Nach 15 Jahren: Österreich erhält einen hochpräzisen Windatlas.

Österreich verfügt seit August 2026 über einen vollständig neu erstellten, hochauflösenden Windatlas, der das Windpotenzial im ganzen Land erstmals seit 2011 umfassend aktualisiert. Entwickelt wurde er vom Planungsbüro Energiewerkstatt im Auftrag des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) – in Kooperation mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

Der neue Atlas zeigt: Mehrere Regionen Österreichs besitzen deutlich mehr Windkraftpotenzial als bisher angenommen. Die Analyse basiert auf modernsten Klimamodellen, Satellitendaten und Windmessungen und liefert die bislang genauste Darstellung der Windverhältnisse im Land.

Hochauflösende Daten: 100‑Meter‑Raster und mehrere Höhenstufen

Der Windatlas 2026 bildet die langjährige mittlere Windgeschwindigkeit in einem 100 × 100 Meter‑Raster ab – und zwar in den Höhen 80, 100, 130 und 150 Metern über Grund. Damit ist er eine methodisch weiterentwickelte und deutlich präzisere Grundlage als der Windatlas von 2011.

Die Daten sind kompatibel mit europäischen Standards und wurden nach ESA‑Qualitätskriterien entwickelt – inklusive Rückverfolgbarkeit, hoher Datenqualität und moderner geospatialer Analyseverfahren.

Neue Potenzialräume in sechs Bundesländern

Besonders relevant für die Energiewende: Der neue Windatlas identifiziert zusätzliche Potenzialräume, die bisher unterschätzt wurden. Diese liegen in:

  • Oberösterreich: südliches Traunviertel, nördliches und nordöstliches Mühlviertel
  • Kärnten: insbesondere die Region Soboth sowie Bereiche von der Ankogel‑ bis zur Schobergruppe
  • Niederösterreich & Steiermark: großflächige Gebiete im Alpenvorland, Mürzsteger Alpen und Region Semmering
  • Salzburg: Loferer und Leoganger Steinberge bis in die Berchtesgadener Alpen
  • Tirol: südliche Bereiche der Ötztaler und Zillertaler Alpen

Auf Gemeindeebene erreichen die positiven Abweichungen gegenüber dem alten Windatlas bis zu 1 m/s – ein erheblicher Unterschied für die Standortbewertung.

Auch Rückgänge sichtbar: Wo weniger Wind weht als gedacht

Der neue Atlas zeigt nicht nur zusätzliche Potenzialräume, sondern auch Regionen, in denen das Windpotenzial geringer ausfällt als bisher angenommen. Diese Korrekturen sind wichtig, um Fehlinvestitionen zu vermeiden und Planungen realistisch auszurichten.

Technische Tiefe: Beobachtungsdaten, Machine Learning und ESA‑Satelliten

Der Windatlas kombiniert:

  • Satellitendaten der ESA
  • Windmessungen aus Österreich
  • moderne Klimamodelle
  • Machine‑Learning‑Methoden zur Windfeldrekonstruktion
  • Hochauflösende Rasterdaten für Hubhöhen bis 150 m

Damit entsteht eine wissenschaftlich robuste Grundlage, die sowohl langfristige Mittelwerte als auch regionale Besonderheiten sichtbar macht.

Was der Windatlas bedeutet

Der neue Windatlas zeigt klar: Österreich hat mehr nutzbares Windpotenzial, als bisher angenommen und das besonders in Regionen, die bislang kaum im Fokus standen. Gleichzeitig schafft er Transparenz darüber, wo Windkraft weniger sinnvoll ist.

Für die Energiewende bedeutet das:

  • Neue Chancen für zusätzliche Windkraftstandorte
  • Mehr Planungssicherheit für Gemeinden und Projektentwickler
  • Bessere Datengrundlage für Genehmigungen und Energiepolitik
  • Stärkung der regionalen Energieautonomie

Der Windatlas 2026 ist damit ein zentraler Baustein, um Österreichs Windkraftausbau wissenschaftlich fundiert und effizient voranzutreiben.

Wie viel Wind weht in deiner Region?  windatlas.energiewerkstatt.org


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Bild: Wien Energie/Johannes Zinner; Energiewerkstatt