Müllvermeidung im Büroalltag – geht das überhaupt?

Bei sich zu Hause kann man selbst kontrollieren, welchen Müll man zulässt und welchen man lieber vermeiden möchte. Aber im Büro? Viele Abläufe sind längst eingefahren, man möchte dem Zimmerkollegen nicht vor den Kopf stoßen oder der Kollegin einen ganz neuen Lebensstil zumuten. Allerdings verbringt man ganz schön viel Zeit in der Arbeit und die will man dann doch nicht ganz fremdbestimmt verstreichen lassen, oder?

(Ich schreibe hier nur über die Arbeit in einem Büro, weil trotz unterschiedlicher Jobs, die Abläufe sehr ähnlich sind. Natürlich kann man diese Zero Waste Ideen auch in ein anderes Arbeitsumfeld mitnehmen!)

 

Nimm deine Zero Waste Gewohnheiten mit ins Büro.

Wer also Gefallen an dem Konzept Zero Waste gefunden hat, kann sich die nächsten Tipps mal ansehen und überlegen, sie in den Büroalltag zu integrieren. Die folgenden Ideen orientieren sich sehr stark an den 5Rs: refuse – reduce – reuse – recycle – rot. Vermeide alles, was du nicht wirklich brauchst. Verwende weniger, von den Dingen, die du benötigst. Versuche, wiederzuverwenden was nur geht. Recycle und kompostiere den Rest. Damit das nicht so abstrakt hier stehen bleibt, ein paar konkrete Beispiele:

 

Papierloses Büro.

Die Ideen für ein papierloses Büro sind nicht neu und trotzdem noch nicht überall verbreitet. Bevor man sich also freut, dass man doch sowieso schon sein ganzes Papier recycelt, sollte man sich einmal überlegen generell weniger Papier zu verbrauchen. Der erste Schritt ist sicher, nicht alles auszudrucken und wenn, dann doppelseitig und farbsparend. Eventuelle Fehldrucke können dann als Notizzettel weiterverwendet werden. Statt Kopien zu machen, kann man auch alles einscannen (auch praktisch mit einer der vielen Scan-Apps direkt über das Mobiltelefon).

Eine weitere Papierquelle sind die Papierhandtücher in den Waschräumen. In großen Büros kann man vielleicht nicht sein eigenes Handtuch liegen lassen, aber eventuell ein Stofftaschentuch mitnehmen. Wer darauf vergisst, kann immer noch sein Gewand verwenden. Nicht ratsam bei weißen Blusen oder zartem Anzugstoff.

 

Kaffee & Snacks.

Nach den ersten Arbeiten am Morgen wird es (hoffentlich) im Laufe des Vormittags die erste Pause geben. Was brauchen wir dafür? Möglichst müllreduzierte Alternativen, um Kaffee & Tee zuzubereiten. Richtiges Geschirr verhindert Coffee-to-go-Becher. Filterkaffeemaschinen oder Vollautomaten und Wasserkocher machen Kaffee- und Teekapseln überflüssig.

Für den Hunger zwischendurch legt man sich am besten einen Vorrat an. So kann man Schokolade, Nüsse oder Trockenfrüchte verpackungsfrei einkaufen und in einem wiederverwendbaren Glas oder einer Dose verstauen. Frisches Obst und Gemüse kommt netterweise schon in der eigenen Verpackung – waschen reicht.

 

Mittagessen.

Also ich verkünde hier mal ganz frei heraus: Das Mittagessen ist eines meiner Highlights des Arbeitstages. Bei uns im Büro wird oft für alle gekocht. Mir ist schon klar, dass das nicht die Norm ist, aber diese Alternative spart unglaublich viele Einzelverpackungen. Man denke nur an all die Plastikverpackungen im Supermärkten oder die Styroporboxen von Lieferservices.

Wer Essen von zu Hause mitbringt, spart viel Müll und Geld. Allerdings ist der Vorbereitungsaufwand natürlich größer, als wenn man spontan zum nächsten Supermarkt läuft. Bei Einkäufen im Supermarkt kann man sich an die altbekannten Tipps für einen verpackungsfreien Einkauf halten. 

Ist man darauf angewiesen sein Essen direkt vor Ort zu beziehen, ließe es sich vielleicht einrichten beim nächsten Lokal vorzubestellen und die Speisen dann im eigenen Behälter abzuholen. Je öfter man das macht, desto leichter fällt es einem und den Lokalbetreibern! In kleineren Geschäften funktioniert das aus Erfahrung problemloser als bei großen Ketten (und man unterstützt damit auch gleich die lokale Wirtschaft).

 

Meetings & Veranstaltungen.

Etwas komplizierter wird der Verzicht auf Verpackungen bei Meetings oder Veranstaltungen. Von aufgepepptem Leitungswasser in Karaffen, über nachhaltige Veranstaltungsmappen bis hin zu abbaubaren Dekormaterialien aus der Natur, findet ihr viele Alternativen in diesem Beitrag.

 

Weiterdenken.

Richtig nachhaltig wird es dann, wenn die benötigte Energie im Büro auch „grün“ produziert wird. Angepasste Raumtemperaturen, Stoßlüften und abgedrehte Elektrogeräte unterstützen den geringeren Stromverbrauch und damit alle Sparziele, die ein Unternehmer so haben kann.

Nicht alle können bei der Wahl der Büromaterialien mitreden, aber ressourcensparende Ideen zu wiederverwendbaren Alternativen (Büroklammern statt Heftklammern, Papierhüllen statt Plastikfolien, Recyclingpapier statt frisch produzierte Blätter, …) und verbilligter Ausschussware (kleine Dellen, verschmierter Druck, etc.), hört die Chefetage im Sinne der Kostenersparnis dann doch sehr gerne.

Selbst der Weg zum Büro kann nachhaltiger gestaltet werden, wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Rad umsteigt.

 

 

Wer sich noch mehr Tipps für ein müllarmes Büro ansehen will oder wie man ein solches ausstatten soll, findet diese auch auf meinem Blog. Bei Fragen jeder Art, könnt ihr gerne einen Kommentar hinterlassen oder euch direkt bei mir melden. Nächste Woche geht es hier mit „Zero Waste im Urlaub“ weiter.

 

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