Wohlbefinden ist etwas Individuelles. Diese Tipps helfen, die richtige Heizmethode für dich zu finden.

Es ist kalt. Und es wird noch kälter. Als ich heute morgen auf dem Weg ins Leopold Museum war, flogen mir zum ersten Mal dieses Jahr in Wien Schneeflocken um die Nase. Schnee ist ja schön und gut, aber sofort musste ich an die Heizkosten für meine zugegebenermaßen relativ große aber auch superschöne Altbauwohnung denken. Machte ich alles richtig? Und wie heizt man eigentlich am besten eine Altbauwohnung? Befeuert durch die immens hohen Räume im Museum, machte ich mich später auf eine kurze Recherche. Wie man also günstig seine Altbauwohnung heizen kann, liest du jetzt:

Altbauwohnung richtig heizen

Mir ist klar, dass ich mich in meiner Wohnung wohl fühlen will – das ist mir auch ein paar Grad mehr im Winter wert. Trotzdem kann man, so gut es geht, nachhaltig Energie sparen, ohne zu erfrieren. Ich gebe einige Tipps, die dir dabei helfen können. Wichtig ist dabei, dass Wohlbefinden logischerweise etwas Individuelles ist. Mir wird leicht kalt und ich bin viel Zuhause, deswegen ist meine Heizung vielleicht etwas wärmer, als deine. Finde für dich, was dir richtig und gut erscheint. Jede Wohnung ist nun mal anders aufgebaut- da spielen viele Faktoren rein. Trotzdem denke ich, dir hier ein paar gute Tipps geben zu können. Im Zweifelsfall- ziehe doch einen Energieberater zu Rate.

altbauwohnung richtig heizen
Ich versuche zu eruieren, ob sich der letzte Schluck noch lohnt, aber nein- die Tasse ist leer.

1. Finde die passende Temperatur, mit der du dich im Winter wohl fühlst

Bei mir in der Wohnung hat es im Durchschnitt wohl um die 22° Celsius im Winter in den Räumen, in denen ich mich am meisten aufhalte. Bei dieser Temperatur geht es mir gut, ich habe nur selten kalte Füße und kann in Pullover und Pyjamahose am Sofa unter einer Decke sitzen und stundenlang schreiben, ohne, dass ich erfriere. Für manche Menschen ist das vielleicht schon zu warm, andere wollen es noch wärmer. Viel wärmer würde ich aber nicht empfehlen, da die Heizkosten doch recht schnell steigen können und diese trockene, warme Luft auch gar nicht so gesund für den Körper ist.

2. Stelle einen Tag-Nacht-Timer

Stell dein Thermostat für die Heizung richtig ein. Überlege dir, wann du immer schlafen gehst, und wann du aufstehst. Fast immer gibt es einen Nachtmodus, in dem man die Heizung für die Nacht ein paar Grad niedriger einstellen kann. Bei mir darf es in der Nacht auf bis zu 19° abkühlen. Das klingt erst einmal nach wenig Abkühlung, aber du musst bedenken, dass es mehr Energie kosten kann, von einer sehr niedrigen Temperatur auf eine hohe zu heizen- und das jeden Morgen. Effizienter ist es, auf einem relativ gleich bleibendem Niveau zu bleiben. Aber wie schon gesagt- auch hier musst du schauen, wie es für deine Wohnung am besten funktioniert, in einigen Fällen kann es sich sogar auszahlen, die Heizung über Nacht auszustellen.

3. Verschiedene Temperaturen für verschiedene Räume

Falls das bei dir geht- variiere doch die Temperatur für die verschiedenen Räume. Im Schlafzimmer, im Klo und im Vorzimmer reichen oft 18° oder ein bisschen weniger, in der Küche dann vielleicht 20° und im Wohnzimmer eventuell auch mehr, wenn du dort lange und oft bist. So konzentrierst du die Energie auf die richtigen Orte und verschwendest so wenig wie möglich.

4. Richtig lüften

Auch richtig zu lüften kann viel verändern. Stoßlüften nennt man die in diesem Fall richtige Methode: Du öffnest mehrere Fenster in deiner Wohnung für ungefähr 5 Minuten. Die Heizung bleibt dabei einfach an. Diese Methode hat den Effekt, in kurzer Zeit viel frischen Sauerstoff in die Wohnung zu bringen, ohne dabei den Boden, die Wände und alles andere stark abzukühlen. Außerdem wird so die Feuchtigkeit aus deinen Räumen transportiert. Der Raum ist danach schnell wieder auf der normalen Temperatur und du verbrauchst wenig Energie.

altbauwohnung richtig heizen
Hier versuche ich, mich an meiner goldenen Teekanne zu wärmen- das klappt nur bedingt. Ich habe nämlich vergessen, etwas einzufüllen.

5. Trage warme Sachen

Ganz ehrlich – im Winter ist es nun mal kalt. Anstatt also nackt herumzulaufen, ziehst du dich ein wenig dicker an – ich bin fast immer in Jogginghose und Pullover in der Wohnung unterwegs. Auch so kann man sich das eine oder andere Grad ersparen. Halte die Füße warm – wenn die kalt sind fühlt man sich allgemein zu kalt.

6. Dichte Fenster

Dichte Fenster und Türen sind das A und O nachhaltigen Heizens. Und ja, das macht es komplizierter. Was mache ich nämlich, wenn ich keine modernen Fenster und keine Zeit, kein Geld für eine Renovierung habe?

Polster und Decken. Viele Altbauwohnung haben noch typische Doppelfenster, bei denen zwischen den Scheiben Platz genug für ein paar Polster oder eine Decke ist. Die dämmen stark und helfen sehr beim Sparen! Schließe zusätzlich über Nacht die Rollo oder Fensterläden, wenn es sehr kalt wird. Das spart dir noch einmal ein paar Prozent.

