Zoonosen
Zoonosen
Weniger Krankheitserreger in Rohmilch aus ökologischen Betrieben.

Die kürzlich erschienenen Ergebnisse des Zoonosen-Monitorings 2014 durch das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) belegen, dass in Rohmilchproben aus ökologischen Betrieben Zoonoseerreger und multiresistente MRSA-Keime seltener auftreten als in Proben aus konventionellen Betrieben.

Die wichtigsten Zoonose-Erreger

Zoonosen sind Infektionen und Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Trägt z.B. ein Nutztier einen Zoonoseerreger in sich, kann dieser etwa bei der Schlachtung auf das Fleisch geraten, so dass dieses zu einer möglichen Infektionsquelle für den Menschen wird. Häufige Erreger solcher lebensmittelbedingter Infektionen sind z.B. Campylobacter Bakterien oder Salmonellen. Die Hauptinfektionsquellen für Campylobacter sind etwa Geflügel, nicht pasteurisierte Milch oder rohes Hackfleisch.

Weiterhin kann ein spezifischer Typ von MRSA Nutztieren auftreten. Dieser scheint beim Menschen jedoch nur selten zu schweren Erkrankungen zu führen. Nach Aussage des BVL stellt er nach derzeitigem Wissensstand eher eine Risiko durch den direkten Umgang mit den Tieren dar (Landwirte, Tierärzte) als durch den Verzehr des Fleisches.

Die wichtigsten Ergebnisse des Zoonosen-Monitorings 2014

MRSA häufiger in konventionellen Betrieben

In Rohmilchproben aus konventionellen Milchviehbetrieben lag die Rate mit 9,7 Prozent positiver Proben deutlich über der aus ökologischen Betrieben mit 1,7 Prozent.

Zoonosen durch Campylobacter

Leider zeigen die Ergebnisse, dass Geflügel häufig mit Campylobacter kontaminiert ist. In Anbetracht der hohen Zahl an den dadurch verursachten Erkrankungen bestehe Handlungsbedarf, zumal in den letzten Jahren keine Fortschritte bei den Bemühungen, diese Keime zu reduzieren, erreicht werden konnten. Unter den Proben von Putenfleisch waren 26,5 Prozent und bei Hähnchenfleich sogar 54 Prozent mit diesem Zoonose-Erreger kontaminiert.

Erfolge im Kampf gegen Salmonellen

EU-weit greifen Maßnahmen bei der Bekämpfung von Salmonellen bei Geflügelfleisch. Waren 2010/11 noch etwa 18 Prozent der Schlachtkörper von geprüften Puten und Hähnchen kontaminiert, konnte man 2014 nur noch bei jeweils 7 Prozent Salmonellen nachweisen.

Zoonosen durch Listerien

Auch bei den Listerien schneidet Rohmilch aus ökologischen Betrieben (1,3 Prozent) besser ab als die konventionelle Variante (3,5 Prozent). Grundsätzlich sollten Kleinkinder, ältere oder immungeschwächte Menschen sowie Schwangere keine Rohmilchprodukte verzehren. Bei wärmebehandelter Milch bestehe keine Gefahr durch Listerien.

ESBL/AmpC-bildende E. coli

E. coli sind Darmbakterien, die Durchfallerkrankungen auslösen können. Manche von ihnen bilden Enzyme aus, die sie resistent machen gegen Antibiotika. Zu diesen Enzymen gehören Extended-Spektrum Beta-Laktamasen (ESBL) und AmpC Beta-Laktamasen (AmpC). Man untersuchte Kotproben von Legehennen und fand ESBL/AmpC-bildende E. coli in 40 Prozent der Proben. Schalen der Eier waren dahingegen nur zu 0,5 Prozent positiv. Da auch frische Kräuter mit diesen Keimen kontaminiert sein können (2,2 Prozent), sollte man sie vor Verzehr gründlich waschen.

Weitere Verbrauchertipps gegen lebensmittelbedingte Infektionen unter: www.bvl.bund.de/lebensmittelhygiene

Der vollständige Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2014 unter: www.bvl.bund.de/ZoonosenMonitoring

Quellen:
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Ökologisch erzeugte Rohmilch enthält weniger antibiotikaresistente Keime als konventionell hergestellte – BVL veröffentlicht Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2014. Erscheinungsdatum: 17.03.2016. http://www.bvl.bund.de/DE/08_PresseInfothek/01_FuerJournalisten/01_Presse_und_Hintergrundinformationen/01_Lebensmittel/2016/2016_03_17_PI_Zoonosen.html?nn=1401276 (zuletzt aufgerufen: 10. Mai 2016).
Robert Koch Institut: Campylobacter-Enteritis. RKI-Ratgeber für Ärzte. Stand: 26.03.2015. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Campylobacter.html (zuletzt aufgerufen: 11. Mai 2016).
Bundesinstitut für Risikobewertung: Fragen und Antworten zu ESBL- und/oder AmpC-bildenden antibiotikaresistenten Keimen. 19. Januar 2015. http://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-esbl-und-ampc-bildenden-antibiotikaresistenten-keimen.pdf (zuletzt aufgerufen: 11. Mai 2016).
Bild: © Martina Liel

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