Plastik ist in aller Munde, leider im wahrsten Sinne des Wortes und auch schon längst weiter in uns, in unseren Mägen, Därmen und allen weiteren Organen. Millionen Meerestiere verenden bereits…

Plastik ist in aller Munde, leider im wahrsten Sinne des Wortes und auch schon längst weiter in uns, in unseren Mägen, Därmen und allen weiteren Organen. Millionen Meerestiere verenden bereits jämmerlich in jedem Jahr an dem Plastikmüll in Ozeanen, Flüssen und Seen. Wahrscheinlich ist auch bei den Menschen schon lange das Plastik ein Auslöser einer bisher noch unbekannten Zahl von Allergien und ernsthaften Erkrankungen. Ist der Mensch so grenzenlos dumm, dass er sich wissentlich selbst vergiftet?

 

Es braucht den „Crash“ um das Denken anzuregen, erst Not macht erfinderisch

 

Ohne den GAU von Fukushima hätte es die Energiewende – zumindest so – nicht gegeben. Besonders konservative „Denker“ brauchen den „Schlag ins Genick“ um nachzudenken. Ihr „Beharrungsvermögen“ ist besonders ausgeprägt, was sie so gefährlich macht, da sie ja auch dazu neigen, „in der Ignoranz“ zu verharren. Immerhin hatten wir „Primaten“ über Jahrmillionen keine Probleme mit unseren Abfällen. Sobald ein Rest – zum Beispiel unserer Nahrung – unsere Hände verlassen hatte, aus unserem Blickfeld verschwunden war, war der Fall erledigt. Unsere Mitwelt hat sich sofort darum gekümmert und den „Rest“ auf irgendeine Art weiter verwertet. Auch in den ersten Siedlungen – vor ca. 10.000 Jahren – war der Abfall noch nicht ein großes Problem, fast alles wurde in irgendeiner Form so weit genutzt, dass kein nennenswertes Problem auftrat. In den ersten Städten kamen die Bewohner auch bald auf einfache Ideen, ihre Abfälle möglichst vollständig aus dem „Erlebensbereich“ zu schaffen, zumindest von dem Zeitpunkt, wo er wirklich lästig wurde. Es bestand also über lange Zeit in unserer „Evolution“ kein wirklich ernsthafter Anlass, sich um die Abfälle zu kümmern, die Verursacher „spürten keinen Bedarf“.

Das Nachdenken über das Abfallproblem begann erst, als die Abfallberge „zu stinken begannen“ und schließlich sogar die Ausbreitung von Seuchen den Abfallbergen in der Stadt zugeordnet wurde. Der Anlass zum Denken war der spürbare eigene Schaden. Immerhin waren diese Probleme lösbar, weil letztlich die Abfälle „verschwanden“, wenn auch oft nur über lange Zeiträume durch Verrottung oder mit etwas mehr Aufwand durch Verbrennung.

 

Ein Problem, das man nicht spürt, veranlasst – noch – nicht zum Handeln

 

„Vernünftiges Handeln“ entsteht in der Regel nur aus wohlverstandenem Eigeninteresse. Sobald aus der Aktion ein persönlicher Erfolg spürbar – oder auch erkennbar – ist, ist das Problem gelöst. Alle Folgen der Handlung werden nur soweit bedacht, wie sie im persönlichen Wahrnehmungsbereich liegen. Je eingeschränkter dieser Wahrnehmungsbereich ist, desto weniger werden auch die „weiteren Folgen“ der Handlung bedacht. Außerdem muss ein Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung erkennbar sein. Dieser wird allerdings auch gern so lange wie möglich ignoriert oder bestritten, sobald dem Akteur eine negative Folge seines Handelns vorgehalten wird. Ein aktuelles Beispiel ist natürlich die hitzige Diskussion über die Ursachen und Folgen des Klimawandels.

Seit der Mensch die „Gemeinschaft der Mitwelt“ verlassen hat, gehört diese nicht mehr in seinen Wahrnehmungshorizont. Die Mitwelt hat ihre Würde verloren, sie wurde durch den „Wert“ ersetzt, der nun nur noch als Geldwert gemessen wird. Alles, was also keinen „spürbaren“ geldwerten Vorteil besitzt, taucht in der Kalkulation des „homo oeconomicus“ nicht auf, alles was nichts kostet, besitzt auch keine Würde – mehr.

 

Essen wir bereits unser Geld?

 

Die „Erfindung des Geldes“ und die soziale Lösung der Menschen aus der Gemeinschaft – auch der Mitwelt – gingen einher. Geld als allseits akzeptiertes Zahlungsmittel wurde von den „Raubrittern“, oder auch „Schutzherren, Lehnsherren, Könige“ etc. genannt, eingeführt um ihre Schlägertruppen mit zusätzlichen Söldnern, also „Soldempfängern“ aufzurüsten. Diese konnten mit einer Besoldung aus Waren nichts anfangen, da sie diese mit sich herumschleppen hätten müssen. Geld war raumsparender und eben überall gegen Nahrung, Waren – und Dienstleistungen – einzutauschen. Geld bedeutete also von Anbeginn: Macht, zumindest, solange ihm ein Wert beigemessen wird.

Seither geht das Bestreben der Menschen dahin, diese Macht anzuhäufen, was man heute als „Profit“ bezeichnet. Dieser entsteht dadurch, das mit möglichst geringem – Geldwerten, also finanziellem – Aufwand möglichst viel Gewinn erzeugt wird. Unter diesen Bedingungen ist die Herstellung von Kunststoffen ein profitables Unterfangen, solange gewisse Bedingungen erfüllt sind. Diese sind, dass der Produzent und der, der das Produkt verkauft, möglichst wenig Geld dafür aufbringen müssen und möglichst viel dafür erhalten, die „Gewinnspanne“ also möglichst groß ist. Unsere kapitalistischen, demokratischen Gesellschaften garantieren dies, indem sie mögliche „Kosten“, die nicht direkt mit dem Herstellungs- und Vertriebsprozess anfallen, den Produzenten abnehmen. Alle Kosten also, die für die Beseitigung der Produkte – nach möglichst kurzem Gebrauch – und für eventuelle Schäden, die diese Produkte anrichten, zahlt die Gemeinschaft. Kurzum: Der Kapitalist erhält den Gewinn aus einer Milchmädchenrechnung, die wahren Kosten trägt der Bürger.

Eine Gemeinschaft, die nicht so viel Geld besitzt, um diese Folgekosten zu tragen, wie zum Beispiel Ruanda, muss sich daher etwas einfallen lassen, wie sie mit diesem Umstand umgeht. Hier entsteht ein „spürbarer Effekt des Blödsinns“, der die Bürger zum Handeln veranlasst. Die absolut verständliche Reaktion in Ruanda war: Plastik ist verboten!

http://www.tagesschau.de/ausland/ruanda156.html

http://www.dw.de/ruandas-strenge-recycling-gesetze/a-17203894

http://www.cleanenergy-project.de/feuilleton/kommentar/item/5566-ist-ein-ende-des-plastikzeitalters-in-sicht

http://www.deutschlandradiokultur.de/vom-voelkermord-zum-wirtschaftswunder.979.de.html?dram:article_id=210208

http://www.natur.de/de/20/Plastikmuell-durchzieht-die-Themse,1,,1402.html

http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/ndr/2014/mikroplastik-100.html

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