Menschen glauben, dass der Zettel in ihrer Hand einen Wert besitzt, weil dieser einer Vereinbarung entspricht. Sie wissen aber, dass der Zettel eigentlich wertlos ist und die Vereinbarung jederzeit widerrufen…

Menschen glauben, dass der Zettel in ihrer Hand einen Wert besitzt, weil dieser einer Vereinbarung entspricht. Sie wissen aber, dass der Zettel eigentlich wertlos ist und die Vereinbarung jederzeit widerrufen werden kann. Trotzdem hat der Zettel, genannt „Geld“, eine unerschütterliche Macht. Diese Macht treibt die Menschen seit kurzem – seit etwa 5.000 Jahren – zu immer neuen Konstrukten, wie sie die Zahl der Zettel in ihrem Besitz mehren können. Sie glauben, damit diese Macht für sich nutzen zu können. Sie glauben sogar, dass diese Zettel sich von selbst – in ihrem Besitz –  vermehren können. Das ist, in der Geschichte der Menschen von über 200 Millionen Jahren als Primat und gut 4 Milliarden Jahren als lebendes Wesen auf diesem Planeten, ein extrem kurzer Augenblick, eine möglicherweise ganz dumme kleine Posse.

 

Ein Leben ohne Geld ist möglich und vielleicht sogar sinnvoll

 

Geld, mit einem gemäß Vereinbarung garantierten Wert gibt es, seit es Söldnerheere gibt. Es war leichter zu transportieren, als geplünderte Waren und Güter und an allen Orten, wo es akzeptiert wurde, in Waren oder Nahrung einzutauschen. So war – und ist – es das Mittel zur Macht geworden, zur Finanzierung stehender Heere. Zuvor – und an jedem beliebigen Ort – kamen und kommen die Menschen ohne Geld aus, tauschen Ware gegen Ware oder eine Dienstleistung oder leben einfach zusammen von und mit den Dingen, die ihre Umgebung ihnen zur Verfügung stellt. Das hat sich in der bisherigen Geschichte dieses Planeten als nachhaltig bewährt. Selbst der Warenaustausch über große Distanzen geschieht auch heute noch – oder bereits wieder – im Tauschverfahren, von Land zu Land, von Betrieb zu Betrieb.

Der Mangel von Geld hingegen ist – wiederum aufgrund der Vereinbarung – ein ernsthaftes Problem und kann durchaus zum Tode, zumindest zu einem lebenslangen Leid führen. Das ist aber ein absolut unnatürlicher Zustand, insbesondere auf einem Planeten, der die Menschen – immer noch – an jedem Ort ausreichend ernähren kann. Es ist heute sogar so, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen vor den Früchten ihrer „Mutter Erde“ steht, aber davon nicht essen darf, weil sie den Berechtigungsschein nicht besitzen. Daneben leben einige Menschen, die weit mehr dieser Scheine behaupten zu besitzen, als sie in ihrem ganzen Leben in Nahrung umtauschen – also verspeisen – könnten. Diese Menschen benötigen sogar hin und wieder die Hilfe – genannt Arbeit – der hungernden Menschen, um ihre Berechtigungsscheine einzutauschen, weil diese Hungernden ja garantieren, dass der Schein einen Tauschwert besitzt. Das scheint ein in sich völlig dummes System zu sein. Es hat auch in den letzten Jahrtausenden – also diesem kurzen Augenblick unserer Geschichte – immer wieder zu verheerenden Katastrophen, Kriegen und sogar zur Zerstörung unserer Lebensgrundlagen geführt. Es ist also wirklich absolut nicht intelligent.