Auch deine eventuell alte Tür in den zugigen Gang des Hauses kannst du von innen mit einer riesigen Decke verdecken. Das erfordert ein wenig handwerkliches Geschick, lohnt sich aber auf jeden Fall!

7. Trinke Tee und halte dich warm

Auch mit scharfem Essen oder mit Kochen allgemein kann man sich gut warmhalten. Lass doch den Backofen offen stehen, wenn du fertig bist, dann wird die Wärme nicht abgesaugt, sondern schön in der Wohnung verteilt. Wenn du etwas Beschäftigung brauchst, könntest du ja so etwas wie diese wunderschöne Lampe aus alten Zeitungen basteln.

8. Führe Buch …

…und beobachte die Temperaturen, mit denen du dich wohl fühlst, sowie die Heizkosten und die Temperaturschwankungen in den Räumen. Vielleicht kannst du dann von Jahr zu Jahr effizienter und nachhaltiger heizen.

altbauwohnung richtig heizen
In meiner Fantasie führe ich einen strengen Haushalt und notiere ALLES!

Ich hoffe, die paar Tipps helfen dir dabei, deine Wohnung richtig zu heizen. Während ich staunend im Leopold Museum in den gigantischen Hallen stehe, die auch irgendwie beheizt werden müssen, bin ich dann doch froh, dass meine Räume nur 3,50 Meter hoch sind. Aber wer Klimt und Schiele ausstellt, muss sich auch die Heizung leisten können, oder?

Fotos: Laurel Koeniger

Laurel KoenigerLaurel Koeniger
Laurel Koeniger schreibt auf seinem Blog laurelkoeniger.eu über Nachhaltigkeit, faire Mode und einen schönen Lebensstil. Außerdem produziert er regelmäßig YouTube-Videos zu ähnlichen Themen und ist in Wien als Theaterscout tätig. Laurel liebt es, Kolumnen und Texte jeder Art zu schreiben und arbeitet momentan an der Veröffentlichung seines ersten Romans, während seines Literaturwissenschaft-Studiums.

2 Kommentare

  1. Hallo, wie kommen
    Sie darauf, dass es Energieeffizienter ist, wenn man die Wohnung nicht zu stark abkühlen lässt?
    Nach den Gesetzen der Thermodynamik reduziert jedes Grad weniger Temperaturdifferenz zum angrenzenden System den Wärmefluss und damit auch den erforderlichen Gesamtenergiebedarf.
    Geht man also davon aus, dass die Heizung mit raumthemperaturunabhängiger Vorlaufthemperatur läuft (ist wohl bis auf einige Ausnahmen bei den meisten Wohnungsheizungen der Fall), dann spart jedes verringerte Grad Energie.
    Das wiederaufheizen dauert zwar länger, das spielt aber für die Gesamtenergiebilanz keine negative Rolle.
    Ausnahme wären natürlich Brennwertkessel welche die Vorlaufthemperatur der erforderlichen Heizleistung anpassen. Da kann durch die höhere benötigte Vorlaufthemperatur eine geringere Brennwertausnutzung resultieren. Das wäre aber wie gesagt (noch) die große Ausnahme.
    Oder gibt es noch andere Gründe die gegen eine Auskühlung sprechen?

  2. Meine Tochter hat unsere alte 70 qm Altbauwohnung übernommen, 3,30m hoch, 2 große, 1 kleines Zimmer, Vorraum, 4qm Küche, kleines Bad nach einem Umbau. Geheizt wurde bis vor 4 Jahren mit einem mit einem mittig platzierten Öl- Einzelofen, der bei Dauerbetrieb monatlich 300 Liter Heizöl Extraleicht verblies. Die Füße waren dauerkalt, bei Ostwind kam die Temperatur nicht über 16 Grad. Unter der Decke hatte es fast 30 Grad. Heute heizt sie mit vier 480 W Infrarot Paneelen und einem 250 W Paneel der Firma Eco2Heat. Es gibt keine kalten Füße, die Temperatur wird per Thermostat auf 21 Grad gehalten, das sind gefühlte 22 Grad, unter der Decke ist die Temperatur lediglich 1 Grad höher. Die Stromkosten für die ganze Saison entsprechen dem, was früher eine 300 Liter Tankfüllung kostete (je nach Kälte waren 5- 6 Füllungen notwendig. Keine Wartungskosten, kein ständiges Anzünden, kein Ölgeruch nach der Lieferung und die Heizpaneele sind tlw mobil und können nach Bedarf umplatziert werden. Auch wir heizen ein Haus und eine Wohnung mit Infrarotheizungen von Eco2Heat, die übrigens dank einer speziellen Technologie nicht nur die effizientesten Infrarotheizungen am Markt sind, sondern auch die größte Produktvielfalt bieten…Keramik, GFK in jeder gewünschten RAL Farbe, Unterputz Wandheizung, diverse Steinplatten (Granite, Kristallmarmor, Chlorit Schiefer in nur 8mm Stärke), Schiebevorhänge aus Naturstoffen, Wandflächenheizung aus Naturstoffen, Spiegel. Dazu sind sie dank dieser speziellen Technologie auch völlig elektrosmogfrei und werden max 80 Grad warm, die Stoffvarianten sogar nur 60 Grad. Wenn man wirklich effektiv energiesparend, kostengünstig bei bestem Raumklima heizen möchte, dann….und besonders bei hohen Räumen….sind diese Heizungen (von dieser Firma…alle anderen in Europa erhältlichen Infrarotheizungen erreichen diese Kriterien nicht, weil sie auf einer anderen Technologie aufbauen) eine echte Alternative.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*