Schritte
Schritte
Jeder Schritt ist wertvoll.

Es gibt Zeiten und Momente, wo man sich nicht besonders wohl fühlt. Man fühlt sich erdrückt, alleine gelassen, nicht geliebt, überfordert, müde vom Leben, oder ähnliches. In diesen Momenten hat man oft das Gefühl, dass was auch immer vor einem steht unüberwindbar ist, dass man ewig in dem Loch, diesem Tief bleiben wird, wenn nicht jemand kommt und einen mit großem Kraftaufwand herauszerrt.

Aber es geht auch anders. Es braucht sehr selten wirklich eine große, heroische Geste, um aus solchen Gefühlstiefs herauszukommen. Meist sind es viele kleine Schritte aneinander gereiht. Dabei muss ich immer an das Buch Momo von Michael Ende denken, das ich als Kind gelesen habe und das mich nachhaltig geprägt hat. In einem Ausschnitt erklärt Beppo der Straßenkehrer, wie er es schafft, ohne jegliche Mühe die Straßen zu kehren, und mit kleinen Schritten ans Ziel zu kommen.

Ausschnitt aus dem Buch „Momo“

„Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muß nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.“ […] „Auf einmal merkt man, daß man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.“

Druck reduzieren durch kleine Schritte

In kleinere Häppchen verpackt ist jede Herausforderung viel einfacher zu lösen, und man hat weniger Druck und Stress, und mehr Freude an jedem einzelnen Schritt.

Und auch die Verinnerlichung dieser Lebenseinstellung ist in meiner Erfahrung eine lange Straße, die aus den immer wiederkehrenden Schritten „bewusstes Wahrnehmen“, „Erkennen eines speziellen Gedanken- oder Handlungsmusters“ und „ausführen der notwendigen Aktion“ ist.

Dadurch verschwindet das Ziel in der Ferne nicht, aber anstatt dass es Gefühle von Frustration und Stress auslöst, weil noch so viel vor einem liegt, wird es zum beruhigenden Ankerpunkt, zum Nordstern, an dem man sich immer orientieren kann. Erfreuen kann man sich an jedem einzelnen Schritt, den man in seinem Leben geschafft hat.

Der lange Weg ist das Ziel

Ich fühle mich oft von meinen eigenen Ansprüchen gedrängt, schneller und besser zu sein, und das ist ein sehr unangenehmes Gefühl. Aber (fast) jedes mal wieder, wenn dieses Gefühl in mir auftaucht, fällt es mir ein bisschen leichter, es bewusst wahrzunehmen und zu erkennen, dass ich nicht darin gefangen bleiben muss, sondern stattdessen nur an den nächsten kleinen Schritt denken brauche. Der ist dann meist verbunden damit, irgendwas kleines in meiner Umgebung zu ändern, um mir den nächsten Schritt zu erleichtern. Das kann z.B. ein Ortswechsel sein, oder ein anders Kleidungsstück, das ich trage. Es gibt da viele kreative und persönliche Lösungen.

Fazit

Probleme und Herausforderungen, die riesig und unmöglich zu schaffen wirken, können nur gelöst werden, wenn man einen Schritt nach dem anderen macht. Durch gedanklichen Stress kommt man nicht schneller ans Ziel, dafür aber mit weniger Freude. Konzentriert man sich immer nur auf den nächsten Schritt, dann ist das Ziel selbst nicht mehr so wichtig, weil man sich schon am Weg über jeden einzelnen geschafften Schritt gefreut hat.

Quellen:

http://www.mariabuchen.de/texte_und_gebete/unterwegs/text2.htm

 

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