Ein wichtiger Schritt zu mehr Regionalität und Diversität.

Naturparks sind Landschaftsräume, die durch langfristiges Einwirken, Nutzen und Bewirtschaften entstanden sind. Sie stellen wertvolle Kulturlandschaften dar, die bewahrt werden sollen. Gleichzeitig sollen sie dazu dienen, Umweltbildung zu vermitteln, und die Regionen und regionale Produkte zu fördern.

Schon seit vielen Jahrzehnten gibt es Naturparks in ganz Europa. Sie unterliegen in den meisten Staaten einem gesetzlich reglementierten Gebietsschutz, der Teil des Naturschutzrechts ist. Allein Österreich hat insgesamt 47 Naturparks, die im Verband der Naturparke Österreich (VNÖ) zusammengefasst werden.

Organisation und Leitung der Naturparks

Die jeweilige Landesregierung legt fest, ob in einem Gebiet ein Naturpark entstehen soll. Organisiert werden sie dann meist von Vereinen, teils aber auch von Firmen. Diese Organisationen stellen sicher, dass die Landschaft erhalten, gleichzeitig aber auch Umweltbildung betrieben wird.

Im Grunde wird häufig auf Basis von seltenen Pflanzen, die in einer Region wachsen, ausgeforscht, wo sich schützenswerte Gebiete befinden. Dann wird mit dem Grundbesitzer kommuniziert, ob eine Bereitschaft zu Naturschutz-Projekten besteht. Die Umsetzung von Maßnahmen ist daher vom Eigentümer der jeweiligen Fläche abhängig. Dies bringt einige Einschränkungen mit sich, eröffnet aber auch zuvor nicht dagewesene Möglichkeiten.

Funktion von Naturparks

Die Aktivitäten der Naturparks stützen sich auf vier Säulen: Schutz, Erholung, Bildung und Regionalentwicklung. Der Schutz und Erhalt der Biodiversität ist hier besonders in den letzten Jahren stärker in den Fokus gerückt.

Die Bildung wird etwa durch Naturparkschulen und -kindergärten, sowie diverse Veranstaltungen und Seminare, die über die jeweiligen Naturparks angeboten werden, abgedeckt. Naturparkschulen sind in dem Fall Schulen in der Region, die eine starke Kooperation mit dem Naturpark haben. Außerdem werden regelmäßig Projekte und Veranstaltungen mit den Schülern gemeinsam geplant und umgesetzt. Dadurch sollen die Kinder mehr Bezug zu den Lebewesen und Landschaften in ihrer Umgebung bekommen.

Der Infopoint des Naturparks Mürzer Oberland am Preiner Gscheid, Rax – Photocredit: wikipedia.org/Haeferl

Projekte

Im Naturpark Leiser Berge etwa wurden in den letzten Jahren Projekte gestartet, um gefährdete Arten wie den Wacholder, und die Große und die Schwarze Kuhschelle zu zählen. Außerdem gab es Aktionen mit Schulklassen weitere Wacholdersträucher auf den, in der Gegend typischen, Trockenrasen zu pflanzen.

Unterschied zum Nationalpark

Der wesentliche Unterschied zum Nationalpark ist, dass dieser großteils im Staatsbesitz ist, und somit konkrete Umweltschutz-technische Vorgaben großflächig umsetzen kann. Bei Naturparks sind die Grundstücke hingegen großteils im Privatbesitz, bzw. im Besitz der Gemeinden. Dadurch ist es wichtig, hier gute Beziehungen zu pflegen. Dadurch wird es möglich, die jeweiligen Besitzer davon zu überzeugen, dass dies ein sinnvolles Projekt ist und die Lebensräume auf ihrem Land erhaltenswert sind.

Naturpark-Spezialitäten

Um die regionalen Betriebe der Naturpark-Gebiete zu fördern, gibt es die Möglichkeit, spezielle kulinarische Köstlichkeiten als Naturpark-Spezialität anzubieten. Dies ist jedoch nur möglich, wenn ganz bestimmte Kriterien erfüllt sind. Eines dieser Kriterien etwa ist es, dass die Lebensmittel, die in der Region produziert wurden, einen Beitrag zum Schutz der Landschaft liefern.

Streuobstwiesen bieten beispielsweise einen Lebensraum für Steinkauz, Wiedehopf, Fledermäuse und diverse andere Tiere und liefern gleichzeitig das Obst für Säfte, Marmeladen und Schnäpse.

Finanzierung

Getragen werden die meisten Naturparks von den umliegenden Gemeinden, Tourismusverbänden, Grundbesitzern und auch Infrastrukturbetreibern. Zusätzlich sind jedoch die meisten dieser Organisationen für Projekte sehr stark auf Förderungen – sowohl vom Land, als auch von der EU – angewiesen. Weitere Einnahmequellen sind je nach Naturpark sehr unterschiedlich, oft aber sehr beschränkt.

Fazit

Naturparks sind nicht darauf ausgelegt, Gebiete wieder völlig verwildern zu lassen und der Natur zurückzugeben. Sie sind aber auch nicht reine landwirtschaftliche Flächen – egal ob Bio-zertifiziert oder nicht – die rein auf Ertrag aus sind. Viel mehr stellen sie eine Art Mittelweg dar. Sie sind Nutz- und Kulturflächen, die aber dennoch den Anspruch haben Biodiversität und nachhaltige Bewirtschaftung zu fördern.

Quellen

https://www.naturparke.at/
https://www.naturpark-leiserberge.at/