Nachhaltigkeit erfordert Achtsamkeit, Respekt und Würde „für alle meine Verwandten“, das ist die gesamte belebte und unbelebte Natur. Mit diesen Kriterien ist das Leben auf diesem Planeten zu gestalten, will…

Nachhaltigkeit erfordert Achtsamkeit, Respekt und Würde „für alle meine Verwandten“, das ist die gesamte belebte und unbelebte Natur. Mit diesen Kriterien ist das Leben auf diesem Planeten zu gestalten, will man ihn nicht langfristig für alle Zeiten unbewohnbar machen.

 

Die Summe der Details macht ein gutes Werk

Diese eigentlich aus der Architektur oder dem Design entlehnte Forderung sollte auch für alle anderen Bereiche des Lebens gelten. Überall ist es nämlich die Summe der Dinge, die am Ende eine Kraft darstellt. Selbst der mächtige Berg besteht aus einer Summe von Myriarden von kleinen Materiekörnern, so wie ein Volk, ja selbst die gigantischen Summen, die an der Börse gehandelt werden bestehen letztlich aus einer Vielzahl von Kleinmünzen – sofern überhaupt ein echter Gegenwert existiert.

Wie in allen Lebensbereichen hat das „think big“ zerstörerische Wirkung gehabt. Im Energiebereich wird mit riesigen Kraftwerken gearbeitet. Diese erzeugen so große Strommengen, dass diese wiederum mit Hoch- und Höchstspannungsleitungen in die kleineren Verteilernetze, die Mittelspannungsebene transportiert werden müssen.

All dies ist völlig überflüssig, so wie auch die damit einhergehende Zerstörung der Umwelt.

Eine Vielzahl von kleinen und mittleren Kraftwerken, die immer, wo möglich auch die eingesetzte Energie vollständig ausnutzen, kann den Bedarf an Energie liefern, ohne brachial in Ökosysteme einzugreifen.

 

7000 Wasserkraftwerke erzeugten Strom dort, wo er gebraucht wurde

Kleine Anlagen mit Schaufelrädern, die oft noch an einer kleinen Umleitung des eigentlichen Flussbettes angeordnet waren, trieben in der Schweiz Maschinen, Mühlräder und später Generatoren an. Das war vor 50 Jahren. Heute sind es weniger als 1000 private Kleinanlagen. Der Strom kommt nun vorwiegend von Großkraftwerken. Was hier auch, neben der Natur verloren ging, ist Wertschöpfung.

In vielen Symposien, Fachgesprächen der Wissenschaft mit Technikern und Investoren werden Wege gesucht, Ersatz für die abzuschaltenden Kernkraftwerke und Klimaschädlichen Kraftwerke, die fossile Energieträger nutzen zu finden. (http://www.itas.fzk.de/deu/tadn/tadn013/marx01a.htm) Dabei wird bewusst oder unbewusst ausgeblendet, dass der Wirkungsgrad der herkömmlichen Stromerzeugungsanlagen lausig ist. In der Regel wird eine gewaltige Menge an Abwärme in die Luft geblasen oder in die Flüsse geleitet. Das ist scho ein Armutszeugnis für die Zunft der Ingenieure. Arm vor allem, weil nur mit Scheuklappen daran gedacht wird, den Wirkungsgrad der Stromausbeute zu erhöhen. Es fehlt der interdisziplinäre Ansatz, denn viel höher ist, mit 51% der Bedarf an Wärme, vor dem an Strom mit grade 21%.

Genauso blind wird nach Wasserkraft – im großen Stil natürlich – gerufen, weil hier ja nichts verbrennt, also keine klimaschädigenden Abgase entstehen und doch nur Wasser über Schaufelräder der Turbinen geleitet wird. Der dabei auftretende Schaden an der Flora und Fauna, sowie dem Klima durch Methanausgasung wird ignoriert.

 

Ein runder Tisch mit allen Beteiligten statt Planung vom „grünen“ Tisch

 

Wer wachen Auges die hektischen Planungen und Aktionen der Verantwortlichen beobachtet, muss stark an deren Intelligenz zweifeln. Wie Professor von Weizsäcker oder Jean Ziegler seit Jahrzehnten bemängeln, produzieren Ingenieure und Wissenschaftler bei jeder Korrektur eines Fehlers eine Vielzahl neuer Fehler. Intelligenz ist aber ein Denken ohne Scheuklappen, mit dem gesamten System im Fokus. Dazu gehören Fachleute und einfache Menschen an den Planungstisch, die all die Faktoren ins Kalkül bringen, die die Fachidioten völlig übersehen. Nur aus der Summe guter – und schlechter – Gedanken und Ideen kann ein gutes Ganzes wachsen, der Rat der Weisen bestand immer aus der Summe der Erfahrungen, nicht einer Einzelmeinung.

 

Erst kommt die Wärme, dann der Strom – und der Verkehr

 

In den meisten Industriestaaten wäre der gesamte Strombedarf gedeckt, würde in Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme zugleich erzeugt. Ja, es gäbe sogar einen Überschuss an Strom, der dann für den Verkehr genutzt werden kann. Hierfür gibt es schon lange nachhaltige Wege, mit nachhaltiger Biomassenutzung oder Tiefengeothermie. Jede zusätzliche Stromquelle, aus Sonne, Wind oder Wasser wäre überflüssiger „Spielkram“.

Gibt es in Sonderfällen, Bergregionen, Ballungszentren ausnahmsweise einen höheren Bedarf an elektrischer Energie, sind intelligente – eben nachhaltige – Lösungen gefragt. Das sind dann kleine Wind- oder Solaranlagen, wie sie in Afrika in den Dörfern Strom erzeugen, wo Wärme weniger benötigt wird. Diese werden dort angeordnet, wo die Energie gebraucht wird und Überlandtransporte überflüssig sind.

In den Bergregionen – wie der Schweiz und Österreich – gibt es eine Vielzahl von kleinen Flüssen und Bächen, die immer schon die Kraft geliefert hatten, die an bestimmter Stelle benötigt wurde. An bestehenden Wasserfällen, Katarakten und Sturzbächen könnten wieder kleine Kraftwerke errichtet werden, nachdem Ökologen das gesamte Umfeld auf die Auswirkungen untersucht und sorgfältig über den bevorstehenden Eingriff nachgedacht haben. Geschieht dies unter Einbeziehung der Bedürfnisse „aller unserer Verwandten“, sollte eine verträgliche Lösung möglich sein.

 

Wasser fließt nicht nur in Flüssen

Intelligenz, als Nutzung vorhandener Ressourcen ohne Schädigung des Gesamtsystems könnte sich auch mit der Nutzung der Fließenergie in unseren städtischen Rohrnetzen befassen. Dort fließt das Trink- und das Abwasser oft mit hoher Energie und wird aufwändig mit Druckreduzierventilen „abgebremst“, bevor es in Vorratsbehälter oder Klärbecken gelangt. An diesen Stellen, wo Druck, also Energie vernichtet wird, kann diese immer auch in Nutzenergie gewandelt werden. Gleiches gilt an vielen Stellen für industrielle Prozesse, bei denen Energie, die nicht benötigt wird verloren geht. Das ist nicht nur Volkswirtschaftlich grober Unfug.

Ratten sind uns immer noch weit überlegen, geht es um intelligentes Überleben. Besonders die Verantwortlichen unserer Systeme sollten sie zum Vorbild nehmen, denn potenziell könnten viele von ihnen zumindest mit den Tieren gleichziehen. „Yes we can“ aber immer nur mit all unseren Verwandten. Achtsam, Respektvoll und unter Bewahrung der Würde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*