Dürfen wir vorstellen: Eines der vielen Schafe, die gerade auf der Donauinsel "mähen".
Dürfen wir vorstellen: Eines der vielen Schafe, die gerade auf der Donauinsel "mähen".
Schafe als Rasenmäher? Ja! Auf der Donauinsel helfen seit diesem Jahr Schafe mit, die Pflege der Donauinsel umweltfreundlicher zu halten. Wir haben die gemütlichen Tiere besucht und mit ihrem Schäfer über seine Arbeit gesprochen.

„Mäh!“ und „Mähen“ liegt auf der Donauinsel seit Mai diesen Jahres sehr eng beieinander. Denn im nördlichen Abschnitt der Insel sind derzeit etwa 50 Schafe damit beauftragt, die Wiese zu mähen. Und das hat gute Gründe.

Man muss von der U1 Donauinsel schon noch ein paar Kilometer radeln, um die lebenden Rasenmäher etwa auf Höhe von Kilometer 20 zu entdecken.
Man muss von der U1 Donauinsel schon noch ein paar Kilometer radeln, um die lebenden Rasenmäher etwa auf Höhe von Kilometer 20 zu entdecken.

Die Schafe sind Teil des EU-Projektes LIFE DICCA, mit dem auf der Donauinsel zahlreiche Maßnahmen ergriffen werden, um die Grün- und Lebensräume des Gebietes zu erhalten und sie an den Klimawandel anzupassen.

Die Schafe auf der Donauinsel sind eine bereits umgesetzte Maßnahme des EU-Projektes LIFE DICCA.
Die Schafe auf der Donauinsel sind eine bereits umgesetzte Maßnahme des EU-Projektes LIFE DICCA.

Bei den Schafen handelt es sich dabei um eine alte, seltene Rasse: Das Krainer Steinschaf kommt gut mit Hitze zurecht und ist sehr genügsam. 

Die alte Nutztierrasse ist besonders stressresistent und gilt als idealer Futterverwerter.
Die alte Nutztierrasse ist besonders stressresistent und gilt als idealer Futterverwerter.

Obwohl die Schafe sehr robust und genügsam sind, wird trotzdem täglich nach ihnen gesehen. Die Schafe gehören dem Betrieb WUK bio.pflanzen und sind von der Stadt Wien nur „geleast“. Der Schäfer Reinhard Maniszewska, Mitarbeiter dieses Betriebes, kümmert sich jeden Tag um seine Schützlinge. 

Schäfer Reinhard Maniszewska ist verantwortlich für die Gesunden- und Wasserkontrolle sowie für die Betreuung der Weide auf der Donauinsel. – Foto: © Urban/Wiener Gewässer
Schäfer Reinhard Maniszewska ist verantwortlich für das Wohlbefinden der Schafe und bringt jeden Tag frisches Wasser. – Foto: © Urban/Wiener Gewässer

Maniszewska bezeichnet sich als absoluter Quereinsteiger: „Ich wollte als Jugendlicher schon immer einen Bauernhof haben. Ich arbeite einfach gern mit Tieren, die sind so direkt. Ich habe zwar selber Tiere und viel Erfahrung in ihrer Haltung, aber was Schafe angeht, da habe ich erstmal Fachliteratur verschlungen und ein Praktikum bei einem Schäfer gemacht. Und jetzt genieße ich die Arbeit mit den Schafen sehr“, erzählt der begeisterte Schäfer.

Die Schafe werden gut umsorgt: Wasser, Gesundheit und Zäune werden täglich kontrolliert.
Die Schafe werden gut umsorgt: Wasser, Gesundheit und Zäune werden täglich kontrolliert.

Und Reinhard Maniszewska weiß auch, was die Tiere nun mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun haben: „Ihr Job ist das Rasenmähen. Und das machen sie deutlich schonender als Maschinen.“

Hier wartet noch ein ordentliches Stück Arbeit auf die Schafe. Mahlzeit!
Hier wartet noch ein ordentliches Stück Arbeit auf die Schafe. Mahlzeit!

„Der Vorteil bei den Schafen ist, dass sie nicht auf einmal so viel abgrasen können, wie das ein maschineller Rasenmäher tun würde. Dadurch können Klein- und Kleinstlebewesen ausweichen und danach wieder auf ihre Plätze zurückkehren. Große Mähmaschinen, die auf einmal Riesenflächen mähen, zerstören diesen wichtigen Lebensraum für kleinste Tiere oft“, so Maniszewska.

Die mähenden Schafe ermöglichen kleinen Lebewesen, sich zu schützen, sie sind dabei leise und stoßen keine Schadstoffe aus.
Die mähenden Schafe ermöglichen kleinen Lebewesen, sich zu schützen, sie sind dabei leise und stoßen keine Schadstoffe aus.

Abgesehen von ihrem großartigen Beitrag zum Umweltschutz bieten die Schafe für ihren Schäfer aber noch viel mehr: „Man verliebt sich einfach in das Wesen der Schafe. Sie sind so unterschiedlich. Ich finde zum Beispiel, schwarze Schafe sind klüger als die anderen – aber auch frecher. Daher kommt wohl das Sprichwort ,Schwarzes Schaf’. Überhaupt versteht man als Schäfer plötzlich, woher geflügelte Worte kommen. Ich weiß jetzt, warum man vorm Einschlafen Schäfchen zählt. Damit wird man nämlich nicht fertig. Ohne ein bestimmtes System kann man die nämlich wirklich nicht zählen, wenn sie in Bewegung sind.“

Schafe zählen? Probiert es aus: Wie viele Schafe verstecken sich in diesem Schafsuchbild?
Schafe zählen? Probiert es aus: Wie viele Schafe verstecken sich in diesem Schafsuchbild?

Der Elektro-Weidezaun der Schafe ist übrigens so konzipiert, dass man ihn beliebig verlegen kann. Wenn die Schafe also ein Teilstück fertig abgegrast haben, so wartet wieder neue Mahlzeit – äh Arbeit – auf sie.

 

Fotocredit: © Energieleben Redaktion (8) / Urban – Wiener Gewässer (1)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*