 

Das Horten von Geld ist gegen die Vereinbarung, es blockiert den Fluss des Lebens

 

Laut Vereinbarung besteht der Wert des Geldes in einer Leistung, die ein Mensch erbringt. Ob dieses ein Rohstoff ist, den er aus der Erde holt und daraus einen nützlichen Gegenstand bastelt oder ein Nahrungsmittel, welches er anbaut, erntet und zubereitet wird individuell festgelegt. Ohne diese Leistung gibt es die Dinge und die Nahrung – zumindest in unseren technisierten Kulturen nicht. Durch die Leistung wird letztlich das Leben ermöglicht, es entsteht der Fluss von Energie, der Leben ist. Dieser Vorgang mag in so genannten Hochkulturen extrem verschachtelt, komplex gestaltet sein. Letztlich geht es aber nur darum, den Fluss des Lebens aufrecht zu erhalten. Störend, ja zerstörerisch ist es daher, wenn dieser Fluss unterbrochen, wenn er aufgestaut wird. Diese Form des Mundraubes, des Entzugs von Lebens-Energie ist so alt, wie die Vereinbarung. Diese Möglichkeit, den Fluss zuzulassen oder anzuhalten nennen wir „Macht“, der Mächtige gewährt anderen Nahrung – oder eben nicht.

In unserem komplexen absurden Spiel der industriellen Kulturen beobachten wir diese Demonstration der Macht gerade am Beispiel in anderer Form genutzter Energie. Hier wird das Spiel des Hortens, des Verteilens nach Belieben und des Entzugs den Menschen täglich vor Augen geführt. Abgesehen von der Frage, wie diese Energien sinnvoll – nämlich nachhaltig – erzeugt werden sollten, ist die Überlassung der „Entscheidungsmacht“ an einige wenige Menschen grober Unfug. Vor 5.000 Jahren, also gerade eben, haben wir unser Feuer selbst entfacht und uns alle gemeinsam daran gewärmt, den Lichtschein zum Leuchten genutzt. Noch immer erbringen wir alle Leistungen dafür, dass das Feuer brennt und das Licht auch scheint. Doch plötzlich sollen wir uns nicht mehr – ohne eine Sonderleistung – daran wärmen können, den Lichtschein nicht mehr sehen. Auch diese Vereinbarung ist absurd.

 

Eine junge Frau sammelt Geld zum Rückkauf des Berliner Stromnetzes

 

Luise Neumann-Cosel will den Ablasshandel unterbinden. Sie gründete eine Genossenschaft und sammelt nun Geld, um das Berliner Stromnetz für die Stadt, also die Menschen darin, zurückzukaufen. Sie will, dass die Bürger wieder mehr Einfluss darauf nehmen können, wie sie sich an dem Feuer wärmen dürfen. Von den geschätzten 100 Millionen Euro, die sie als „Eigenanteil“ wohl braucht, hat sie immerhin schon 5 Prozent zusammengebracht. Letztlich geht es aber nur um die Verbindlichkeit, ja den Sinn oder Unsinn von Vereinbarungen. Es geht darum, ob es für die Menschen – und eben auch ihre Umgebung, die wir neuerdings „Natur“ nennen – überhaupt sinnvoll ist, ein eigentlich absurdes System aufrecht zu erhalten, von dem wir wissen, dass es nur Schaden anrichtet statt zu nutzen.  

Wie vor 500 Jahren, als Martin Luther gegen den Unsinn des Ablasshandels aufbegehrte, den Menschen erklärte, dass man sich die Glückseligkeit nicht kaufen kann, schon gar nicht von dieser Kirche, reden uns immer noch Menschen – von uns ausgewählte Verwalter unseres Lebens (Politiker) – ein, dass nur dieses System uns eine sichere Zukunft bringt. Obwohl wir täglich sehen, dass dieses eine Lüge ist, glauben ihnen viele von uns noch.

Es ist höchste Zeit, die Vereinbarung grundsätzlich zu überdenken, Zeit für eine neue Reformation, Zeit einen absurden Glauben durch das schon immer vorhandene Wissen zu ersetzen.

http://taz.de/EU-Energiepolitik/!120314/

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eu-kommission-will-bau-von-atomkraftwerken-erleichtern-a-912004.html

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/energiewende-27-jaehrige-will-staedtisches-stromnetz-uebernehmen-a-910075.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*