberfläche der Meere um 0,6 Grad Celsius erwärmt, und schon bis zum Jahr 2050 kann es laut dem Weltklimarat ein ganzes Grad sein.

All diese Veränderungen gingen auch den Massenaussterben in der Vergangenheit voraus. Jedoch gab es damals noch keine Überfischung und auch keine Schadstoffbelastung. Laut Meeresgeologen werden die Folgen in der Zukunft daher noch schlimmer sein.

Auch die Überfischung der Meere stellt ein großes Problem dar. Die Fischereiaufsicht in fast zwei Dritteln aller Staaten ist ungenügend. Bei Überprüfungen wurde festgestellt, dass die von der FAO (Welternährungsorganisation) im Verhaltenskodex vorgegebenen Ziele nicht annähernd erfüllt werden. Zudem soll Schätzungen nach ein Drittel des weltweiten Fischfangs gar nicht registriert sein.

Rangliste zum Zustand der Weltmeere

Wissenschaftler haben in der Fachzeitschrift ,,Nature“ eine Rangliste zum Zustand der Weltmeere erstellt, die die Probleme deutlich darstellt.

Rund 170 Küstenregionen wurden untersucht und nach verschiedenen Kriterien bewertet. Darunter zum Beispiel

  • Wasserqualität
  • biologische Vielfal
  • Tourismus und Freizeit
  • Ernährungssicherung oder
  • Kohlenstoffspeicherung

in den Gewässern.

Ergebnisse der Rangliste

Nur 5% aller bewerteten Länder erhielten über 70 von 100 erreichbaren Punkten, darunter auch Deutschland mit 73 Punkten. Am besten schnitt die unbewohnte Jarvisinsel im südlichen Pazifik mit 86 Punkten ab. Schlusslicht ist Polen mit nur 42 Punkten.

  • 86 Punkte Jarvisinseln
  • 73 Punkte Deutschland und Seychellen
  • 67 Punkte Australien und Russland
  • 63 Punkte USA
  • 53 Punkte China
  • 42 Punkte Polen

Durchschnittlich erhielten die Weltmeere auf der Gesundheitsskala von 0 bis 100 nur 60 Punkte.

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Bildrechte Fisch © Uschi Dreiucker, pixelio.de

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