Eine neue Analyse des Thinktanks Ember zeigt, wie rasant Batteriespeicher günstiger geworden sind. Damit wird Solarenergie erstmals wirtschaftlich als 24/7‑Stromquelle nutzbar.

Batteriespeicher sind nicht mehr nur ein Zukunftsversprechen. Eine aktuelle Analyse des Energie-Thinktank Ember zeigt, dass Speichertechnologien 2025 so günstig geworden sind, dass Solarstrom erstmals rund um die Uhr wirtschaftlich bereitgestellt werden kann. Für die Energiewende weltweit und auch für Österreich, ist das ein Wendepunkt.

Speicher kosten nur noch 125 Dollar pro Kilowattstunde

Lange galten große Batteriespeicher als teuer und schwer skalierbar. Doch laut Ember liegen die Gesamtkosten für moderne, netzgekoppelte Speicherprojekte inzwischen bei nur noch 125 Dollar pro Kilowattstunde. Der Großteil entfällt auf die Kernkomponenten, die dank massiver Produktionsausweitungen vor allem in China deutlich günstiger geworden sind. Der Rest betrifft Installation, Bau und Netzanschluss – Bereiche, die zunehmend standardisiert und effizienter abgewickelt werden.

Diese Zahlen stammen aus aktuellen Ausschreibungen in Ländern wie Saudi-Arabien, Indien und Italien. Sie zeigen, dass der Preisverfall kein lokales Phänomen ist, sondern ein globaler Trend.

Stromspeicherung kostet nur noch 65 Dollar pro Megawattstunde

Aus den gesunkenen Investitionskosten ergibt sich ein Levelised Cost of Storage (LCOS) von lediglich 65 Dollar pro Megawattstunde. Das bedeutet: So viel kostet es, eine Megawattstunde Strom zeitlich zu verschieben – etwa vom Tag in die Nacht.

Ermöglicht wird das durch langlebige LFP-Batterien, die heute rund 20 Jahre halten, durch hohe Wirkungsgrade von etwa 90 Prozent und durch sinkende Finanzierungskosten. Auch die Betriebskosten bleiben moderat, was die Technologie zusätzlich attraktiv macht.

Solarstrom wird zu verlässlichem 24/7-Strom

Besonders eindrucksvoll ist die Auswirkung auf die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik. Wenn die Hälfte der täglichen Solarproduktion gespeichert und nachts genutzt wird, erhöht sich der Strompreis laut Ember nur um rund 33 Dollar pro Megawattstunde. Zusammen mit den globalen PV-Gestehungskosten ergibt sich ein Preis von etwa 76 Dollar pro Megawattstunde für jederzeit verfügbaren Solarstrom.

Damit wird Solarenergie „dispatchable“ – also bedarfsgerecht abrufbar. Was früher nur mit fossilen Kraftwerken möglich war, gelingt nun mit erneuerbaren Energien und Speichertechnologie.

Ein Jahrzehnt des Preissturzes und kein Ende in Sicht

Die Kosten für Batteriespeicher sind in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt um 20 Prozent pro Jahr gefallen. 2024 kam es sogar zu einem Rückgang von 40 Prozent bei den Kernkomponenten. Ember geht davon aus, dass dieser Trend anhält, da weltweit neue Produktionskapazitäten entstehen und der Wettbewerb zunimmt.

Gleichzeitig entwickeln Hersteller neue Technologien wie Natrium-Ionen-Batterien, die weniger abhängig von kritischen Rohstoffen sind. Auch das trägt dazu bei, dass Speicher künftig noch günstiger und nachhaltiger werden.

Was bedeutet das für Österreich?

Auch wenn Österreich nicht zu den sonnenreichsten Ländern zählt, sind die Ergebnisse der Studie hochrelevant. Der PV-Ausbau schreitet rasant voran, und günstige Speicher helfen dabei, diese Energie netzdienlich zu integrieren. Sie erhöhen die Versorgungssicherheit, reduzieren Importabhängigkeiten und stabilisieren das Stromnetz.

Die Ember-Studie macht deutlich, dass Batteriespeicher nicht mehr die Technologie von morgen sind, sondern bereits heute eine Schlüsselrolle spielen. Mit drastisch gesunkenen Kosten und hoher Leistungsfähigkeit ermöglichen sie ein Energiesystem, das sauber, sicher und leistbar ist. Solarstrom wird damit zur echten 24/7-Energiequelle und die Energiewende bekommt neuen Schwung.


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Bild: Wien Energie
Grafik: Ember